Biathlon

Schweigeminuten für Bakken und Dahlmeier

von Redaktion

Es war der emotionale Höhepunkt einer gelungenen Eröffnungsfeier im Championspark. Wegen der Beisetzung von Sivert Guttorm Bakken am selben Tag war das norwegische Team eigentlich nicht für den Einmarsch der Nationen eingeplant. Doch zur Überraschung aller – auch der Organisatoren – kamen die Skandinavier auf die Bühne und sorgten damit für die ein oder andere Träne bei den etwa 2.500 Zuschauern.

Das Team trauerte in
einer kleinen Kapelle

Bakken war im Dezember verstorben, am Dienstagvormittag fand die Beerdigung in seiner Heimatstadt Lillehammer statt. Seine Mannschaftskollegen konnten im kleinen Kreis in einer Kapelle in Ruhpolding von ihm Abschied nehmen. Dies hatten die Weltcup-Organisatoren ermöglicht. „Die Biathlonfamilie ist ein wichtiger Punkt. Das prägt auch unseren Ort, dass wir in solchen Stunden zusammenstehen. Egal, ob es ein deutsches Team ist oder ein internationales, wie jetzt Norwegen“, erklärte Bürgermeister Justus Pfeifer dazu.

Bei der Eröffnungsfeier ließ man zu Beginn des Einmarsches lediglich das Fahnenkind mit der norwegischen Flagge auf die Bühne kommen. Es folgte eine Schweigeminute für den Verstorbenen. Nachdem die Hälfte der Nationen eingelaufen war, folgte das Unerwartete: Die Norweger kamen doch – und zwar mit vielen Athleten und Betreuern, darunter Damentrainer Patrick Oberegger. Die Situation hinterlasse Spuren, erklärte der ehemalige italienische Biathlet. Was den Auftritt bei der Eröffnungsfeier betraf, „waren wir ein bisschen unsicher, was wir machen sollen“, so der 47-Jährige mit Tränen in den Augen. „Wir könnten uns verkriechen oder aber die gute Stimmung hier aufsaugen. Es muss weitergehen.“ Man freue sich, „jetzt das zu machen, was wir können – und das ist Biathlon. Wir müssen einen Schritt vor den nächsten setzen.“

Auch im Stadion wurde den im letzten Jahr so tragisch verstorbenen Athleten noch einmal gedacht. Als die Bilder von Laura Dahlmeier und Sivert Guttorm Bakken auf großen Videoleinwänden gezeigt wurden, war es mucksmäuschenstill in der Chiemgau Arena.chai

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