Inzell – In der Inzeller Max Aicher Arena steht am Wochenende das Weltcup-Finale im Eisschnelllaufen auf dem Programm. Es ist auch der letzte Weltcup vor den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina. Sieben Eisschnellläufer vom DEC Inzell werden dabei an den Start gehen. Die sechs Damen sind Anna Ostlender, Maira Jasch, Isabel Kraus,
Josephine Heimerl, Ashley Völker und Katja Franzen. Einziger männlicher Teilnehmer ist Gabriel Groß. Für Ostlender, Jasch und Groß wird es die Generalprobe vor den Spielen in Italien sein.
Die Athleten im Überblick:
Anna Ostlender (23) startet über 500, 1000 und 1500 Meter. Die Viel-Starterin ist für Olympia in Mailand nominiert worden, dementsprechend hat sie im Vorfeld ihr Konzept für den Heim-Weltcup ausgerichtet: „Es wird jetzt auch ein Test für Mailand werden“, so die 23-Jährige. Zuletzt haderte sie bei der Europameisterschaft mit ihrem Start bei den 500 Metern. Über 1000 Meter war sie zum Teil zufrieden, in der letzten Runde ging ihr nach eigenen Angaben die Luft aus. In Inzell geht sie neben den kurzen Strecken auch über 1500 Meter an den Start. „Da möchte ich auf Fälle an meine persönliche Bestzeit kommen und auf 1000 Meter auch einen guten Lauf zeigen“, nimmt sie sich vor.
Katja Franzen (36) startet über 500 und 1000 Meter. Die Älteste im Inzeller Team freut sich auf ihren Heim-Weltcup. „Ich will diesen Weltcup ganz bewusst genießen. Ich möchte die technischen Fortschritte aus dem Training im Wettkampf zeigen“, so Franzen. Seit einiger Zeit arbeitet sie mit einem Psychologen zusammen. „Auf der Bahn in Inzell, auf der ich jahrelang trainiert habe und die sich wie zuhause anfühlt, ist das etwas ganz Besonderes“, so die 36-Jährige. „Vor vertrauten Gesichtern auf der Tribüne zu laufen und gemeinsam mit meinen Team-Kollegen auf dem Eis zu stehen, macht diesen Weltcup für mich etwas Einmaliges.“ Sie hofft auf einen Einsatz im Team-Sprint, in dem sie zuletzt bei der Europameisterschaft zusammen mit Anna Ostlender und Isabel Kraus Bronze gewann.
Isabel Kraus (20) startet über 1000 und 1500 Meter. „Ich bin jetzt noch nicht aufgeregt, aber das wird noch kommen. Ich freue mich darauf, weil es ein Heim-Weltcup ist“, sagt die 20-Jährige, deren Eltern zum Trainerteam der DESG gehören. „Die Bahn in Inzell ist für mich vertraut, ich habe gut trainiert. Zuletzt hatten wir viele Wettkämpfe, da blieb nicht viel Zeit, um sich auf den Weltcup vorzubereiten, ich bin aber ganz gut drauf“, meint sie. Kraus hofft, dass sie im Rennen über die Mittelstrecke ihren gewohnten Ablauf findet. „Heißt: Technisch alles gut umsetzen. Große Ziele setze ich mir nicht, ich will einfach mein Bestes geben. Über 1000 Meter hoffe ich aber auf eine neue persönliche Bestzeit“, so die 20-Jährige.
Maira Jasch (20) startet über 3000 Meter. „Ich freue mich besonders darauf, in Inzell zu laufen, denn auf dieser Bahn bin ich groß geworden. Mir gefällt die Bahn, auch das Umfeld ist hier sehr gut“, schwärmt sie im Vorfeld des Weltcup-Finales. „Für mich ist es sehr wichtig, dass meine Familie und Freunde hier sein können“, fügt sie hinzu. Bei der Europameisterschaft zuletzt war sie nicht am Start. Stattdessen hat sie eine Trainingsphase hinter sich. „Die war notwendig, denn der Weltcup in Inzell ist ein wichtiger Einstieg, um auf dem Weg zu den Olympischen Spielen wieder in das internationale Wettkampfgeschehen reinzukommen“, so Maira Jasch. Deswegen dämpft sie zu hohe Erwartungen: „Aber ich werde mein Bestes geben“, verspricht die 20-Jährige.
