Rosenheim – Neben dem DEL2-Derby gegen den EV Landshut sind die Spiele gegen die Düsseldorfer EG das Highlight in der Hauptrunde der Starbulls Rosenheim. Das Duell zwischen der DEG und dem SBR hat schließlich eine lange Tradition in Eishockey-Deutschland. Am heutigen Freitag um 19.30 Uhr ist der achtfache deutsche Meister zum zweiten Mal in der Saison zu Gast im Rofa-Stadion – die Begegnung ist bereits ausverkauft. Am Sonntag reisen die Starbulls zu den Blue Devils Weiden – Spielbeginn ist um 18.30 Uhr.
Die Ausgangslage: Die Starbulls Rosenheim haben zwei Nächte lang nicht im eigenen Bett geschlafen. Zwei Auswärtsspiele am Stück waren der Grund dafür, beide Partien entscheiden die Grün-Weißen für sich. Am Sonntag gewann man bei den Wölfen Freiburg mit 3:1, am Dienstag siegten die Männer von Starbulls-Trainer Jari Pasanen mit 3:2 beim EC Bad Nauheim. Ob seiner Mannschaft der Kurztrip noch in den Knochen steckt? „Nein, eigentlich nicht“, meint der Coach. „Wir haben gut trainiert, als wir unterwegs waren“, fügt er an. Am Mittwoch hatten seine Spieler einen freien Tag, und am Donnerstag stand wieder Kraft- und Eistraining auf dem Programm. „Die Trainingsminuten sind reduziert, und das Krafttraining ist auch nicht ganz so intensiv“, erklärt der Deutsch-Finne und blickt voraus: „Es ist schon fast Februar, und jetzt gibt es keine leichten Spiele mehr. Wir brauchen meiner Meinung nach eine bessere Leistung als in Bad Nauheim, um Düsseldorf zu schlagen.“
Die Vorgeschichte: Das letzte Mal, als die Düsseldorfer EG zu Gast an der Mangfall war, zogen die Hausherren nach zweieinhalb Minuten in der Overtime den Kürzeren. Die beiden Spiele am Rhein gingen einmal deutlich mit 6:1 und zuletzt knapp mit 2:1 an die Starbulls. Für Aufsehen sorgte dabei Yushiro Hiranos Schlittschuhtritt gegen Starbulls-Angreifer Teemu Pulkkinen. Der Düsseldorfer Hirano erhielt dafür eine Sperre von einem Spiel und eine Geldstrafe. Die DEG gab später an, dass Hirano unmittelbar vor der Attacke rassistisch beleidigt worden sei. Die Liga stellte die Ermittlungen inzwischen mangels Beweisen gegen den finnischen Stürmer ein. „Ich glaube, auf dem Eis spielt das keine Rolle mehr“, meint Pasanen vor dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Hauptrunde.
Auch gegen die Oberpfälzer ging es im ersten Aufeinandertreffen der Saison in die Overtime, mit dem besseren Ende für die Starbulls (3:2 n.V.). Und beim bisher einzigen Gastspiel in Weiden gelang den Grün-Weißen ein 5:0-Kantersieg. Die Zeichen stehen an diesem Wochenende also gut für die Rosenheimer Eishockeyspieler.
Die Gegner: Beim Freitagsgegner Düsseldorf lief es zuletzt wieder besser. Drei Siege in Folge, darunter ein 3:2-Overtime-Sieg, stehen für die DEG zu Buche. Blickt man auf die letzten fünf Spiele, unterlag der DEL-Absteiger nur zu Hause gegen Rosenheim (1:2) und beim Tabellenführer Krefeld (2:3).
Die Blue Devils Weiden hingegen stecken zurzeit mächtig in der Krise. Seit der 2:3-Overtime-Niederlage wenige Tage vor Weihnachten holten die Männer von Trainer Sebastian Buchwieser nur einen Sieg gegen Schlusslicht Kaufbeuren. Die restlichen zwölf Partien gingen verloren. Im Tableau findet man sich momentan auf dem ersten Play-down-Platz (Elfter) wieder. Fünf Punkte trennen die Blue Devils vom letzten Pre-Play-off-Platz.
Die Starbulls-DNA: In Weiden spielt mit Manuel Edfelder aktuell ein ehemaliger Rosenheimer. Zudem ist der Ex-Starbull Simon Heidenreich als Athletiktrainer bei den Blue Devils aktiv. Bei der Düsseldorfer EG findet sich niemand mit Vergangenheit an der Mangfall wieder.
Die Statistik: Mit den Blue Devils Weiden treffen die Starbulls als erfolgreichste Overtime-Mannschaft auf das erfolgloseste Team in der Verlängerung. Fünfmal mussten die Oberpfälzer in die Extrazeit, gewannen aber nie. Die Rosenheimer hingegen sind ligaweit mit sechs Siegen das beste Overtime-Team. Eine weitere spannende Statistik: Blickt man auf die Tabelle, stehen die Starbulls aktuell auf dem dritten Rang hinter Kassel und Krefeld. Viel spannender ist allerdings: Die Rosenheimer tun sich in der aktuellen Spielzeit auf fremdem Eis leichter als vor heimischem Publikum. Die Auswärtstabelle führt der SBR vor den Krefeld Pinguinen an, zu Hause reicht es aktuell nur für den fünften Rang. Die Düsseldorfer EG wird sicher alles daran setzen, in Rosenheim wieder einen Auswärtssieg zu feiern.
Die Personalien: Alles steht und fällt mit der Torhüterfrage. Spielt Oskar Autio, muss einer der vier ausländischen Feldspieler zusehen. Am heutigen Freitag plant Pasanen aber mit Christopher Kolarz im Tor. Somit stehen dem SBR-Coach die Stürmer Pulkkinen, Charlie Sarault und C.J. Stretch sowie Verteidiger Shane Hanna zur Verfügung. Am Sonntag soll Autio den Rosenheimer Kasten wieder hüten. Die verletzten Lukas Laub und Lewis Zerter-Gossage können auch an diesem Wochenende noch nicht wieder angreifen, trainierten am Donnerstag aber mit der Mannschaft auf dem Eis.