Ein Déjà-vu der schönsten Art

von Redaktion

Zielinski-Schwestern aus Bad Aibling steigen mit der U18-Eishockey-Nationalmannschaft auf

Ritten/Bad Aibling – Für Theresa Zielinski hat es sich angefühlt wie ein Déjà-vu der schönsten Art. In Ritten, dort wo die deutsche U18-Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen bereits 2023 den Sprung in die Weltelite geschafft hatte, feierte die gebürtige Bad Aiblingerin nun erneut den Aufstieg in die Top-Division. Doch dieses Mal war alles eine Nummer emotionaler.

Vor drei Jahren war Theresa Zielinski mit gerade einmal 14 Jahren noch eine der jüngsten Spielerinnen im Kader. Drei Jahre später hat sich dieses Blatt gewendet. Die 17-Jährige ist eine gestandene Spielerin im DEB-Aufgebot – und durfte das Team als Kapitänin auf das Eis führen. „Der Aufstieg hat sich unbeschreiblich angefühlt. Vor allem mit diesem Team, das für uns wie eine große Familie war“, blickt die Stürmerin der Eisbären Juniors Berlin zurück. „Ich bin richtig stolz auf jede einzelne Spielerin und darauf, was wir zusammen geleistet haben. Mit dieser Mannschaft hat es einfach richtig Spaß gemacht.“

Theresa Zielinski war jedoch nicht die einzige Aiblingerin mit Gold um den Hals. Auch ihre Schwester Antonia Zielinski stand im deutschen Aufgebot. Die 14-Jährige wurde nachnominiert, nachdem sich die etatmäßige Spielführerin Hanna Weichenhain in der Vorbereitung verletzt hatte. Trotz geringerer Eiszeit nahm das Talent des EHC Bad Aibling ihre Rolle voll an: „Ich bin extrem froh, dabei gewesen zu sein. Ich habe versucht, meine Mitspielerinnen durch gute Laune zu unterstützen. Wenn ich auf dem Eis stand, habe ich 100 Prozent gegeben“, resümiert sie.

Dabei begann das Turnier mit einem Dämpfer: Im ersten Gruppenspiel unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Sebastian Jones Frankreich mit 1:2 nach Verlängerung. Ein Start, den sich die Mannschaft anders vorgestellt hatte – der aber auch als Weckruf diente. „Wir haben das abhaken können und sind dann von Spiel zu Spiel besser geworden“, erinnert sich Theresa Zielinski. Ab diesem Zeitpunkt lief es fast wie am Schnürchen. Ein 2:1-Erfolg gegen Dänemark und ein 5:1-Sieg gegen Italien folgten. Im Duell gegen den ärgsten Konkurrenten Japan avancierte die Kapitänin selbst zur Matchwinnerin: Mit ihrem Treffer zum 2:1 sicherte sie den Sieg und den Sprung an die Tabellenspitze. „Ich werde nie vergessen, als wir gegen Japan gewonnen haben und alle am nächsten Tag keine Stimme mehr hatten“, verrät sie.

Mit dem Aufstieg vor Augen ließ das DEB-Team im letzten Spiel gegen Norwegen (2:0) nichts mehr anbrennen. Nach der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen mehr. „Ich werde den Moment, als wir auf das Eis gelaufen sind und uns in den Armen lagen, niemals vergessen“, blickt Antonia Zielinski auf die Minuten zurück. „Der Aufstieg war ein unfassbares Erlebnis. Es war sehr emotional, als wir wussten, dass wir nächste Saison zu den Top-Nationen gehören!“

Trainer Sebastian Jones sah die genommene Entwicklung in diesem Turnier als Grundstein für den Aufstieg – und unterstrich damit die Worte seiner Kapitänin: „Von Trainingseinheit zu Trainingseinheit und von Spiel zu Spiel haben wir unsere Struktur stabilisiert und unseren Prozess konsequent umgesetzt. Entscheidend war das durchgängige leidenschaftliche Engagement der Spielerinnen sowie des gesamten Umfelds.“

Für die Zielinski-Schwestern bleibt Ritten ein magischer Ort – nicht nur wegen des sportlichen Triumphs, sondern wegen des gemeinsamen Erlebnisses als Geschwister im Nationaltrikot.

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