Dr. Fuchs: „Wir haben super gespielt“

von Redaktion

Kolbermoors Tischtennis-Damen ziehen positives Fazit – „Hongi“ Gotsch offiziell verabschiedet

Kolbermoor – Die deutschen Pokalmeisterschaften der Damen sind Geschichte und der Deutsche Tischtennis-Bund darf sich auf die Schultern klopfen, diese wichtige Veranstaltung an den SV DJK Kolbermoor vergeben zu haben. Es war mehr oder weniger ein hervorragendes Zusammenspiel zwischen dem Verein und auch der Stadt Kolbermoor, was besonders durch die Vorstandssprecherin Sabine Balletshofer-Wimmer und Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo zum Ausdruck kam. Auch Landrat Otto Lederer war bei seiner Eröffnungsrede von dieser Veranstaltung begeistert, hoffte aber auch, dass sich noch mehr Menschen sportlich betätigen.

Was das Sportliche betrifft, war es wirklich eine Veranstaltung, die europäisches Spitzentischtennis bot. Die Vereine boten zumeist ihre Spitzenspielerinnen auf, wenngleich dies nicht immer gelang. So musste beispielsweise der TSV Dachau 65, der einer von vier bayerischen Vereinen bei diesen Pokalmeisterschaften war, auf Seoyoung Byun wie auch auf Sabine Winter verzichten. Die 33-Jährige hatte sich beim WTT-Star-Contender-Turnier in Doha, das wenige Tage vor diesen Meisterschaften stattfand, verletzt und konnte deshalb nicht antreten. Wenngleich diese Begegnung mit 3:0 an die Damen des TTC Weinheim ging, so war es vor allen Dingen die ehemalige Kolbermoorerin Naomi Pranjkovic, die Yuan Wan, ebenfalls eine ehemalige Kolbermoorer Spielerin, alles abverlangte und erst im Entscheidungssatz den Kürzeren zog.

In jeder Hinsicht in Erinnerung bleiben wird nicht nur den Zuschauern die Begegnung in der Gruppe B zwischen dem TSV Langstadt und der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim, die mit 3:2 zugunsten der Hessinnen ausging. Abgesehen von der Spieldauer von 210 Minuten lag Langstadt im entscheidenden Einzel im vierten Satz mit 4:8 im Rückstand. Franziska Schreiner und Lorena Morsch gelang es dann aber doch noch, das Blatt zu wenden und gewann mit 11:9. Nicht gefährdet waren der TTC Berlin und auch Kolbermoors Damen, die ihre Aufgaben in den Gruppenspielen souverän lösten.

Auf heimischer Seite präsentierte der Klub mit Alina Zavarykina einen seiner beiden Neuzugänge. Die Russin feierte im Spiel gegen den TTC Langweid einen erfolgreichen Einstand, auch wenn sie sich gegen Melanie Merk in den ersten beiden Sätzen noch schwer tat und erst im Entscheidungssatz erfolgreich war. Die Halbfinalspiele unter den Augen des Präsidenten des Deutschen Tischtennis-Bundes, Konrad Grillmeyer, waren nichts für schwache Nerven und dauerten ebenfalls fast dreieinhalb Stunden. Dass der TTC Weinheim dabei mit 3:2 gegen den TSV Langstadt erfolgreich blieb, hatte man mitunter Tung-Chuan Chien zu verdanken, die im Schlüsselspiel Chantal Mantz mit 3:1 schlug und für die 2:1-Führung sorgte.

Und das vorweggenommene Endspiel zwischen Kolbermoors und Berlins Damen war sicherlich Werbung für den Tischtennissport. Dabei durften zunächst nicht nur die Zuschauer von einem möglichen Finale, sondern auch die Spielerinnen träumen. Denn Annett Kaufmann gelang es, Xiaona Shan mit 3:2 in die Knie zu zwingen und auch wenig später schloss sich Yu-Chiao Huang mit einem Fünfsatzsieg gegen Nina Mittelham an. In der vielleicht entscheidenden Begegnung biss sich dann aber Annett Kaufmann – trotz gewonnenem ersten Satz – an der Japanerin Yuka Kaneyoshi, die in der Bundesliga noch kein einziges Spiel verloren hat, die Zähne mit einer 1:3-Niederlage aus. Das Finale zwischen dem TTC Berlin und dem TTC Weinheim ging mit dem 3:0-Erfolg der Bundeshauptstädterinnen doch verhältnismäßig schnell über die Bühne.

Ein besonderes Highlight war natürlich die Verabschiedung von „Hongi“ Gotsch, die die Tischtennisszene über Jahre hinweg sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Bühne geprägt hat. Die 57-Jährige wird dem Tischtennissport – wenngleich auch in anderer Funktion – erhalten bleiben und auch ihr Wissen an jüngere Generationen weitergeben.

Bezüglich des Halbfinal-Aus meinte Kolbermoors Trainer Dr. Michael Fuchs nach diesem Turnier: „Wir hatten zwei Breaks und dann hätte Annett Kaufmann den dritten Punkt gegen die Abwehrspielerin Yuka Kaneyoshi machen müssen. Sie hat sehr gut gespielt. Ich kann Annett keinen Vorwurf machen, die Leistung der Japanerin muss man anerkennen. Wir haben super gespielt, in allen Partien eine gute Leistung geliefert. Ich kann meinen Spielerinnen keinen Vorwurf machen. Berlin hat schon eine sehr hohe Qualität an Breite.“

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