Die Entscheidung: Die Größten der Größten

von Redaktion

SERIE „Legenden der Ringe“ – die größten Wintersport-Olympioniken aus der Region – Teil 6: Die Stockerlplätze

Rosenheim – Die Entscheidung ist gefallen, die Medaillen sind vergeben! Die OVB-Sportredaktion hat in der Serie „Legenden der Ringe“ die 50 größten Winter-Olympioniken aus der Region ermittelt – und natürlich daraus die Besten der Besten gesucht. Und jetzt steht das Stockerl fest.

Zur Erinnerung: Die OVB-Sportredaktion hatte eine Jury einberufen, der Hans-Jürgen Ziegler (langjähriger OVB-Sportchef), Thomas Neumeier (OVB-Sportredakteur) und Tobias Ruf (Wintersport-Experte bei chiemgau24) angehörten. Aus der großen Liste der heimischen Olympia-Teilnehmer – geboren, aufgewachsen oder vereinszugehörend in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land – haben sie dann zunächst die Top Ten gebildet und aus diesen zehn Besten ihr persönliches Stockerl gebildet. Und hier sind unsere Medaillengewinner:

Dritter Platz: Ricco Groß. Der Biathlet aus Schlema im Osten Deutschlands gehört zu den Größten seines Sports. Der heute 55-Jährige startete seine Weltcup-Karriere im Jahr 1990 und wechselte ein Jahr später in den Chiemgau, wo er noch heute lebt. Als Sportler des SC Ruhpolding nahm Groß von 1992 bis 2006 an fünf Olympischen Spielen teil – und hat jedes Mal eine Medaille mit nach Hause gebracht. 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer jeweils Gold mit der Staffel und Silber im Sprint, 1998 in Nagano Gold mit der Staffel, 2002 in Salt Lake City Silber mit der Staffel und Bronze in der Verfolgung und 2006 in Turin Gold mit der Staffel. Mit diesen acht Medaillen ist Groß aktuell auf dem vierten Rang in der Liste der erfolgreichsten deutschen Wintersportler bei Olympischen Spielen. Zur erfolgreichen Karriere kommen auch noch neun WM-Titel und elf weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften, zudem holte er sich 1997 den Weltcup in der Einzelwertung. Nach seiner aktiven Laufbahn ist Groß dem Biathlon-Sport erhalten geblieben, war zunächst als Trainer im deutschen Team und in der Folge dann auch in Russland, Österreich und Slowenien tätig. Die sportlichen Gene hat er an die Söhne weitergegeben: Marco und Simon waren im Biathlon aktiv, Gabriel wurde Eisschnellläufer – und ist 2026 in Mailand und Cortina erstmals bei Olympischen Spielen am Start.

Zweiter Platz: Rosi Mittermaier. Sie war die mittlere von drei sportlichen Töchtern der Familie Mittermaier, die den Gasthof auf der Winklmoos-Alm bewirtschaftete. Auch ihre Schwestern Heidi (1964 in Innsbruck) und Evi (1976 in Innsbruck und 1980 in Lake Placid) nahmen an Olympischen Spielen teil. Rosi Mittermaier war dreimal am Start: 1968 in Grenoble wurde sie 20. im Riesenslalom, 1972 in Sapporo Sechste in der Abfahrt.

1976 in Innsbruck gelang ihr dann der große Wurf, und die Sportlerin des WSV Reit im Winkl avancierte über die Grenzen hinaus zur „Gold-Rosi“: Olympiasiegerin in der Abfahrt, Olympiasiegerin im Slalom und zum Abschluss noch die Silbermedaille im Riesenslalom. Weil diese Bewerbe zugleich als Weltmeisterschaft zählten und Mittermaier auch die nicht-olympische Kombination für sich entschied, wurde sie zugleich auch Dreifach-Weltmeisterin!

Mit dem Sieg im Gesamtweltcup beendete sie 1976 ihre aktive Laufbahn.

In der Folge entwarf sie eine Wintersport-Modekollektion, trat – meist gemeinsam mit Ehemann Christian Neureuther – in Unterhaltungsshows auf und machte die TV-Zuschauer mit Skigymnastik fit. Bei ihren Auftritten begeisterte Mittermaier die Menschen mit Natürlichkeit, Bodenständigkeit und Optimismus. Die beiden erfolgreichen Skisportler haben ihre Gene weitergegeben: Sohn Felix Neureuther nahm mehrfach an Olympischen Spielen teil und gewann fünf WM-Medaillen, darunter eine Goldene. Rosi Mittermaier-Neureuther verstarb 2023 im Alter von 72 Jahren nach einer schweren Erkrankung. Sie ist in Garmisch-Partenkirchen beigesetzt.

Erster Platz: Georg Hackl. Den „Hackl Schorsch“ verbindet man mit Erfolgen im Eiskanal. Die Rodel-Legende aus Berchtesgaden hat als Aktiver an sechs Olympischen Spielen teilgenommen. Dabei sprangen insgesamt fünf Medaillen heraus; hätte es damals schon Teambewerbe gegeben, dann wären es noch deutlich mehr Erfolgserlebnisse für das Original geworden. So sprangen 1992 in Albertville, 1994 in Lillehammer und 1998 in Nagano jeweils Goldmedaillen heraus, 1988 in Calgary und 2002 in Salt Lake City wurde es jeweils Silber. Beim letzten Olympia-Auftritt, 2006 in Turin, war Hackl von einer Verletzung gehandicapt und musste sich mit dem siebten Rang zurechtfinden. Wenn Hackl durch den Eiskanal raste, dann war der Sportler vom RC Berchtesgaden nur schwer zu übertreffen: Bei Weltmeisterschaften gewann er insgesamt 22 Medaillen, davon zehn Goldene, bei Europameisterschaften gab es zwölfmal Edelmetall, siebenmal holte er sich dabei den Sieg. Dass es nur zwei Gesamtsiege im Weltcup wurden, zeigte aber auch, dass auf Hackl gerade bei den großen Ereignissen Verlass war.

Dies setzte sich beim 59-Jährigen auch nach der aktiven Laufbahn fort: Hackl schloss sein Trainerdiplom mit Bestnote ab, danach wurde der Tüftler ein wichtiger Bestandteil im deutschen Trainerstab. So hatte Hackl großen Anteil daran, dass die deutschen Rodler auch weiterhin einen Erfolg nach dem anderen feiern durften – auch bei Olympischen Spielen. Auch 2026 steht er in Cortina an der Bahn, diesmal allerdings als Mitglied der österreichischen Mannschaft.

Die OVB-Sportredaktion hat ihre größten Wintersport-Ikonen gewählt. Wer ist Ihr größter Winter-Olympionike aus der Region? Und welche Erinnerungen haben Sie an die heimischen Stars? Gerne veröffentlichen wir Ihre Erlebnisse! Schreiben Sie uns bis zum 12. Februar per Mail an sport@ovb.net unter dem Stichwort „Wintersport-Stars“.

Die 50 größten Winter-Olympioniken aus der Region: Die komplette Rangliste

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