Ausgerechnet Ravensburg

von Redaktion

Aus der Starbulls-Statistik Alptraum-Gegner klaut den Rosenheimern die ersten Punkte des Jahres

Rosenheim – Für die Starbulls Rosenheim sind zwei Bayern-Baden-Württemberg-Vergleiche auf dem Plan gestanden. Erst kamen die Ravensburger Towerstars an die Mangfall, dann ging es nach Freiburg.

Und dass man dabei auswärts erfolgreicher war als auf eigenem Eis, konnte eigentlich niemanden überraschen. Denn nicht genug, dass die Rosenheimer ohnehin in der Fremde (2,11 Punkte pro Spiel) erfolgreicher agieren als zu Hause (1,83), nein, es kommt dazu, dass der Gast vom Freitag traditionell die Nase gegen die Starbulls vorn hat. Im elften Zusammentreffen seit Rosenheims Wiederaufstieg siegten die Ravensburger bisher achtmal, und das ohne Overtime, und ließen dabei dreimal nur einen Treffer zu. Dreimal blieb Goalie Ilya Sharipov schon ohne Gegentreffer. Es hätte sogar den vierten Shutout geben können, hätte er nicht bei Dominik Tiffels‘ Befreiungsschuss von der eigenen blauen Linie einen Blackout gehabt. Der Rosenheimer Verteidiger hat damit mit vier Toren den Saisonrekord seiner Karriere eingestellt. Dreimal zuvor waren ihm in einer Spielzeit vier Treffer gelungen, einmal sogar eine Klasse höher (2019/20) für die Kölner Haie. Aber auch so ist Sharipov der Mann mit den meisten DEL2-Shutouts gegen Rosenheim. Ein Teamkollege von ihm hat sich an die Spitze einer anderen Rangliste gesetzt: Topstürmer Robbie Czarnik hat in dieser Saison bereits dreimal getroffen und mit sieben Toren den Regensburger Corey Trivino, bisher Rosenheimer Alptraum Nummer Eins seit dem Wiederaufstieg, eingeholt. Das gleiche hätte auch dem Freiburger Niko Linsenmaier gelingen können, doch der blieb am Sonntag torlos.

Durch den Ravensburger Sieg riss auch die Positiv-Serie der Starbulls, die im neuen Jahr noch ohne Verlustpunkt gewesen waren. Immerhin war es aber bereits die vierte Mini-Serie in der laufenden Spielzeit: Zum zweiten Mal gab es vier Siege am Stück, zweimal auch schon deren sechs. Und: Nach dem sonntäglichen Gewinn in Freiburg steht eine weitere Mini-Serie in der Bilanz, nämlich drei Auswärtssiege.

Mit den Spielen gegen Freiburg ist es schon eine komische Sache. Auf eigenem Eis ist für die Starbulls dabei alles klar. Da gab es nämlich bisher fünf Siege, wobei man einmal in die Verlängerung musste. Im Breisgau aber ergibt sich die kuriose Tatsache, dass man von sechs Gastspielen dort zwar noch nie ganz ohne Punkt heimkehrte, aber schon viermal in Overtime oder Penalty-Schießen den Kürzeren zog.

Manchmal scheint im Rofa-Stadion das gegnerische Tor richtiggehend vernagelt. Bereits zum vierten Mal reichte es da nur zu einem einzigen Tor, wobei natürlich alle diese Partien verloren gingen. Auswärts traf man nur in einer Partie bloß einmal (in Krefeld), in Regensburg ging man einmal leer aus. Insgesamt fielen bei gleicher Spieleanzahl auswärts zehn Rosenheimer Treffer mehr. Extremes Sinnbild dafür ist Toptorjäger Ville Järveläinen, von dessen sechzehn Toren nur ganze zwei in eigener Halle erzielt wurden, während er – überspitzt ausgedrückt – in gegnerischen Stadien Furcht und Schrecken verbreitet. Toptorjäger der Heimspiele ist übrigens Jordan Taupert, der dabei „nur“ sechsmal traf.

Wesentlich für den Sieg in Freiburg waren zweifellos die frühen Tore. Scott Feser traf bereits nach 53 Sekunden, der bisher früheste Saisontreffer vom Spielbeginn an. Schneller zum Start eines Abschnitts war bisher nur Lewis Zerter-Gossage, dem gegen Landshut nach 46 Sekunden der Overtime-Siegtreffer gelang. Und auch Järveläinens 2:0 in der 43. Minute war eine neue Saison-Bestleistung, denn in den ersten vier Minuten eines Schlussdrittels war bisher noch kein einziges Rosenheimer Tor gefallen.

Als aktuelles Schreckgespenst für die Freiburger erweist sich in dieser Saison Starbulls-Verteidiger Maximilian Adam, der in den drei bisherigen Partien bereits sechs Scorerpunkte gesammelt hat. War es im ersten Spiel nur ein Assist, folgten nach zwei Toren in der zweiten Partie nun gleich drei Torvorlagen gegen die Wölfe.

Eine ähnlich starke persönliche Bilanz gegen einen einzelnen Gegner hat nur Järveläinen, der gegen Düsseldorf in drei Spielen auf drei Tore und drei Assists kommt. Drei Assists durch einen Verteidiger in einer Begegnung, das schafften letzte Saison nur Shane Hanna, Maximilian Vollmayer und der jetzige Krefelder Defensivmann Zack Dybowski, dieser allerdings gleich dreimal.

Artikel 1 von 11