Rosenheim – Anfang November sind die Starbulls Rosenheim beim ersten Gastspiel in Düsseldorf mit 6:1 als Sieger vom Eis gegangen, jetzt hat sich die DEG revanchiert. Am 38. Spieltag in der DEL2 siegten die Eishockeyspieler vom Rhein an der Mangfall mit 6:1. Das lag an der kompakten Leistung der Gäste, aber auch an den teils verheerenden Fehlern der Starbulls-Truppe.
Der Spielfilm: Die erste Gelegenheit gehörte den Starbulls, als C.J. Stretch bei einer Zwei-gegen-eins-Situation kläglich am Düsseldorfer Torhüter scheiterte. Danach ging es schnell: Die DEG nutzte die Unzulänglichkeiten in der Rosenheimer Defensive und brauchte keine 30 Sekunden, um mit zwei Treffern in Führung zu gehen. Nach einem Bully in der neutralen Zone und der folgenden Spielverlagerung hatte Leon Niederberger freie Schussbahn und erzielte die Führung. Danach verloren die Starbulls den Zweikampf hinter dem eigenen Tor und Ture Linden verwandelte das folgende Zuspiel. Nach dem Powerbreak meldeten sich die Gastgeber zurück, Dominik Tiffels traf zum Anschluss. Pech hatten die Starbulls dann, als DEG-Stürmer Kevin Marx Noren vor dem Gehäuse regelrecht abgeschossen wurde und der Puck von dessen Körper ins Netz fiel. Beim Torjubel waren ihm die Schmerzen noch anzumerken.
Wer jetzt auf eine Rosenheimer Aufholjagd gehofft hatte, der wurde gewaltig enttäuscht. Es gab weder eine Drangphase der Starbulls noch ein Feuerwerk an Schüssen in Richtung DEG-Torwart Ryan Bednard. Stattdessen folgte der nächste Düsseldorfer Doppelpack: Als Teemu Pulkkinen nach einer fragwürdigen Zeitstrafe in der Kühlbox saß, markierte Erik Bradford im Powerplay das 4:1 für die Gäste. Und weil die Starbulls dann noch völlig konfus waren, legte Linden keine Zeigerumdrehung später den fünften Treffer nach, vorausgegangen war erneut ein billiger Scheibenverlust der Starbulls hinter dem eigenen Tor.
Der letzte Durchgang war dann eher ein Schaulaufen, abgesehen von einem Powerplay der Starbulls mit Chancen für Jordan Taupert und Ville Järveläinen sowie einem Pfostentreffer von Maximilian Adam und dem sechsten Treffer der DEG, als Simon Thiel umgeben von drei Rosenheimer Spielern unbedrängt einschießen durfte – symptomatisch für die Defensivleistung der Hausherren.
Die Schlüsselszene: Da gab es gleich zwei – und zwar die beiden Doppelpacks der DEG. Im ersten Drittel reichten 29 Sekunden, um von 0:0 auf 2:0 zu stellen, im zweiten Abschnitt dauerte es ganze 52 Sekunden, ehe es anstelle 1:3 gleich 1:5 hieß.
Zum Lachen: War auf dem Eis eigentlich nix, auch wenn Coach Jari Pasanen befand: „Unsere vierte Reihe mit den jungen Spielern hat es gut gemacht. Auch Lars Bosecker, der nicht so viel gespielt hat.“
Zum Weinen: Schön, dass mit Dominik Tiffels wieder ein Verteidiger getroffen hat. Die Tatsache, dass die Defensivspieler der Starbulls die Rosenheimer Kontingentstürmer in der Offensive fast Wochenende für Wochenende übertreffen, gerät schön langsam allerdings zur Farce.
Der Spieler des Spiels: Ture Linden markierte zwei Treffer für die DEG und war damit ein spielentscheidender Akteur der Gäste. Düsseldorf-Coach Harry Lange lobte auch seinen Goalie Ryan Bednard für ein starkes Spiel.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Wir haben richtig gut angefangen. Der erste Schuss war dann ein Gegentor, das nimmt dann natürlich die Luft aus den Reifen. Wir hatten nach dem zweiten Drittel 21:10 Schüsse und es steht 1:5 – mehr brauche ich da wohl nicht sagen. Wir haben schon hart gearbeitet, aber es reichte halt nicht. Es geht in Richtung Playoffs und da zählt jeder Moment. Und wir waren nicht zu 100 Prozent da. Jetzt müssen wir den Mund abputzen und wieder Kräfte sammeln.“
Harry Lange, Düsseldorfer EG: „Als Trainer schaust du auf zwei Sachen: die Leistung und das Ergebnis. Es ist dann umso schöner, wenn beides passt. Mit den ersten beiden Chancen haben wir zwei Tore geschossen. Unsere Unterzahl war sehr gut, auch das Powerplay haben wir sehr gut gespielt. Das war die beste Leistung, seitdem ich hier bin.“
Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Düsseldorfer EG 1:6 (1:3, 0:2, 0:1). Starbulls: Kolarz (Müller) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Bosecker, Van der Linde – Dietz, Stretch, Järveläinen; Feser, Sarault, Pulkkinen; Kolb, Calce, Taupert; Beck, Musin, Achatz.
Tore: 0:1 (7.) Niederberger/Hirano, 0:2 (7.) Linden/Niederberger, Brown, 1:2 (10.) Tiffels/Sarault, 1:3 (18.) Marx Noren/Hofmann, Faber, 1:4 (25.) Bradford/Faber, Brown – PP1, 1:5 (25.) Linden, 1:6 (54.) Thiel/Hirano, Faber.
Schiedsrichter: Klijberg und Wölzmüller; Strafminuten: Rosenheim 8, Düsseldorf 6; Zuschauer: 4425 (ausverkauft).
Das nächste Spiel: Am Sonntag um 18.30 Uhr treten die Starbulls bei den Blue Devils Weiden an. Die Gastgeber haben dann einen neuen Trainer an der Seitenlinie. Am Freitag trennte sich der Verein von Sebastian Buchwieser, beim Spiel in Kaufbeuren stand der sportliche Leiter Jürgen Rumrich in der Verantwortung an der Bande.