Kitzbühel – Romed Baumann ist einer von drei deutschen Startern beim weltberühmten Hahnenkamm-Rennen auf der „Streif“ in Kitzbühel. Am 14. Januar ist der alpine Skirennläufer 40 Jahre alt geworden. Seit 2006 fährt Baumann im Weltcup, damals noch für Österreich. Mittlerweile startet er für den WSV Kiefersfelden und ist auch fix für die Olympischen Spiele qualifiziert. Vorher will er aber noch einmal die härteste Abfahrt der Welt bezwingen.
Wie wohl fühlen Sie sich in Kitzbühel?
Ich fühl mich hier sehr wohl, zwischen meiner alten und neuen Heimat jeweils 35 Minuten von Hochfilzen und Kiefersfelden entfernt. Ich bin als kleiner Junge mit sieben Jahren am Ganslernhang meine ersten Bezirkscuprennen gefahren. Die erste Abfahrt auf der Streif bin ich mit 20 Jahren gefahren.
Dann sind Sie heuer wahrscheinlich der Läufer mit der größten Erfahrung?
Nein, ich glaube, der Christoph Innerhofer hat ein Rennen mehr. Aber der ist ja auch ein Jahr älter als ich!
Nach so vielen Jahren im Rennsport: Woher nehmen Sie die Motivation, für die doch sehr intensiven Trainingseinheiten?
Ich trainiere sehr gern, das Training ist selten eine Überwindung für mich. Es gibt natürlich Tage, an denen man auf den Trainingsplan schaut und sich denkt: ,Oh je, heute werde ich abends ins Bett fallen.‘ Oder wenn Tests anstehen und du weißt, du musst ans Limit gehen. Aber ich mag mir nicht vorwerfen, dass ich im Sommer irgendwas nicht gemacht habe. Deshalb ziehe ich das durch und hab noch nie ein Motivationsproblem gehabt.
Ist die Familie unter den Zuschauern?
Am Samstag werden die Kinder und meine Frau Vroni vor Ort sein. Auch Freunde aus der alten Heimat werden mich unterstützen, alte Wegbegleiter sind da, auch einige, die früher mit mir selber Rennen gefahren sind, oder ehemalige Trainer. Rennchef Mario Mittermayer-Weinhandl kenn ich schon ewig. Es ist immer wieder schön, alle hier zu sehen.Christine Leuthe