Ohne Punktverlust im neuen Jahr

von Redaktion

Aus der Starbulls-Statistik Unterzahl-Doppelpack in 28 Sekunden: Das ging schon einmal schneller

Rosenheim – Die Starbulls sind auch nach dem zweiten DEL2-Eishockey-Wo-
chenende des neuen Jahres noch ohne Punktverlust. Zugute kam dem ersatzgeschwächten Kader dabei, dass die beiden letzten Gegner, Kaufbeuren und Weißwasser, nicht nur dem unteren Tabellendrittel angehören, sondern auch selbst auf mehrere Leistungsträger verzichten mussten. Und so lösten die Mannen von Jari Pasanen die beiden Aufgaben nach gewissen Anfangsschwierigkeiten letztlich problemlos.

Aufgrund der Lücken im Angriff musste der Coach wieder auf die vier Kontingent-Feldspieler setzen, weshalb Goalie-Star Oskar Autio erneut durch Christopher Kolarz vertreten wurde. Und der packte seine Chance wieder beim Schopf und sorgte – natürlich mit kräftiger Unterstützung des gesamten Teams – für ein echtes Highlight. Shutouts in zwei Heimspielen hintereinander, dazwischen ein einziges Gegentor in Düsseldorf – das ist alles andere als Alltag im Rosenheimer Eishockey. Schauen wir doch, wann es so etwas zum letzten Mal gab! Kurze Antwort: In dieser Spielklasse noch nie! Im Oktober 2025 kassierte Autio gegen Nauheim und Düsseldorf je einen und gegen Weiden keinen Treffer: zwei Gegentore in drei Spielen. Ziemlich genau ein Jahr davor hielt er in zwei aufeinanderfolgenden Partien gegen Regensburg und Landshut seinen Kasten sauber, kassierte danach aber drei Tore in Crimmitschau. Ebenfalls Fehlanzeige. Um die letzte Phase mit einem Gegentor in drei Spielen zu finden, muss man bis zum Februar 2023 zurückgehen – und eine Klasse tiefer ins Aufstiegsjahr aus der Oberliga. Damals ließen abwechselnd Tomas Pöpperle und Kolarz gleich in sieben Spielen in Serie nur jeweils einen oder gar keinen Gegentreffer zu! Die Gegner hießen damals nacheinander Riessersee, Füssen, Memmingen, Passau, Klostersee, Bad Tölz und Weiden.

Bleiben wir bei den außergewöhnlichen Ereignissen und wechseln wir von der Defensive in die Offensive. Am Sonntag in Weißwasser ereignete sich gegen Ende des Mitteldrittels eine echte Rarität: Den Starbulls gelangen während einer zweiminütigen Unterzahl gleich zwei Shorthander binnen 28 Sekunden! Die Gedanken des Statistikers schweiften dabei spontan knapp 16 Jahre zurück, denn damals gelang das Gleiche in einem der spektakulärsten Spiele der Starbulls-Historie dieses Jahrtausends. Wir erinnern uns: Im Playoff-Halbfinale 2010 der damals bundesweiten Oberliga trafen die von Franz Steer gecoachten Rosenheimer (nur Fünfter der Punkterunde) auf den haushohen Favoriten aus Herne (20 Punkte vor den Starbulls) und deklassierten diesen im vierten Spiel vor gut 7.000 Fans mit 9:2! Dabei erwiesen sich Stephan Gottwald und Dylan Stanley als noch flotter als am Sonntag Scott Feser und Jorden Taupert, indem sie während einer Strafzeit gegen Robert Schopf innerhalb von 13 Sekunden aus einem 4:1 ein 6:1 machten! Danach stand bekanntlich nach drei Finalsiegen gegen Peiting der erstmalige Aufstieg in die 2. Bundesliga fest.

Zwei Unterzahltore in einem Spiel gab es mehrmals, deshalb sei hier nur noch an zwei weitere bedeutende Ereignisse erinnert. Am 7. April 2017 waren Tyler Scofield und Joseph Lewis im Playdown-Finale in Crimmitschau in Unterzahl erfolgreich. Trotzdem verloren die Starbulls das Match 4:5 in Overtime und stiegen vier Tage später in die Oberliga ab. Und noch ein erinnerungswürdiges Beispiel: Am 17. Januar 2016 nutzten Simon Fischhaber und Tyler McNeely beim 4:1 gegen Freiburg zwei, drei Minuten auseinanderliegende Rosenheimer Strafzeiten zu zwei Shorthandern. In diesem Spiel fiel sogar noch ein Dritter durch Wade MacLeod. Weil dieser aber in Unterzahl einen Penalty verwandelte (statistisch kein Unterzahltor) blieb es offiziell bei zwei.

Nach der Spanne von 125:40 Minuten ohne Gegentor vom Wochenende davor blieb Kolarz auch diesmal wieder 97:53 Minuten (drittlängste Spanne in der laufenden Saison) unbezwungen. Es ist dies bereits die zehnte Phase, in der den jeweiligen Gegnern mehr als 50 Minuten lang kein Treffer gelang. Für Kolarz war der Shutout gegen Kaufbeuren der zweite binnen einer Woche. Von den sieben Torhütern in der Liga mit mindestens zwei Shutouts brauchte er dazu die wenigsten Spiele, da er in jedem sechsten Spiel die Null festhielt.

Zwei interessante Details fielen außerdem noch auf: In beiden Heimspielen gegen die Kaufbeurer, denen übrigens in drei Begegnungen gegen die Starbulls nur ein Stürmertor gelang, mussten die Gastgeber keine Sekunde lang in Unterzahl spielen. Im ersten Heimspiel hob sich die einzige Rosenheimer mit einer gegnerischen Strafzeit auf, diesmal musste wie schon gegen Landshut überhaupt kein Rosenheimer auf die Strafbank.

Und waren es in Weißwasser am Sonntag die beiden Shorthander, die das Spiel letztlich entschieden, machten beim ersten Gastspiel in der Lausitz vier (!) Rosenheimer Powerplaytore den Unterschied. Die Sachsen konnten übrigens in den letzten fünf Matches gegen die Starbulls, in denen sie immer zwei Tore erzielten, keinen einzigen Punkt ergattern.

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