Weiden – Die Starbulls Rosenheim haben ihr zweites Null-Punkte-Wochenende dieser DEL2-Saison hinnehmen müssen. Bei den Blue Devils in Weiden unterlagen die Eishockeyspieler von der Mangfall nach einer schwachen Leistung mit 1:3.
Der Spielfilm: Es war schon vorher klar, dass man keinen spielerischen Leckerbissen erwarten darf. Rosenheim wusste in den letzten Partien nur ganz selten zu überzeugen, Weiden steckt ebenfalls im Formloch und hatte unter der Woche seinen Trainer freigestellt. Das erste Drittel war dann auch extrem harte Kost. Es gab kaum Spielzüge, dementsprechend auch fast keine großen Torchancen. Kampf und Krampf bestimmten die Partie. Die einzige Großchance hatte Noah Samanski, der aus kurzer Distanz die Latte traf.
Die Qualität der Begegnung nahm im zweiten Abschnitt etwas zu. Die Starbulls benötigten aber ein Powerplay, um etwas größere Torgefahr herzustellen. Michael McNiven im Blue Devils-Kasten blieb allerdings ohne Fehler. In der 35. Minute verteilte Rosenheim dann ein Gastgeschenk. Nachdem die Starbulls – bereits zum zweiten Mal – eine Bankstrafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis erhalten hatten, nutzte Luca Gläser einen Abpraller aus und netzte im Powerplay zum 1:0 ein. Dieses Tor beflügelte Weiden, das in den fünf Minuten bis zur Drittelpause den Ton angab.
Rosenheim durfte im letzten Abschnitt also seine Comeback-Qualitäten zeigen – und musste keine drei Minuten auf den Ausgleich warten. Im Powerplay nahm Shane Hanna Maß und setzte die Scheibe unhaltbar ins Kreuzeck. Die Freude darüber währte aber keine fünf Minuten. Fabian Dietz saß auf der Strafbank, als Neal Samanski zur erneuten Führung für die Hausherren einnetzte. Und wie schon gegen Düsseldorf mussten die Starbulls einen Doppelschlag einstecken. Keine zwei Minuten nach dem Führungstor setzte Luis Marusch nämlich den dritten Treffer obendrauf. Jari Pasanen nahm daraufhin zwar seine Auszeit, das Spiel war aber bereits entschieden. Vielmehr hatte Rosenheim noch Glück, dass Oskar Autio eine noch höhere Niederlage verhinderte.
Die Schlüsselszene: Fünf Sekunden entschieden dieses Spiel zugunsten der Blue Devils. So lange dauerte es nämlich, bis Neal Samanski nach der Strafzeit gegen Fabian Dietz und dem anschließenden Bully die Scheibe im Starbulls-Tor versenkte. Sein Treffer in Überzahl war letztlich der Gamewinner.
Zum Lachen: Das Powerplay ist eine der größeren Schwachstellen der Starbulls. Diesmal zeigten sich die Eishockeyspieler von der Mangfall aber etwas verbessert. Nachdem man sich in den ersten zwei Überzahlspielen bereits Möglichkeiten erspielt hatte, nutzte Rosenheim die dritte Möglichkeit zum wichtigen Ausgleich. Starbulls-Trainer Jari Pasanen war dennoch nicht zufrieden: „Unser Überzahl war nicht gut, weil wir nicht geschossen haben.“
Zum Weinen: Da gab es diesmal leider einige Sachen. Zum einen die unnötigen Strafzeiten. Fünfmal musste ein Rosenheimer in die Kühlbox, darunter waren auch zwei Wechselfehler. Dazu kam das schwache Penaltykilling, zwei der drei Weidener Treffer fielen in eigener Überzahl. Das i-Tüpfelchen war noch die extrem schwache Bullyquote, Charlie Sarault und Co. entschieden nur 42 Prozent der Anspiele für sich.
Der Spieler des Spiels: Herausgestochen ist in dieser Partie eigentlich kein Spieler. Dennoch muss man Weidens Luis Marusch erwähnen. Der 21-Jährige machte mit dem 3:1 den Deckel drauf, es war erst sein fünfter Punkt in dieser Saison.
Das war los mit: den Fanszenen beider Mannschaften. Gespenstisch ruhig war es während den ersten fünf Spielminuten in der Hans-Schröpf-Arena. Die Fanszene der Starbulls hatte zum Boykott aufgerufen und war gar nicht vor Ort. Hintergrund war eine Erhöhung der Ticketpreise der Blue Devils unter der Saison. Und auch die Fans der Hausherren wollten mit einem Stimmungsboykott ihre Meinung zur Entlassung des Aufstiegstrainers Sebastian Buchwieser kundtun.
Das sagen die Trainer: Jürgen Rumrich, Blue Devils Weiden: „Es war klar, dass Rosenheim stark aus der Kabine kommt. Wir hatten gute Chancen. Insgesamt haben wir einen Weg gefunden. Die Special Teams haben die Tore gemacht, zudem haben wir gut verteidigt. Entscheidend war dann auch das „Secondary Scoring“ von Luis Marusch. Insgesamt war es eine tolle Teamleistung.“
Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Wir haben gut angefangen, druckvoll gespielt. Wir haben Chancen kreiert, aber das Tor zu selten getroffen. Insgesamt war es zu wenig Zug zum Tor. Wir haben durch die Strafzeiten selbst ein paar Mal unser Momentum gekillt. Die Unterzahltore waren natürlich ausschlaggebend. Wir haben verdient verloren.“
Die Spielstatistik: Blue Devils Weiden – Starbulls Rosenheim 3:1 (0:0,1:0,2:1). Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Bosecker, Van der Linde – Dietz, Sarault, Järveläinen; Kolb, Feser, Pulkkinen; Stein, Calce, Taupert; Beck, Musin, Achatz.
Tore: 1:0 (35.) Gläser/ Ward, Muck – PP1; 1:1 (43.) Hanna/Feser, Pulkkinen – PP1; 2:1 (47.) Samanski/Schiemenz – PP1; 3:1 (49.) Marusch/Voit.
Schiedsrichter: Heffner/Gawlik; Strafminuten: Weiden 6, Rosenheim 10; Zuschauer: 2148.
Das nächste Spiel: Am kommenden Freitag muss Rosenheim erneut auswärts ran. Spielbeginn bei den Eisbären Regensburg ist um 20 Uhr.