„Ein Gehirnfurz, den man so selten sieht“

von Redaktion

Trainer Jari Pasanen schimpft nach 1:3-Niederlage der Starbulls gegen die Ravensburg Towerstars

Rosenheim – Die Siegesserie der Starbulls Rosenheim in der DEL2 ist gerissen. Gegen die Ravensburg Towerstars mussten sich die Eishockeyspieler von der Mangfall mit 1:3 geschlagen geben.

Der Spielfilm: Hätten die Towerstars über 60 Minuten so gespielt, wie in der Anfangsphase, wäre es wohl eine Blamage für die Starbulls geworden. Die Gäste traten aufs Gas und spielten die Hausherren regelrecht her. Die Führung durch Anselm Gerg war nur die logische Konsequenz. Danach fand aber auch Rosenheim in die Partie hinein, nahm die Zweikämpfe an und erspielte sich einige Chancen. Ilya Sharipov im Ravensburger Kasten agierte allerdings fehlerfrei. Auf der anderen Seite verhinderte Christopher Kolarz mit einer Monstertat das 2:0 durch Mark Rassell.

Im zweiten Abschnitt war es das gleiche Bild: Rosenheim war die spielbestimmende Mannschaft, Ravensburg setzte aber gefährliche Nadelstiche. Einer davon endete im 2:0: Erik Karlsson setzte Robbie Czarnik in Szene, der Kolarz über der Fanghand überwand – quasi eine genaue Kopie der Führung. Starbulls-Kapitän C.J. Stretch hatte nur 20 Sekunden später die Chance zur direkten Antwort, scheiterte aber mit einem Penaltyschuss an Sharipov.

Das letzte Drittel ist schnell erzählt: Rosenheim lief an, Ravensburg wartete auf Konter. Als Dominik Tiffels mit einem „Schuss“ aus der neutralen Zone – der vermutlich nicht als solcher gedacht war – Sharipov schockte und den Anschluss herstellte, hatten die Starbulls wieder größere Hoffnungen auf einen Punktgewinn. Das Momentum war aber wieder hin, als Dominik Kolb wegen eines Bandenchecks zurecht eine fünfminütige Strafe erhielt. Rosenheim verteidigte zwar leidenschaftlich und ließ nichts zu, der Ausgleich sollte aber auch danach nicht mehr fallen. Stattdessen stelle Czarnik mit einem Schuss in das leere Tor das 3:1 her.

Die Schlüsselszene: 51 Minuten mussten die Starbulls auf ihren ersten Treffer warten. Dann erlöste Dominik Tiffels seine Farben mit dem 1:2. Das Momentum war danach auf Seiten der Rosenheimer, alles war hergerichtet für eine heiße Schlussphase. Doch die Euphorie war schnell vorbei, als Dominik Kolb für fünf Minuten auf die Strafbank musste – eine dämliche Strafe zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. „Wir schießen acht Minuten vor dem Ende das Tor, das Momentum war komplett auf unserer Seite. Dann passiert ein Gehirnfurz, den man so selten sieht. Das hat wehgetan“, schimpfte Starbulls-Trainer Jari Pasanen.

Zum Lachen: Rosenheim stand am Ende zwar ohne Punkte da, viel schlechter waren die Hausherren aber definitiv nicht. Vor allem kämpferisch und läuferisch konnte man den Starbulls nicht viel ankreiden, am Ende waren es die Kleinigkeiten, die zwischen Sieg und Niederlage entschieden.

Zum Weinen: Es ist das ewige Thema: das Powerplay. Gegen Ravensburg hatten die Starbulls derer vier, große Torgefahr entstand dabei aber nur selten. Gerade in so einem engen Spiel kann man sich ein so schlechtes Überzahlspiel nicht erlauben. Da hat Jari Pasanen bis zu den Playoffs noch einiges zu tun.

Der Spieler des Spiels: Ilya Sharipov war der einzige Grund, wieso Ravensburg drei Punkte aus Rosenheim entführte. Der Torwart der Towerstars war eine Wand, brachte die Starbulls zum Verzweifeln und war letztlich auch nur durch ein krummes Eis aus der neutralen Zone zu überwinden.

Das war los mit: Förderlizenzspieler Sebastian Zwickl stand gegen Ravensburg nicht im Starbulls-Kader. Der 18-Jährige wurde von seinem Stammverein, den Augsburger Panthern, in der DEL benötigt. Beim Heimspiel gegen Frankfurt erlebte der Rosenheimer dabei einen besonderen Moment: In seinem zehnten Spiel in der höchsten deutschen Liga erzielte Zwickl seinen ersten Treffer. Er traf zum zwischenzeitlichen 4:1.

Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Ravensburg war zu Beginn deutlich besser. Wir haben zu viele schlechte Entscheidungen getroffen. Das Überzahl hat nicht geklappt, wie so oft. Viele Kleinigkeiten haben wir nicht richtig gemacht – das ist schon seit fünf Spielen so. Deswegen bin ich sauer. Die zwei Gegentore waren zu schwach gespielt. Die besten Gegenspieler stehen auf dem Eis und wir spielen wie 14-jährige Mädchen. Insgesamt war es ein sehr gutes Spiel, aber in einigen Momenten haben wir nicht professionell gehandelt.“

Bo Subr, Ravensburg Towerstars: „Ich bin sehr glücklich, Punkte mitzunehmen. Rosenheim ist ein starker Gegner, der gut verteidigt. Wir hatten ein gutes erstes Drittel. Wir wollten diszipliniert spielen, hatten unglücklicherweise aber früh drei Strafzeiten. Zum Glück haben wir in Unterzahl einen guten Job gemacht. Und wenn dein Torwart so spielt, wie heute, hilft es dem Team natürlich.“

Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Ravensburg Towerstars 3:1 (0:1,0:1,1:1). Starbulls: Kolarz (Müller) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Bosecker, Van der Linde; Beck – Feser, Sarault, Pulkkinen; Dietz, Stretch, Järveläinen; Musin, Calce, Taupert; Stein, Kolb, Achatz.

Tore: 0:1 (4.) Gerg/Hauf, Latta; 0:2 (36.) Czarnik/Karlsson/Rassell; 1:2 (52.) Tiffels; 1:3 (60.) Czarnik.

Schiedsrichter: Palkövi/Singaitis; Starminuten: Rosenheim 9, Ravensburg 10; Zuschauer: 3790.

Das nächste Spiel: Am Sonntag müssen die Starbulls in den Breisgau, Spielbeginn in Freiburg ist um 18.30 Uhr.

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