Rosenheim – Die Starbulls Rosenheim schlagen mit einem 3:1-Sieg bei den Wölfen Freiburg zurück und holen nach der Heimpleite gegen Ravensburg drei wichtige Punkte in der Ferne. Zurück im Tor bei den Grün-Weißen war Oskar Autio, der sein erstes DEL2-Eishockeyspiel 2026 bestritt.
Der Spielfilm: Nur 58 Sekunden hatten die Starbulls gebraucht, um mit 1:0 in Führung zu gehen. Scott Feser schlich sich unbemerkt vor den Freiburger Schlussmann Patrik Ceverny und fälschte einen Schuss aus spitzem Winkel unhaltbar ab. Die Hausherren wirkten von der frühen Führung ein wenig verunsichert, fanden den Faden im Laufe des ersten Durchgangs wieder. Die Starbulls kamen zwar immer wieder mit langen Pässen hinter die gegnerische Abwehr, konnten sich im Wölfe-Drittel nicht richtig festspielen.
Das zweite Drittel begannen die Mannen von der Mangfall direkt in Unterzahl, konnten dem Powerplay der Breisgauer aber gut standhalten. Im Mitteldrittel egalisierten sich die Teams weitestgehend. Die Wölfe waren hier deutlich im Chancenplus. Mit 11:5 Torschüssen beschäftigten sie den Finnen Autio im Rosenheimer Kasten deutlich mehr als die Gäste den Deutsch-Tschechen Cerveny auf der anderen Seite.
Im Schlussabschnitt gelang Ville Järveläinen dann nach nur zwei Minuten der zweite Starbulls-Treffer. Kilian Kühnhauser sollte im Vorfeld für zwei Minuten auf der Strafbank verschwinden, der Starbulls-Angreifer Järveläinen aber traf bereits nach 37 Sekunden in Überzahl zum 2:0 für seine Farben. Dass das noch schneller geht, zeigte Freiburgs Shawn O‘Donnell: Er traf bereits nach acht Sekunden Powerplay zum 1:2-Anschluss aus Sicht der Gastgeber. Für die Entscheidung sorgte kurz darauf Youngster Michael Musin. Der Stürmer nahm genau Maß und schlenzte den Puck sehenswert zur 3:1-Vorentscheidung für die Starbulls in die Maschen.
Die Schlüsselszene: Michael Musins Treffer zum 3:1. Der 19-Jährige kam auf der linken Seite in Scheibenbesitz und feuerte das Spielgerät aus der Distanz sehenswert auf Cervenys Fanghandseite passgenau in den Winkel. „Das war ein wichtiges Tor“, lobte Starbulls-Trainer Jari Pasanen seinen Schützling nach dem Spiel.
Zum Lachen: Der Auswärtssieg der Starbulls beim Playdown-Kandidaten war aus zweierlei Hinsicht wirklich wichtig. Zum einen zeigten die Rosenheimer, dass sie auch in Spielen, in denen es offensiv nicht ganz so gut läuft, gewinnen können, zum anderen bleibt man mit diesen drei Punkten in unmittelbarer Schlagdistanz auf den zweiten Tabellenplatz. Denn Kassel – jetzt zwei Punkte vor Rosenheim – patzte gleichzeitig im Spitzenspiel gegen Krefeld (1:2).
Zum Weinen: Die Partie wirkte aufgrund der abwartenden Spielweise beider Mannschaften teilweise etwas zäh. Das gipfelte im zweiten Durchgang, als keines der beiden Teams einen Treffer erzielte.
Der Spieler des Spiels: Oskar Autio glänzte nach drei Wochen ohne einen einzigen Einsatz im Kasten der Rosenheimer. Der Finne überzeugte mit einer fabelhaften Fangquote von 96,77 Prozent und hätte beinahe zu Null gespielt, wäre da nicht das Powerplay-Tor im letzten Drittel gewesen. „Ich bin sehr froh, dass ich zwei hervorragende Torhüter habe. Oskari hat jetzt nach langer Pause wieder gezeigt, dass er heute wieder der beste Mann auf dem Eis war“, sagte Pasanen.
Was war los mit: Kapitän C.J. Stretch? Der US-Amerikaner war wegen Autios Einsatz zum Zuschauen verdammt. In der DEL2 sind nur vier ausländische Spieler im Spieltagskader zugelassen. Für Stretch rückte Scott Feser auf die Center-Position in der zweiten Angriffsreihe, und Michael Musin durfte im ersten Sturm neben Charlie Sarault und Teemu Pulkkinen auflaufen.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Freiburg hat uns das Leben wirklich schwer gemacht, besonders die Top-Sechs-Stürmer. Sie haben druckvoll und gut gespielt. Aber Oskar Autio war da und hat uns mehrmals gerettet. Es war nicht schön, aber das Herz war da und die Jungs wollten die Kleinigkeiten, die wir am Freitag nicht gut gemacht haben, besser machen.“
Juraj Faith, Wölfe Freiburg: „Ich kann nichts Schlechtes über mein Team sagen. Wir haben ein gutes Spiel mit vielen Chancen gezeigt. Aber wir haben es wieder nicht geschafft, zu treffen. Und das ist der Unterschied gegen gute Teams und Teams, die unten stehen.“
Die Spielstatistik: Wölfe Freinurg – Starbulls Rosenheim 1:3 (0:1, 0:0, 1:2). Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Bosecker, Van der Linde – Musin, Sarault, Pulkkinen; Dietz, Feser, Järveläinen; Beck, Calce, Taupert; Stein, Kolb, Achatz.
Tore: 0:1 (1.) Feser/Adam, Järveläinen, 0:2 (43.) Järveläinen/Adam, Feser – PP1, 1:2 (54.) O‘Donnell/Ilestedt, Linsenmaier – PP1, 1:3 (56.) Musin/Sarault, Adam.
Schiedsrichter: Voit/Lajoie; Starminuten: Freiburg 4, Rosenheim 10; Zuschauer: 2367.
Das nächste Spiel: Bereits am Dienstag um 19.30 Uhr sind die Starbulls beim EC Bad Nauheim gefordert. Für Jari Pasanens Mannschaft geht es gleich weiter nach Hessen. Die Rosenheimer werden erst am Mittwoch wieder in der Heimat erwartet.