Kolbermoor – Die Bundesliga-Tischtennisdamen des SV DJK Kolbermoor müssen ihr Vorhaben, den deutschen Pokal ein drittes Mal zu holen, um ein weiteres Jahr verschieben. Vor heimischem Publikum gewannen sie in der Qualifikation zwar gegen den TTF Rastatt sowie den TTC Langweid jeweils mit 3:0, scheiterten am Sonntag in der B2X-Arena aber im Halbfinale mit 2:3 am späteren Sieger TTC Berlin. 900 Zuschauer haben an den beiden Tagen jedoch für eine hervorragende Kulisse gesorgt und gezeigt, dass Kolbermoors Verantwortliche insgesamt alles richtig gemacht haben, als sie sich entschieden hatten, diese Veranstaltung an die Mangfall zu holen.
Das heimische Team um ihren Trainer Dr. Michael Fuchs hatte bei der Auslosung der Gruppenphase das Glück, dem einen oder anderen Bundesligisten aus dem Weg gehen zu können und traf mit dem Drittligisten TTF Rastatt sowie dem Zweitligisten TTC Langweid auf zwei machbare Gegner. Dementsprechend präsentierten sich Annett Kaufmann und Co. auch und servierten den TTF Rastatt innerhalb von nicht einmal 60 Minuten von der Platte ab. Die deutsche Meisterin hatte dabei gegen Anna Gaiser beim 3:0-Sieg alles im Griff, wenngleich sie im zweiten Satz beim Stand von 4:3 fünf Zähler in Folge hinnehmen musste, letztlich aber doch mit 11:9 das bessere Ende für sich hatte. Auch Yu-Chiao Huang musste nicht unbedingt an ihre Grenzen gehen, um am Ende ebenfalls einen 3:0 Sieg gegen Jennie Wolf einzufahren. Trotz leichter Anlaufschwierigkeiten, der den Verlust des ersten Satzes mit 7:11 zur Folge hatte, stand am Ende insgesamt ein deutlicher 3:1 Erfolg von Tijana Jokic gegen Alina Vydruchenko zu Buche.
Auch im zweiten Spiel des Tages gegen den TTC Langweid, der auf seine Spitzenspielerin Mayuke Taira verzichten musste, hatten die Gastgeberinnen keine große Mühe und setzten sich klar mit 3:0 durch. Ein Beispiel der Überlegenheit lieferte Annette Kaufmann ab, die Ersatzspielerin Romy Steffen mit 11:2/11:2/11:2 abfertigte. Nach dem 3:0 Sieg durch Yu-Chiao Huang gegen Aleksandra Bokova durfte sich Kolbermoors Neuzugang Alina Zavarykina an Melanie Merk versuchen. Die Russin, die eigentliche die schwerste Aufgabe aller drei heimischen Akteurinnen zu bewältigen hatte, lag anfangs mit 0:2 im Hintertreffen. Ab dem dritten Durchgang bekam sie das Heft aber immer mehr in die Hand, schaffte den 2:2 Satzausgleich und ließ sich im entscheidenden fünften Durchgang nach der 5:2 Führung beim Seitenwechsel die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.
Dass es dann aber doch nicht zum Titelgewinn reichte, lag einmal mehr am TTC Berlin. Die Hauptstädterinnen, die fast alle ihre Topspielerinnen – unter anderem Xiaona Shan sowie Nina Mittelham – an Bord hatten, lösten ihre Aufgaben gegen den TuS Fürstenfeldbruck überaus souverän. Dem 3:0 Erfolg gegen den TuS Fürstenfeldbruck ließen sie das gleiche Ergebnis gegen den ESV Weil/Rhein folgen. Kurzzeitig zittern musste dabei nur Mia Griesel, die gegen Kornelija Riliskyte den dritten Satz trotz einer 9:6 Führung mit 9:11 doch noch abgab.
Im Halbfinale, in dem Kolbermoors Damen einmal mehr auf den TTC Berlin trafen, durften sich die Gastgeberinnen durchaus Hoffnungen machen, erfolgreich zu sein. Denn Annett Kaufmann kämpfte sich gegen Xiaona Shan in den Entscheidungssatz und gewann diesen mit 11:7. Nach dem 1:1 Ausgleich war es Yu-Chiao Huang, die für die nächste Überraschung sorgte. Gegen Nina Mittelham erreichte sie ebenfalls den fünften Durchgang, lag aber beim Seitenwechsel noch mit 4:5 im Rückstand. Mit einem Kraftakt und auch etwas Glück wehrte sie beim Stand von 9:10 einen Matchball ihrer Gegnerin ab und gewann mit 12:10. Im Spitzeneinzel, das wie die bereits vorhergehenden Duelle Werbung für den Tischtennissport mit sich brachte, musste sich Annett Kaufmann der Japanerin Yuka Kaneyoshi – obwohl sie den ersten Satz noch mit 11:9 für sich entscheiden konnte – letztlich in vier Durchgängen beugen. Im abschließenden Doppel, das nach dem 2:2 notwendig wurde, boten sich Kolbermoors Damen Huang/Jokic nur wenige Chancen auf einen Sieg. Trotz des unglücklichen Ausscheidens haben Kolbermoors Damen jedoch eine hervorragende Performance abgeliefert.
Das Endspiel gewann der TTC Berlin klar mit 3:0 gegen den TTC Weinheim, der sich zuvor im zweiten Halbfinale knapp mit 3:2 gegen den TSV Langstadt durchgesetzt hatte. Im Duell des deutschen Pokalsiegers, der seinen Titel damit verteidigen konnte, gegen den aktuellen deutschen Mannschaftsmeister legte Natalia Bajor mit dem 3:1 Sieg im Auftakteinzel gegen Tung-Chuan Chien den Grundstein zum späteren Erfolg.
Ergebnisse
Gruppenphase: Gruppe A: TSV Dachau 65 – SV Friedrichsgabe 3:0, TTC Weinheim – SV Friedrichsgabe 3:0, TTC Weinheim – TSV Dachau 65 3:0.
Tabelle: 1. TTC Weinheim 6:0 Sätze/4:0 Punkte, 2. TSV Dachau 65 3:3/2:2, 3. SV Friedrichsgabe 0:6/0:4.
Gruppe B: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – SU Neckarsulm 3:0, TSV Langstadt – SU Neckarsulm 3:0, TSV Langstadt – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 3:2.
Tabelle: 1. TSV Langstadt 6:2/4:0, 2. TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 5:3/2:2, 3. SU Neckarsulm 0:6/0:4.
Gruppe C: TTC Berlin – TuS Fürstenfeldbruck 3:0, ESV Weil/Rhein – TuS Fürstenfeldbruck 3:1, ESV Weil/Rhein – TTC Berlin 0:3.
Tabelle: 1. TTC Berlin 6:0/4:0, 2. ESV Weil/Rhein 3:4/2:2, 3. TuS Fürstenfeldbruck 1:6/0:4.
Gruppe D: SV DJK Kolbermoor – TTF Rastatt 3:0, TTC Langweid – TTF Rastatt 2:3, TTC Langweid – SV DJK Kolbermoor 0:3.
Tabelle: 1. SV DJK Kolbermoor 6:0/4:0, 2. TTF Rastatt 3:5/2:2, 3. TTC Langweid 2:6/0:4.
Halbfinale: TTC Berlin – SV DJK Kolbermoor 3:2, TSV Langstadt – TTC Weinheim 2:3.
Finale: TTC Berlin – TTC Weinheim 3:0.