Rosenheim – „Ciao for now“. Das sind Patrick Ehelechners berühmte Worte nach jeder Fernsehübertragung. Auch in der 90. Folge von „Hart gecheckt“ – dem OVB-Podcast zu den Starbulls Rosenheim, nimmt der TV-Experte und ehemalige DEL-Torhüter kein Blatt vor den Mund. In der aktuellen Ausgabe spricht er über…
…das Rosenheimer Eishockey: „Wir haben wieder so einen Hauch von dieser Euphorie wie in den 80er-Jahren zurück. Rosenheim wird in Eishockey-Deutschland positiv wahrgenommen. Auch in der DEL weiß man, was da in Rosenheim passiert: Die Umbaumaßnahmen und dass die Kabine cool ist. Ich meine, da reden die Jungs ja auch untereinander. Die Starbulls sind wieder deutlich sichtbarer auf der Eishockey-Landkarte.“
…Sascha Gocs Schüsse: „Er war Verteidiger damals bei den Hannover Scorpions. Ein super netter Kerl, aber beim Fünf-gegen-Drei-Überzahl gegen Hannover wusste ich immer genau, wo er steht. Der konnte wahnsinnig gut schießen. Einmal habe ich einen Schuss von ihm glücklich gefangen. Ich hab gar nicht gewusst, wie ich den gefangen habe, aber danach hatte ich zwei Wochen eine Prellung an der Hand und konnte sie danach fast nicht mehr bewegen. Das war im Nachhinein der Spieler, vor dessen Direktschuss ich am meisten Respekt hatte.“
…Rosenheims Eigengewächs Christopher Kolarz: „Ich war etwas überrascht, dass er in der DEL nicht mehr Chancen bekommen hat. Mich hat’s gefreut, dass er einen Einsatz für den EHC Red Bull München bekommen hat, aber man muss auch sagen: Für einen jungen Torwart ist München kein gutes Pflaster. Da ist kein Spielraum für Entwicklung. Wenn die nicht Meister werden, dann brennt der Baum. Deshalb ist es da für einen jungen Deutschen schwierig. Ich glaube, dass er sich leichter getan hätte bei einem anderen Verein. Ich werfe da jetzt mal Straubing, Nürnberg oder Augsburg in den Raum. Der Schritt zurück in die DEL2 ist überhaupt nicht einfach vom Mindset.“
…die Bedeutung von Mentaltrainern: „Zu meiner Zeit gab es das nicht. Da war das Verständnis dafür noch nicht da. Das hat sich ja Gott sei Dank verändert. Damals gab es einfach keinen Mentaltrainer. Das hätte ich selber gern öfter in Anspruch genommen. Vor allem in Zeiten, in denen es einfach nicht lief. Man hat einfach viel mit sich selbst ausgemacht und in sich reingefressen, was schlecht ist. Bei mir waren es die Eltern oder Freunde. Aber Eltern würden nie etwas Schlechtes über einen sagen, auch wenn man es manchmal gebraucht hätte. Das Problem ist oft auch: 90 Prozent der Spieler gehen erst zu einem Mentaltrainer, wenn sie in einem Loch sind. Aber dann ist es meistens schon zu spät. Den Mentaltrainer brauchst du eigentlich, wenn es super läuft, dass du gar nicht in das Loch kommst.“
…die deutschen Torhüter: „Ich denke, dass wir langfristig auf der deutschen Torhüterposition ein Problem haben werden. Ich sehe aktuell keinen Grubauer 2.0 in der Pipeline. Wir haben zwar Arno Tiefensee, der sich drüben aber erst mal durchsetzen muss. Aber wir haben uns die letzten Jahre brutalst auf unseren Aus den Birkens, Niederbergers und Grubauers ausgeruht. Wenn die drei mal weg sind, dann kann sich jeder die Frage selber beantworten. Wer ist dann unsere internationale Nummer eins? Und da haben wir, glaube ich, ein kleines Torhüter-Loch.“
…seine Aufgabe bei den Olympischen Spielen in Mailand: „Für Eurosport produziere ich TV-Beiträge hauptsächlich über Eishockey, aber auch Curling, Speedskating, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf. Seit Mitte Dezember beschäftige ich mich mit den Sportarten, die ich bei Olympia betreue. Mit Anni Friesinger habe ich einen super Kontakt, vor allem beim Eisschnelllauf hilft sie mir weiter.“
…den deutschen Olympiakader: „Ich finde, man sieht eindeutig die Handschrift von Harold Kreis in dem Kader. Man sieht auch eine gewisse Loyalität. Es sind viele Spieler dabei, die auch schon WM-Silber vor drei Jahren geholt haben. Und ich finde es schade, dass Patrick Hager nicht dabei ist. Aber nicht, weil er Rosenheimer ist oder weil ich ihn kenne. Aufgrund seiner Erfahrung wäre er ein perfekter Rollenspieler.“
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