Spielenachmittag 2: Hiroki Ito beim Torschuss vom Weißbierglas.Foto Robert Wagner
Emertsham/Schechen/Taufkirchen – Christoph Freund, Sportdirektor des FC Bayern München, ist bei den Rot-Weißen Lausbuam in Schechen zu Gast gewesen. Nach einem kleinen Navigationsfehler landete er zunächst bei einer gleichnamigen Pizzeria in Söchtenau und musste dann erst wieder neu den Weg finden. Mit ein wenig Verspätung war es dann aber doch so weit: „Habt‘s lang warten müssen?“, begrüßte er die Fans und sorgte damit sofort für eine lockere Stimmung.
Freund war nicht der einzige FC-Bayern-Akteur, der den Weg zu den Fanclubs in der Region fand. Star-Torwart Manuel Neuer besuchte die Bayern-Fans in Emertsham in der Gemeinde Tacherting, der japanische Abwehrspieler Hiroki Ito war in Taufkirchen im Landkreis Mühldorf unterwegs und Cheftrainer Vincent Kompany zog es nach Frasdorf.
Dabei hatten die Mannen des Rekordmeisters auch einige Spiele zu absolvieren. Freund probierte sich beim Dart-Match mit den Mitgliedern des 2019 gegründeten Fanclubs und gewann gleich die ersten beiden Partien. Im dritten Spiel musste er sich mit seinem zugelosten Teampartner knapp geschlagen geben. Eine gute Figur gab auch Kompany beim Masskrugstemmen ab. Weltmeister Neuer duellierte sich am Spieltisch mit den Fanclub-Bossen und musste dort sein Gefühl beweisen, während sich Ito zunächst beim Cornhole-Wettkampf gegen ausgeloste Fanclub-Mitglieder bewähren musste und dann auch noch an der Torwand ran durfte – teilweise mit dem Handicap, vom Weißbierglas schießen zu müssen.
Sehr interessant waren die Fragerunden – und da vor allem die Antworten. Freund gab Enblicke in seinen Alltag: „Es ist sehr abwechslungsreich. Ich arbeite täglich mit der Profimannschaft, dem Trainerteam und rund 40 bis 45 Mitarbeitern zusammen. Dazu kommen Kaderplanung, Scouting und Abstimmungen mit dem Campus, wo unsere jungen Talente ausgebildet werden.“ Ito verriet wenig überraschend, dass er lieber Sushi statt Schweinsbraten verzehrt und einen Abend mit der Familie einem Discobesuch vorziehen würde. Ungewöhnlich für einen Profifußballer hat der Japaner keine Spielekonsole zuhause. Neuer erzählte, dass er früher auf dem Bolzplatz lieber Feldspieler war, was auch die heimische Waschmaschine öfter zu spüren bekommen hätte. Torwart wurde er eher zufällig: Er kam als Letzter zur Mannschaft und der Trainer stellte ihn in den Kasten. Der zweimalige Champions-League-Gewinner war richtig gut gelaunt, was auch an der Antwort auf die Frage, wer denn sein bester Freund in der Mannschaft wäre, gipfelte: „Der Ball, dann lange nix…“, so Neuer. Für den Bayern-Freund, den Sportdirektor, wurde es dann noch einmal delikat, als nach dem nächsten Weltmeister gefragt und er vor die Wahl gestellt wurde: „Deutschland oder Österreich?“ Die Antwort kam prompt: „Österreich, ich bin immer noch Patriot. Am liebsten wäre mir Österreich als Weltmeister und der FC Bayern als Champions-League-Sieger.“
Die Bayern-Akteure mussten viele Foto- und Autogrammwünsche erfüllen. Sie durften sich in goldene Bücher eintragen und wurden als Ehrenmitglieder aufgenommen. Und nahmen Geschenke, zumeist bestehend aus regionalen Spezialitäten, mit – dafür hinterließen sie bei ihren Fans bleibende Eindrücke und jede Menge schöner Erinnerungen.