Auch mit „jungen Wilden“ eingespielt

von Redaktion

Der Generationswechsel im Ruhpoldinger Funktionsteam läuft

Ruhpolding – Die Organisation für den Weltcup in Ruhpolding ist seit vielen Jahren gut eingespielt. Dennoch kann es immer wieder mal zu Veränderungen kommen. So auch in diesen Tagen. Einige Positionen wurden neu besetzt, die „jungen Wilden“ haben Verantwortung übernommen. Einer davon ist Maximilian Herrmann: Der Ruhpoldinger (30) war zum ersten Mal als alleiniger Wettkampfleiter im Einsatz.

Geboren ist Herrmann in München. Danach ging’s in die Nähe von Augsburg, ehe 2008 Ruhpolding seine neue Heimat wurde. Er selbst startete als Biathlet für den SC Ruhpolding. 2017 hörte er mit dem Sport auf. Klar, dass man mit dieser Vita irgendwann mit dem Weltcup in Berührung kommt. Herrmann half in der Vergangenheit bereits einige Jahre auf der Strecke immer wieder mit. Auch bei kleineren nationalen Events. Nachdem er 2017 mit seinem Studium (Holzbau) in Rosenheim angefangen hatte, wurde es mit der Großveranstaltung im Januar schwierig, „da war meistens Prüfungsphase“. Wenn es sich dennoch ausging, war er natürlich dabei.

Lange Zeit lag die Wettkampfleitung in den Händen von Alois Reiter. „Alois hat das hier auf den Stand gebracht, wo wir heute sind“, so Herrmann, der früher mit dem gleichaltrigen Sohn Reiters im Biathlon aktiv war. Man kannte sich daher schon länger. Irgendwann sei man ins Gespräch gekommen – und Herrmann entschied sich dafür, das Amt zu übernehmen. In den vergangenen beiden Jahren arbeitete er bereits an der Seite seines Vorgängers. „Dadurch hatte ich einen guten Lehrer, ohne seine Unterstützung hätte das noch länger gedauert“; betont der 30-Jährige.

Heuer war er nun zum ersten Mal alleine als Sportlicher Leiter im Einsatz, „natürlich immer noch in Rücksprache mit Alois, falls es noch Fragen gibt“. Damit übernahm Herrmann große Verantwortung – und auch eine Menge an Arbeit. Dazu gehört die Abstimmung mit den einzelnen Abteilungen – unter anderem Strecke, Schießstand oder Materialkontrolle. Zudem „bin ich quasi das Sprachrohr zwischen der IBU und unseren Leuten“, so der Ruhpoldinger, der generell den Biathlon verfolgt. Dabei fiebert er mit alten Bekannten mit. Wie etwa mit Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl), mit dem er früher selbst auf der Loipe stand. Oder mit der Schweizerin Lena Häcki-Groß, der Ehefrau seines besten Kumpels Marco Groß. Außerdem geht Herrmann in seiner Freizeit gerne zum Langlaufen. Zumindest wenn er die Zeit dazu hat.

Denn auch beruflich ist Herrmann gut eingespannt. Nachdem er noch den allgemeinen Bauingenieur absolvierte, ist er seit 2023 fest bei einem Unternehmen angestellt. Er kümmert sich um die Tragwerksplanung. Sein Arbeitgeber ermöglicht es ihm, immer in der Weltcup-Woche im Januar Urlaub zu haben und generell flexibel zu sein, um auch bei kleineren nationalen Bewerben in der Chiemgau-Arena wie etwa Schülercups vor Ort sein zu können. „Das funktioniert alles gut, sonst könnte ich das nicht machen.“

Neben Herrmann haben beim Weltcup auch in anderen Abteilungen junge Menschen Verantwortung übernommen. Wie etwa Tamara Schebler (31) als Wettkampfsekretärin, Florian Eisenberger (34) als Chef der Materialkontrolle oder Maximilian Heinz (29) als Schießstandchef. Alle machten die Ausbildung zum Internationalen Kampfrichter, die für diese Funktionen Voraussetzung ist. Auch Außenstehenden wird vor Ort und beim Blick hinter den Kulissen schnell klar, wie eingespielt man in Ruhpolding ist.chai

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