Mühldorf – Ein enorm richtungsweisendes Wochenende steht beim TSV Mühldorf vor der Tür. Zwei Heimspiele in der Nutz-Arena werden die Volleyballer aus der Innstadt bestreiten. Um weiterhin am Rennen um den Klassenerhalt der 2. Bundesliga teilnehmen zu können, kommt nichts anderes als zwei Erfolge infrage. Am heutigen Samstag um 19 Uhr begrüßt das Team von Mateusz Zarczynski die L.E. Volleys aus Leipzig, am Sonntag um 16 Uhr gastieren die Volley YoungStars Friedrichshafen in der Nutz-Arena. Dabei hofft der TSV Mühldorf neben den Ergebnissen auf einen neuen Zuschauerrekord. Zusammen mit Globus Mühldorf lädt der TSV alle Zuschauer kostenlos ein. Die Karten gibt es bei Globus oder auf der Mühldorfer Website gratis zum Download.
In der Tabelle sieht es aus Mühldorfer Sicht düster aus: Platz zwölf, sieben Zähler und zehn Punkte Rückstand auf den Konkurrenten um den Ligaverbleib SV Schwaig – die Nachwuchsteams aus Frankfurt und Friedrichshafen können nicht absteigen. Zudem läuft allmählich ein wenig die Zeit davon. Sollte der TSV am Wochenende leer ausgehen, bleiben lediglich sechs Partien, um den Rückstand aufzuholen. Dieser wird vermutlich wachsen, denn der SV Schwaig empfängt am Samstag den Tabellenletzten aus Frankfurt und am Sonntag den Dritten TuS Kriftel. Man kann also von einer letzten Chance für den TSV sprechen. Bei zwei Pleiten stünden die Mühldorfer schon mit mindestens einem Fuß in der dritten Liga.
Das löst bei den Spielern Konzentration und Motivation aus: „Die Stimmung im Team war unter der Woche gut. Man merkt, dass die Jungs trotz der Situation weiterhin arbeiten wollen. Wir hatten konzentrierte Einheiten, viel Fokus auf Details und auf unsere eigenen Abläufe. Der Wille, Punkte zu holen, ist auf jeden Fall da“, unterstreicht Trainer Zarczynski im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion. Zuletzt mussten sich die Mühldorfer gegen die beiden Spitzenmannschaften der Liga geschlagen geben, waren allerdings nicht chancenlos. „Aus den letzten beiden Spielen gegen die Top-Teams nehmen wir mit, dass wir phasenweise sehr gut mithalten können. Wir zeigen, dass wir auf diesem Niveau spielen können, aber uns fehlt noch die Konstanz. Daran arbeiten wir weiter, vor allem mental und in den entscheidenden Momenten“, erklärt der Coach.
Gegen die Leipziger verloren die Mühldorfer Anfang November auswärts mit 0:3. „Leipzig ist eine sehr stabile und gut organisierte Mannschaft. Sie machen wenig Fehler und setzen uns vor allem mit ihrem Aufschlag unter Druck“, analysierte Zarczynski und blickt voraus: „Für uns wird es wichtig sein, im eigenen Side-out ruhig zu bleiben und mutig anzugreifen. Wenn wir unseren Rhythmus finden, haben wir auch gegen Leipzig unsere Chancen.“ In der Tabelle belegen die L.E. Volleys Rang acht mit 26 Punkten, der Sonntagsgegner aus Friedrichshafen steht mit 15 Zählern auf Platz elf. Auch bei den Volley YoungStars setzte es im Hinspiel eine 0:3-Pleite. TSV-Kapitän Fabian Bartsch sprach nach der Niederlage Ende November von „einem Totalausfall“. Zarczynski beschreibt die Friedrichshafener so: „Friedrichshafen ist eine junge, aber wirklich starke Mannschaft mit großem Potenzial. Beide Spiele sind für uns sehr wichtig, und wir müssen ihnen mit voller Konzentration begegnen.“
Der Mühldorfer Kader ist aktuell nicht ganz vollständig. Leo Rester ist für das Wochenende definitiv ausgeschlossen. Kacper Kaluckis Einsatz ist fraglich. „Kacper hat schon im letzten Spiel mit Antibiotika gespielt, weil er unbedingt helfen wollte. Er kommt langsam wieder in Form, aber es ist noch unklar, ob er schon zu 100 Prozent fit sein wird“, erklärt Zarczynski. Mit der Freikarten-Aktion hofft der TSV Mühldorf, den Zuschauer-Rekord von 500 Fans im letzten Jahr knacken zu können. „Wir peilen insgesamt 1.000 Zuschauer übers Wochenende an“, so Fabian Bartsch. „Ich habe sehr Bock auf die beiden Spiele. Ich glaube, da kann ich für die ganze Mannschaft sprechen“, ergänzt der Kapitän.