Rosenheim – Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina, die am Samstag, 6. Februar, starten, sind die 25. in der Geschichte. Viermal wurden die Bewerbe bislang in Asien ausgetragen, sechsmal in Nordamerika. Die kommenden Spiele sind die dritten in Italien. Deutschland war bislang nur einmal Ausrichter, das war 1936 in Garmisch-Partenkirchen. Dafür liegt Schwarz-Rot-Gold im „ewigen Medaillenspiegel“ ganz vorne. Insgesamt sammelten deutsche Athleten bislang 435 Medaillen, 162-mal gab es Gold. Doch wer sind die größten Winter-Olympioniken in der Region?
Die OVB-Sportredaktion hat eine Jury gebildet und eine Rangliste erstellt. Die Top-50 werden in Serie vorgestellt. Im ersten Teil der Serie wurden die Kriterien erläutert, welche Sportler zur Auswahl standen und wie gewertet wurde. Zudem wurden die Plätze 50 bis 41 präsentiert. Im zweiten Teil gab es die Ränge 40 bis 31. Der dritte Teil beinhaltet die Plätze 30 bis 21, mit dabei sind diesmal eine aktuelle Gold-Hoffnung, ein späterer Medaillenschmied und ein hochrangiger Funktionär:
30. Platz: Tatjana Mittermayer. Sie war die Königin auf der Buckelpiste: Die gebürtige Rosenheimerin feierte in ihrer Karriere insgesamt 75 Stockerlplätze im Weltcup. Hinzu kamen fünf Medaillen bei Weltmeisterschaften, allen voran Gold bei den Titelkämpfen 1988 in Calgary. Die heute 61-Jährige aus Aschau im Chiemgau war bei drei Olympischen Spielen am Start: Nach dem vierten Platz 1992 und dem sechsten Rang 1994 folgte 1998 in Nagano die Krönung mit der Silbermedaille.
29. Platz: Johannes Lochner. Eine der großen Gold-Hoffnungen für die kommenden Winterspiele ist aus Berchtesgaden. Der 35-jährige Bobpilot hat sich aktuell den Gesamtweltcup im Zweier- und Viererbob gesichert. Fünf WM-Titel und siebenmal Gold bei Europameisterschaften stehen schon in der Vita von Lochner, der die Fußstapfen von Papa Rudi Lochner (eine Olympia-Teilnahme 1992, Silber im Zweier) bereits neu ausgemessen hat. Für Lochner junior kommen die zweiten Olympischen Spiele, 2022 in Peking gewann er gleich zweimal Silber.
28. Martina Seidl. Als Martina Zellner rannte und schoss die gebürtige Traunsteinerin um Stockerlplätze und Medaillen. Die Biathletin aus Schleching hatte ihre großen Erfolge kurz vor der Jahrtausendwende. Von ihrer einzigen Olympia-Teilnahme 1998 in Nagano kehrte sie mit der Goldmedaille aus dem Staffelbewerb zurück. Zur großen Erfolgsliste zählen auch sechs WM-Medaillen, darunter zwei Titel von 1999. Heute ist die 51-Jährige als Nachwuchstrainerin aktiv, Sohn Elias Seidl feierte er kürzlich sein Weltcup-Debüt.
27. Josef Fendt. Der Rodler aus Berchtesgaden war einer der erfolgreichsten Athleten in seinem Sport in den 1970er-Jahren. Zweimal wurde er Weltmeister, zweimal nahm er auch an Olympischen Spielen teil. Nach dem sechsten Rang 1972 holte er sich 1976 in Innsbruck die Silbermedaille. Danach schlug der heute 78-Jährige erfolgreich die Funktionärslaufbahn ein und wurde 1994 zum Präsidenten des Weltverbandes im Rodeln gewählt. Diesen Posten hatte er 26 Jahre lang inne.
26. Hermann Weinbuch. Als Aktiver stand Hermann Weinbuch mit den Olympischen Spielen etwas auf Kriegsfuß. Dem 16. Rang in Lake Placid 1980 folgte der achte Platz 1984 in Sarajevo für den Nordischen Kombinierer aus Bischofswiesen. Der für den SK Berchtesgaden startende Weinbuch wurde dreimal Weltmeister und 1986 der erste Gewinner im Gesamtweltcup, der nicht aus Norwegen stammte. Nach der aktiven Laufbahn wurde der heute 65-Jährige zum Medaillenlieferanten: In seinen 27 Jahren als Bundestrainer gewannen die von ihm betreuten Sportler insgesamt 57 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.
25. Marinus Kraus. Der gebürtige Oberaudorfer begann zunächst als Kombinierer, ehe er sich dann aufs Spezialspringen konzentrierte. Seinen größten Erfolg feierte der für den WSV Oberaudorf startende Kraus bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi. Mit der deutschen Mannschaft gewann er in einem begeisternden Wettbewerb die Goldmedaille. Zuvor belegte er von der Großschanze den sechsten Rang. Aufgrund von Verletzungen musste der 34-Jährige seine Karriere früh beenden.
24. Alexandra Burghardt. Die 31-Jährige setzte die Tradition fort, dass Leichtathleten als Anschieber im Bob starten. 2022 startete sie bei den Olympischen Spielen in Peking mit Pilotin Mariama Jamanka im Zweierbob und gewann die Silbermedaille. Danach wechselte die gebürtige Mühldorferin wieder auf die Tartanbahn und gewann mit der deutschen Sprint-Staffel Olympia-Bronze 2024 in Paris. Damit gehört sie in den erlesenen Kreis von nur sieben Athleten, die sowohl bei Sommer- als auch Winterspielen eine Medaille gewann.
23. Jens Steinigen. Der Biathlet wuchs in der DDR auf und hatte sein Weltcup-Debüt 1986. Seinen größten Erfolg feierte Steinigen erst nach der Wiedervereinigung: Er gehörte der deutschen Staffel an, die 1992 in Albertville die Goldmedaille gewann. Es war der erste Sieg einer Herren-Staffel bei Olympischen Spielen, die nicht der Sowjetunion entstammte. Damals lebte und startete der heute 59-Jährige schon in Ruhpolding, aktuell engagiert er sich stark in der Ukraine-Hilfe.
22. Amelie Kober. Die Snowboarderin startete für den SC Miesbach, ist aber in Bad Aibling geboren. Insgesamt nahm die 38-Jährige an drei Olympischen Spielen teil. 2006 in Turin gewann sie sensationell die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom. 2014 in Sotchi bestätigte sie diesen Erfolg und gewann Bronze im Parallelslalom.
21. Hans Stanggassinger/Franz Wembacher. Der Rodel-Doppelsitzer darf sich Olympiasieger nennen. 1984 in Sarajevo fuhren sie im Eiskanal allen davon. Der gebürtige Berchtesgadener Stanggassinger (66) und der gebürtige Bischofswiesner Wembacher (67) gewannen zudem je zwei Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.