„Wir sind ein tolles Team“

von Redaktion

Inzeller Eisschnellläuferinnen holen EM-Bronze in Polen – Kraus gibt Senioren-EM-Debüt

Tomaszow – Mit einer Bronzemedaille im Gepäck sind die Inzeller Eisschnellläuferinnen von der Europameisterschaft aus dem polnischen Tomaszow zurückgekommen. Im Team-Sprint kamen Anna Ostlender, Katja Franzen und Isabel Kraus auf den dritten Platz. Sieger wurde Polen vor Belgien, das Team der Niederlande wurde disqualifiziert.

Achtbare Ergebnisse erreichten die DEC-Läuferinnen in den Einzelrennen. Anna Ostlender wurde über 1000 Meter in 1:18,215 Neunte, und über 500 Meter kam sie auf den elften Rang mit einer Zeit von 39,543. „Ich war sehr glücklich über die Medaille im Team-Sprint, und insgesamt hat es Spaß gemacht und war eine gute Erfahrung. Mit den 500 Metern war ich nicht zufrieden, weil einfach der Start nicht geklappt hat. Die 1000 Meter waren ganz in Ordnung, aber in der zweiten Runde ist mir einfach die Puste ausgegangen“, so Anna Ostlender mit ihren Erfahrungen bei der EM. Die von Claudia Pechstein betreute Ashley Völker sicherte sich über 3000 Meter den neunten Platz, im Massenstart wurde sie gute Sechste. Knapp an einer Medaille schrammte sie im Team-Pursuit vorbei. Zusammen mit Melissa Schröter und Marlen Ehseluns sprang der undankbare vierte Rang heraus. „Die Stimmung war sehr gut. Es lag vielleicht daran, dass wir mit voller Frauen-Power durch die Wettkämpfe geführt wurden“, sagte Ashley Völker. Denn als Team-Leaderin und gleichzeitig Trainerin war Claudia Pechstein gemeinsam mit ihren Kolleginnen Tatiana Kraus und Gunda Niemann-Stirnemann dabei. Für Völker war es die erste Europameisterschaft bei den Senioren, und es wartete starke internationale Konkurrenz auf sie. „Bei den 3000 Metern bin ich mutig ins Rennen gestartet und konnte auf dem schwer zu laufenden Eis ganz nahe an meine Bestzeit kommen und habe den neunten Platz erreicht“, so die 21-Jährige. Beim Team-Pursuit ging es in neuer Besetzung und begrenzter gemeinsamer Vorbereitung zu einer guten Leistung. „Im Massenstart war es von Anfang an ein viel schnelleres und längeres Rennen, als ich es von den Neo-Weltcups gewohnt bin, da nicht zehn, sondern 16 Runden gelaufen werden. So konnte ich meine Ausdauer gut nutzen und am Ende einen starken sechsten Platz erzielen“, so Ashley Völker. Die 21-Jährige sprach von einem guten und starken Gefühl. Schließlich stand an ihrer Seite Inzells Stützpunkt-Trainerin Pechstein. „Wir sind ein tolles Team und werden gemeinsam an unseren Zielen arbeiten“, kündigte sie an.

Isabel Kraus überzeugte bei ihrem Senioren-EM-Debüt nicht nur mit dem Gewinn der Medaille, sondern auch im Einzelrennen. Die 1500 Meter absolvierte sie auf Rang 12 in 2:02,917 Minuten. Über die Medaille sagte sie: „Wir haben nicht damit gerechnet, vor allem war das mein erstes Mal Sprint bei den Senioren. Deshalb war ich auch sehr aufgeregt. Außerdem sind wir erstmals in dieser Konstellation gelaufen“, so die 20-Jährige. „Anna und Katja sind auch Sprinter, wobei ich ja die Mittelstrecke laufe, deswegen war es für mich eine Herausforderung, am Start mit ihnen mitzukommen. Vor dem Lauf haben wir uns als Ziel genommen, sicher über die Runden zu kommen, ohne Risiko und Stürze. Das haben wir auch geschafft“, freute sich die Sportlerin. „Für mich war das eine Super-Erfahrung. Das erste Mal die EM und generell nach meiner langjährigen Knie-Reha, ich habe jeden einzelnen Moment geschätzt.“

Katja Franzen erreichte auf den Einzelstrecken Rang 13 über 500 Meter und Rang 14 über 1000 Meter. „Für mich kam die Qualifikation für die EM unerwartet, umso größer war die Freude, dass ich in diesem Jahr noch einmal international starten durfte“, so die 36-Jährige. Ein Jahr lang hatte sie in ihrer Trainingsgruppe in Kanada an ihrer Technik gearbeitet und konnte die Veränderungen gut umsetzen. „Im Wettkampf gelingt das unter Druck aktuell noch nicht immer wie gewünscht“, so Franzen. Deshalb arbeitet sie intensiv mit einem Sportpsychologen zusammen. Sie war überrascht, dass sie sich neben den 500 auch für die 1000 Meter qualifizieren konnte. Im Mittelpunkt stand aber der Team-Sprint: „Die Medaille zusammen mit meinen Vereinskolleginnen Anna und Isabel war eine tolle Belohnung für die harte Arbeit. Ich hoffe, dass ich beim Weltcup in Inzell wieder im Team-Sprint antreten darf.“

Josephine Heimerl startete nur über 1000 Meter und erreichte den 13. Platz. „Es war eine sehr gute Europameisterschaft. Unser junges Team war sehr motiviert“, so Trainerin Tatiana Kraus. „Wir wollen was erreichen, diese Mädchen sind unsere Zukunft, wir werden sehr behutsam arbeiten, damit sich da was entwickelt.“ Sie sprach von einer EM mit sehr hohem Niveau, da die meisten Nationen mit ihren Top-Teams angereist waren. Zu Anna Ostlenders Leistung meinte sie: „Sie hat alles versucht und ist gut in die erste Phase der Rennen gekommen, war dann aber sehr angespannt. Sie hatte zuletzt sehr viele Wettkämpfe, jetzt werden wir uns in Ruhe auf den Weltcup in zwölf Tagen in Inzell vorbereiten.“

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