Wasserburg – Die Zeiten, in denen zahlreiche bayerische Amateurmannschaften ins Wintertrainingslager in die Türkei, Spanien oder Portugal aufbrachen, sind seit ein paar Jahren vorbei. Selbst Belek, wo die Bettenburgen im Februar einst von Amateurfußballern vollgemacht wurden, ist mittlerweile schlichtweg zu teuer. Viele Vereine fahren noch an den Gardasee oder nach Kroatien, wobei auch dort nicht garantiert ist, dass Wetter und Plätze so viel besser sind als in der Heimat. Angesichts all dieser Gründe bewegen sich die Landesliga-Fußballer des TSV 1880 Wasserburg am Donnerstag gegen den Strom – und zwar nach Franken, genauer nach Fürth.
An sich ist ein Trainingslager in Bayern ein organisatorischer Selbstläufer, doch die starken Schneefälle in Franken in der vergangenen Woche sorgten für eine gewisse Planungsunsicherheit, da der eigentlich angemietete Kunstrasen nicht geräumt werden kann. Nach einigen Telefonaten konnte die Platzproblematik inzwischen geklärt werden: Die Löwen trainieren nun am Gelände der SpVgg Greuther Fürth. „Wir mussten noch ein paar Hürden aus dem Weg räumen“, so Trainer Florian Heller, der in seiner Zeit als Spieler Profi beim Kleeblatt war und nun für ein paar Tage in seine ehemalige Wahlheimat zurückkehrt. „Es geht im Trainingslager darum, dass die Jungs sich mit ihren Kollegen auseinandersetzen. Uns hat immer ausgezeichnet, dass uns das Kollektiv erfolgreich und stark gemacht hat. Das wollen wir im Rahmen des Trainingslagers weiter forcieren.“ Frei nach Andreas Möller gilt: Belek oder Fürth – Hauptsache Teambuilding.
Um die fußballerische Komponente geht es aber auch. „Wir werden drei Trainingseinheiten absolvieren, in denen wir inhaltlich weiterkommen wollen. Und wir werden zwei Testspiele haben, in denen wir uns tatsächlich auch in Richtung Formkurve entwickeln wollen“, betont Heller. Am Freitagabend geht es um 18 Uhr gegen die SpVgg Mögeldorf, die in der Landesliga Nordost den achten Platz belegt und die Innstädter deutlich mehr fordern dürfte, als es der TSV Dorfen am Samstagnachmittag beim 8:0 getan hat. Die Löwen brauchen den Härtetest gegen den Verein aus dem Nürnberger Stadtgebiet, da sich herauskristallisieren muss, wer im Konkurrenzkampf die Nase vorne hat: „Wir wollen herausfinden, welcher Spieler wie in Form ist und wer Bock darauf hat, im ersten Punktspiel gegen Freilassing in der ersten Elf zu stehen beziehungsweise im Kader zu sein.“ Auf der Rückfahrt vom Trainingslager wird der Wasserburger Tross in Garching haltmachen und um 14.30 Uhr gegen den ortsansässigen VfR testen, der in der Bezirksliga Nord um die Rückkehr in die Landesliga kämpft. jah