Ashley Völker (21) startet über 3000 Meter. „Ich freue mich riesig, dass ich mich durch meine starken Leistungen für die 3000 Meter qualifizieren konnte. Ich trainiere täglich in der Max Aicher Arena und bin sehr stolz, hier bei den Senioren laufen zu können“, freut sich die 21-Jährige. Unterstützt wird sie bei ihrem ersten Weltcup von ihrer Familie und Freunden. „Das erhöht natürlich auch ein wenig mehr meine Aufregung, aber die Stimmung in der hoffentlich gut gefüllten Halle wird sicher super werden“, hofft sie. Trainiert wird Ashley Völker von der ehemaligen Weltklasse-Läuferin Claudia Pechstein, die in Inzell Stützpunkttrainerin ist. „Sie gibt mir auf den Weg, dass ich die tolle Atmosphäre genießen soll“, sagt sie. „Ich habe nichts zu verlieren und soll Spaß haben, dann kommt auch ein gutes Ergebnis heraus“, ist sie sich sicher. „Claudia wird mich auf dem Eis coachen, wir sind ein tolles Team“, meint sie abschließend.
Gabriel Groß (21) startet über 1500 und 5000 Meter. „Wir befinden uns inmitten eines Trainings-Blocks für Olympia und trainieren hart. Daher wird das hier in Inzell mehr ein Trainingswettkampf“, verrät der 21-jährige Ruhpoldinger. „Die Qualifikation für Olympia ist nun bekannt, wir hatten eine optimale Vorbereitung dafür“, sagt Groß, der aus einer sportlichen Familie kommt. Vater Ricco Groß war ein Weltklasse-Biathlet, Mutter Kathrin eine Alpin-Skifahrerin. Die Brüder Marco und Simon waren als Biathleten unterwegs. „Natürlich ist es etwas Besonderes, auf der Heimat-Bahn zu laufen, zudem noch bei einem ‚Groß-Ereignis‘“, meint er schmunzelnd in Anspielung auf seinen Namen. „Es ist immer schön, wenn bekannte Leute zuschauen. Um fair zu sein, steht der Weltcup etwas im Schatten von Mailand. Es ist allerdings schön, dass sich Inzell präsentieren kann“, sagt er.
Josephine Heimerl (25) startet über 500 und 1000 Meter. Mit ihren 25 Jahren gehört Heimerl zu den erfahrenen Sportlerinnen, trotzdem ist ihre Freude riesig: „Bei einem Heimweltcup am Start zu stehen ist ein kleiner Kindheitstraum, der für mich in Erfüllung geht. Sportlich gesehen wünsche ich mir, die besten Rennen meiner Saison zu zeigen“, so ihr Wunsch. „Ich will persönliche Bestzeiten laufen, das ist auf jeden Fall mein Anspruch. Ich weiß, dass ich schnell laufen kann und es im Training oft gut klappt. Das will ich auch im Wettkampf zeigen“, hofft die 25-Jährige.
Zeitplan und Wettkämpfe:
Freitag, 22. Januar – 13.40 Uhr: 500 Meter Damen/Herren – A/B-Gruppe; 1500 Meter Damen/Herren – A/B-Gruppe.
Samstag, 23. Januar – 09.10 Uhr: 1000 Meter Damen/Herren – A/B-Gruppe; 3000 Meter Damen – A/B-Gruppe, 5000 Meter Herren – A/B-Gruppe.
Sonntag, 24. Januar – 10.50 Uhr: 500 Meter Damen/Herren – A/B-Gruppe; Massenstart Damen/Herren – A/B-Gruppe; Teamsprint Damen/Herren.