Waldkraiburg – Es hätte so schön sein können – wenn es schön gewesen wäre: Die Eishockey-Bayernliga spielte am Sonntagabend kollektiv für den EHC Waldkraiburg, doch der VfE Ulm, zu Gast bei den Löwen, hatte andere Pläne. Statt auf Rang fünf vorzurücken, der bei einem Sieg möglich gewesen wäre, verbleibt Waldkraiburg nach der 2:4-Heimniederlage vorerst auf dem achten Tabellenplatz. Die gute Nachricht: Da auch alle Teams vor den Löwen Federn lassen mussten, bleibt die Ausgangslage für den EHC unverändert.
Die Löwen gingen mit einem neuen, alten Gesicht im Kader in die Partie. Nach der schweren Verletzung von Kapitän Nico Vogl am Freitag rückte Sebastian Stanik aus der „Oans Bee“ in den Kader der „Ersten“. Auch Florian Engel wurde aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Die Partie begann ausgeglichen, mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Nach rund fünf Minuten suchte Leon Decker Santeri Ovaska am linken Torpfosten des Ulmer Gehäuses, doch Ovaska traf den Puck nicht sauber. In der neunten Minute fiel dann der Führungstreffer für die Löwen: Stanik brachte den Puck aus der Drehung in Richtung Tor, wo dieser von einem Ulmer Spieler unhaltbar abgefälscht wurde und zum 1:0 einschlug. In der Folge erspielten sich die Gäste aus Ulm die besseren Möglichkeiten. Eine davon entschärfte Löwen-Keeper Maximilian Englbrecht sehenswert, als er mit einem Hechtsprung und dem Schläger einen sicher geglaubten Treffer verhinderte.
Das zweite Drittel eröffnete Leon Decker mit einem Pfostentreffer. Wenige Minuten später tauchte Jakub Šrámek frei vor Ulms Torhüter Heckenberger auf, doch auch diese Gelegenheit blieb ungenutzt. Nur Sekunden später setzte Florian Maierhofer den Puck ebenfalls an den Pfosten – ein Sinnbild für das zunehmende Löwen-Pech. Trotz der guten Chancen der Hausherren übernahm Ulm nach und nach die Kontrolle über das Spiel. Folgerichtig gelang den Gästen während einer Strafe gegen Waldkraiburg der Ausgleich. Bohumil Slavicek traf im Slot vor Englbrecht per Rückhand zum 1:1. Besonders bitter für die Waldstädter: Dabei sollte es nicht bleiben. Nur zwölf Sekunden später veredelte Mathias Nilsson Rakell einen sauber vorgetragenen Ulmer Angriff. Dass auch die Löwen an diesem Abend durchaus zu sehenswerten Kombinationen fähig waren, zeigten sie nur knapp eine Minute später. Anthony Dillmann spielte auf Daniel Hora, der wiederum vor das Tor auf Jakub Šrámek querlegte. Dieser musste nur noch zum 2:2-Ausgleich einschieben. Doch das Drittel war noch nicht vorbei: In doppelter Unterzahl hielten die Löwen dem Ulmer Druck lange Stand, ehe Anwander den Puck doch noch über die Linie drückte und seine Mannschaft mit einer 3:2-Führung in die Kabine schickte.
In der Pressekonferenz übte Trainer Jürgen Lederer deutliche Kritik am dritten Team auf dem Eis – den Schiedsrichtern. Der Löwen-Coach bemängelte eine fehlende klare Linie und monierte Pfiffe, die aus seiner Sicht einseitig verteilt wurden. Ob dies spielentscheidend war? Für die Löwen verlief die Partie im Schlussabschnitt zunehmend zäh. Ulm, zufrieden mit der Führung, machte defensiv dicht und stellte den Waldkraiburger Angriff vor große Probleme. Rund vier Minuten vor dem Ende, erneut in Unterzahl, besorgte Podešva schließlich das 4:2 für die Gäste und raubte den Löwen damit endgültig die Hoffnung auf wichtige Punkte. Der EHC Waldkraiburg muss damit weiter um seine Ausgangsposition kämpfen.