Rosenheim – Zum letzten Mal ist für die Clubs der DEL2 Akkordarbeit mit einem zusätzlichen Dienstagsmatch auf dem Plan gestanden, ehe es nun wieder im gewohnten Freitag-Sonntag-Rhythmus weitergeht. Und mit zwei Dritteln der möglichen neun Zähler sah es für die Starbulls Rosenheim auch zum Jahreswechsel wieder mal ganz gut aus. Rein ergebnismäßig bot sich dabei das aus dieser Saison schon bekannte Bild: Niederlage gegen Regensburg, Sieg gegen Landshut, Punktgewinn gegen Düsseldorf.
Auch zum dritten Mal in dieser Saison hatten die Regensburger gegen die Eishockeyspieler von der Mangfall das bessere Ende für sich, auch wenn es diesmal zu einem Punkt in regulärer Spielzeit reichte. Das Gegenteil trifft für die Landshuter zu: Nach einem Pünktchen im ersten Aufeinandertreffen gingen sie zuletzt zweimal leer aus, und so wie die Starbulls in Regensburg vor einigen Wochen mussten die Niederbayern diesmal sogar einen Shutout quittieren. Die DEG, die zum Saisonauftakt zwei Punkte aus Rosenheim entführen konnte, ging in zwei Heimspielen dagegen leer aus, einmal desaströs (1:6), diesmal hauchdünn (1:2).
Vor dem erfolgreichen Wochenende verloren die Starbulls zum dritten Mal in dieser Saison zwei Partien nacheinander und hatten dabei keine einzige Minute lang den Rückhalt einer Führung für sich. Genau das Gegenteil gab es bei den beiden Siegen: Weder Landshut noch Düsseldorf konnten ihrerseits in Führung gehen. Und Führungen sind für das Pasanen-Team heuer eminent wichtig. 18 der 20 Begegnungen, in denen sie bisher den ersten Treffer erzielten, gewannen sie auch, auswärts sogar alle neun, wobei lediglich Krefeld einen Punkt behaupten konnte. Dagegen gewannen sie von den zwölf Spielen, in denen der Gegner das 1:0 schoss, nur vier, davon ein einziges in der regulären Spielzeit.
Unheimlich wichtig ist auch, dass die Starbulls vor dem letzten Drittel nicht im Rückstand liegen, was erst siebenmal der Fall war. Denn von diesen sieben Partien gewannen sie zwar drei, doch jeweils erst in der Overtime. Führen sie dagegen nach 40 Spielminuten, blieben sie mit einer einzigen Ausnahme stets die Sieger, 15-mal sogar ohne Verlängerung. Und das, obwohl sie im letzten Spieldrittel insgesamt die schlechteste Tordifferenz ausweisen (+2), gegenüber dem Anfangs- (+10) und dem Schlussdrittel (+13).
Als größter Vorteil der Starbulls erwies sich wieder einmal die unglaublich disziplinierte und die Taktik befolgende Defensivarbeit, auch wenn dies manchmal zulasten des offensiven Outputs geht. Kein Gegentreffer gegen Landshut, nur einer in Düsseldorf – kein Wunder, dass zuletzt die fünftlängste gegentorlose Serie der gesamten Zweitliga-Historie zu bewundern war. 125:40 Minuten blieben erst Autio gegen Regensburg, dann Kolarz gegen Landshut und in Düsseldorf unbezwungen, ehe Ture Linden die Serie beendete. Sechsmal blieben die Starbulls bereits länger als 120 Minuten ohne Gegentor, wobei im Februar 2013 Pasi Häkkinen die heute noch unüberwindbar scheinende Rekordspanne von genau 144 Spielminuten hinter sich brachte. Und weil sie letzte Woche selbst auch zwischendurch mit eigenen Treffern geizten, stand gegen Regensburg und Landshut auch mit 62:11 Minuten die siebtlängste komplett torlose Spanne zu Buche, die Charlie Sarault mit seinem 1:0 gegen Landshut beendete. Dieser Treffer war nicht nur der 100. Rosenheimer in dieser Saison, sondern auch das späteste 1:0. Kurios: Immer wenn die Starbulls auswärts das 1:0 schossen – bisher neunmal –, geschah dies bereits im Anfangsdrittel. Für Kolarz war der Shutout gegen Landshut übrigens der erste in der DEL2. In der Oberliga hatte er schon dreimal – zweimal gegen Deggendorf und einmal im Playoff in Tilburg – seinen Kasten sauber halten können.
Zur Disziplin gehörte auch, dass man am Wochenende fast gänzlich der Strafbank fernbleiben konnte. Gegen Landshut blieb man erst zum fünften Mal in der Historie ohne eine einzige Strafminute, in Düsseldorf musste man lediglich vier Minuten überstehen. Es traf sich auch gut, dass man diesmal nicht übermäßig auf die Special Teams angewiesen war, welche zuletzt wieder ein bisschen schwächelten. Vor Pulkkinens Powerplay-Tor gegen Landshut hatte man in den vier Spielen davor in 33 Überzahl-Minuten nur ein einziges Tor erzielt – und dazu einen Shorthander kassiert –, und auch das an sich sehr starke Penalty-Killing hatte mit vier Gegentoren in 14 Unterzahl-Minuten zuletzt ungesehene Schwächen gezeigt.me