Bernau – Experten und Fachleute sind überzeugt gewesen: Florian Knopf aus Bernau wird eine große Karriere als Langläufer hinlegen. Der heute 26-Jährige kam bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2019 mit der Staffel auf den dritten Platz, ebenso in der Gesamtwertung des Continental Cups bei der U20. Dazu wurde der Sportler vom SLV Bernau elfmal deutscher Meister in den diversen Nachwuchsklassen. Jetzt aber hat Florian Knopf seine Karriere für viele überraschend beendet.
„Mein großes Ziel war immer die Teilnahme an den Olympischen Spielen, davon habe ich immer geträumt. Leider wurde mir in den letzten Tagen bewusst, dass der Weg zu Olympia für mich nicht mehr realistisch ist“, so Knopf ehrlich. Dabei hatte er eine optimale Vorbereitung und sich ins Weltcup-Team gearbeitet. Bei den ersten Vorbereitungsrennen im finnischen Muonio zeigte er vielversprechende Leistungen. Bei den Weltcups in Ruka und Trondheim ist er dann aber seinen eigenen Erwartungen hinterhergelaufen. In der Kombination mit gesundheitlichen Problemen entschloss er sich schließlich, seine sportliche Karriere zu beenden. „Ich habe alles gegeben und weiß, dass ich nichts hätte besser machen können. Mir war dabei wichtig, keine Ausreden zu suchen, sondern ehrlich zu bleiben und anzuerkennen, dass es nicht gereicht hat“, so der 26-Jährige.
Er sagt, dass es eine persönliche Entscheidung gewesen sei. „Ich habe mich eng mit Menschen aus meinem persönlichen Umfeld ausgetauscht, die mich sowohl sportlich als auch menschlich gut kennen. Am Ende habe ich die Entscheidung selbst und bewusst getroffen. Mit innerer Klarheit und ohne äußeren Druck“, betont er. Rückblickend stellt er fast, dass sich seine Karriere auf eine Weise entwickelt hat, die er sich früher nie vorstellen konnte.
„Der Leistungssport war für mich immer mehr als nur die Ergebnisse, er war ein Sprungbrett fürs Leben. Ich konnte den Sport konsequent mit einer akademischen Ausbildung verbinden, obwohl viele gesagt haben, dass das nicht möglich ist“, sagt der Sportler. Er hat immer gelernt, mit Höhen und Tiefen umzugehen und Verantwortung für einen eigenen Weg zu übernehmen. „Der schmerzliche Tod meines Vaters hat mich zusätzlich geprägt und mir gezeigt, einfach loszugehen und Dinge nicht mehr aufzuschieben“, sagt er. Gesagt, getan: Zunächst verließ Florian Knopf das Zoll-Skiteam und wagte anschließend den Schritt über den großen Teich in die USA. Er bekam die Chance auf ein Sportstipendium an der University of Denver für einen Master im Management. „Ich wollte bewusst aus der Komfortzone und etwas Neues wagen. Die Kombination aus Sport und Studium ist in den USA ideal“, sagte er damals vor drei Jahren. „Neben dem Training und den Wettkämpfen habe ich mich akademisch weiterentwickelt und wertvolle internationale Erfahrungen gesammelt“, so der Sportler. Zwei Masterabschlüsse in Finanzwesen und Management konnte er absolvieren. „Diese Zeit hat mich sportlich, aber vor allem persönlich stark geprägt und mir eine breitere Perspektive gegeben“, so sein Fazit. Deshalb würde er diesen Weg zu 100 Prozent wieder gehen und nichts daran ändern. „Was am Ende meiner Karriere bleibt, sind nicht die Erfolge, sondern die Begegnungen, die Weggefährten, die besonderen Orte und die geteilte Leidenschaft.“
Vor der Zukunft ist dem 26-Jährigen nicht bange und er sieht es optimistisch, was auf ihn zukommen wird. „Ich habe viele Interessen und gehe diesen Schritt bewusst und vorbereitet. Ich möchte meine akademische Ausbildung mit den Fähigkeiten aus dem Leistungssport bündeln und sie in einem neuen beruflichen Umfeld einsetzen“, so Knopf. Bereiche wie Finanzen, Management oder Consulting, aber auch die Luftfahrt interessieren ihn gleichermaßen, ohne dass er sich jetzt aktuell festlegen möchte. Voraussichtlich wird sein erster Schritt ein Praktikum in der freien Wirtschaft sein. „Wichtig ist mir, im Einklang mit meinen Werten zu arbeiten und einen nachhaltigen Impact zu erzielen“, sagt er abschließend.