Rosenheim – Der Spielemarathon in der DEL2 ist vorbei, viel Zeit zum Entspannen bleibt den Starbulls Rosenheim allerdings nicht. Bereits am heutigen Freitag müssen die Eishockeyspieler von der Mangfall wieder ran, dann steht um 19.30 Uhr das Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren an. Am Sonntag muss Rosenheim dann nach Weißwasser reisen, Spielbeginn bei den Lausitzer Füchsen ist um 17 Uhr.
Die Ausgangslage: Acht Spiele in 17 Tagen hatten die Teams der DEL2 über Weihnachten und Neujahr zu bestreiten – für die Starbulls ist dieser Zeitraum fast schon traditionell eine Schwächephase mit einer eher mageren Punkteausbeute. Nicht so war es in diesem Jahr: 17 Zähler sammelte das Team von Jari Pasanen, nur drei Teams waren erfolgreicher. „Wir haben den Marathon ganz gut überstanden. Natürlich sind ein paar Blessuren da, aber die Jungs hatten zwei Tage frei und danach ein gutes Krafttraining“, erklärte der Coach.
Die Vorgeschichte: Beide Gegner am Wochenende sind gegen die Starbulls in dieser Saison noch sieglos. Kaufbeuren holte beim ersten Auswärtsspiel in Rosenheim immerhin einen Punkt, zu Hause mussten sich die Joker allerdings 2:8 geschlagen geben. Die Füchse sind noch punktlos, zweimal gewann Rosenheim 4:2.
Die Gegner: Die Heimaufgabe gegen Kaufbeuren scheint vermeintlich leicht zu sein. Die Allgäuer sind Tabellenletzter, haben bereits zehn Punkte Abstand zum Vorletzten und stecken mitten im Chaos. Vor allem das Verletzungspech hat die Joker enorm erwischt. Mit Jonny Tychonick, Joe Cassetti, Henri Kanninen und D‘Artagnan Joly fehlen vier Kontingentspieler verletzungsbedingt, dazu kommt der Ausfall von Verteidiger John Rogl. Jari Pasanen warnt allerdings: „Sie haben trotzdem relativ gute Resultate geholt. Wir haben das in der Kabine besprochen, du darfst keinen Gegner unterschätzen.“ In Rosenheim könnten zudem Torwart Daniel Fießinger und Kapitän Bernhard Ebner ihr Comeback feiern.
Mit der Reise nach Weißwasser steht eine der längsten Auswärtsfahrten der Saison an. Pasanen macht sich da aber keine Sorgen. „Normalerweise sind längere Reisen kein Problem für uns gewesen. Die Jungs machen einen guten Job beim Warm-up“, so der Deutsch-Finne. Richtig schlau wird man aus den Ergebnissen der Füchse aktuell nicht. Letztes Wochenende gab es eine klare 0:5-Pleite in Regensburg und eine Overtime-Niederlage gegen Bietigheim, zuvor hatte man aber auch einen Sieg gegen den EV Landshut gefeiert.
Die Starbulls-DNA: Im Tor der Joker steht mit Cody Porter ein letztjähriger Starbulls-Goalie, der Kanadier kommt inzwischen auf zwölf Einsätze. Weißwasser hat mit Pascal Seidel auch einen Ex-Starbulls-Torhüter im Kader, hinzu kommt mit Gregor Stocker ein ehemaliges Verteidiger-Talent aus der Rosenheimer Jugend.
Die Statistik: Mit Henri Kanninen fehlt Kaufbeuren der Topscorer der bisherigen Saison. Der Finne kommt auf 26 Zähler. Den Goldhelm wird deshalb Tyson McLellan (21 Punkte) tragen. Bei den Füchsen gehen drei Stürmer im Gleichschritt voran: Lane Scheidl, Clarke Breitkreuz und Lennard Nieleck stehen jeweils bei 24 Punkten.
Die Personalien: Langsam gehen den Starbulls die Spieler aus. Neben den Langzeitverletzten Lukas Laub, Johannes Achatz und Lewis Zerter-Gossage – er wird aufgrund einer Oberkörperverletzung mehrere Wochen fehlen – wird vermutlich auch Joel Keussen ausfallen. Die Förderlizenzspieler Sebastian Zwickl und Leon van der Linde stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. „Jetzt sehen wir, wie dünn wir besetzt sind“, beschreibt Pasanen die schwierige Situation. Im Training haben mit Luis Gerhofer und Martin Mayer deshalb zwei U20-Spieler ausgeholfen, „sie sind aber noch weit weg von diesem Niveau. Aber es ist gut für die Jungs, dass sie hier sind. Sie sehen, woran es hapert.“ Dominik Kolb wird wohl wieder in der Verteidigung auflaufen, neben ihm stehen Tobias Beck und Lars Bosecker zur Verfügung. Im Sturm setzt Pasanen wieder auf drei Ausländer. Heißt: Oskar Autio muss zumindest am Freitag wieder auf die Tribüne. „Normalerweise hätte Oskar gespielt, aber ich brauche Charlie Sarault und C.J. Stretch“, erklärt der Deutsch-Finne.