Antholz/Ruhpolding – Er war 23 Jahre lang Chef in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena, hat 26 Biathlon-Weltcups ausgerichtet und sechs Weltmeisterschaften (mit Sommer-WM und Junioren-WM): Berti Schweiger (58). Ende 2022 schied er auf eigenen Wunsch aus und wechselte zur „Meine Bergwelt GmbH“ am Ruhpoldinger Unternberg. Die Verbindungen zum Biathlon aber sind geblieben, vor allem jene nach Antholz. Hier hat ihn das Präsidium mit OK-Chef Lorenz Leitgeb jetzt ins Team bei den Olympischen Spielen geholt. Schweiger ist offiziell „Event Management Volunteer“, so steht es jedenfalls auf seiner Akkreditierung.
„Ich freue mich riesig, dass ich Olympische Spiele hautnah miterleben darf“, erklärt der Ruhpoldinger am Telefon. Dass er in Antholz in verantwortlicher Position mitmischen kann, steht seit Jahren fest. „Leitgeb und die Präsidiumsmitglieder Gabriel Steinkaserer und Alfred Jud sind auf mich zugekommen und haben um meine Erfahrung angefragt, da sagte ich natürlich spontan zu“, ergänzt Schweiger, der zu allen seit vielen Jahren enge freundschaftliche Kontakte pflegt und bei einem Präsidiumsmitglied auch privat untergekommen ist. Zweieinhalb Wochen wird er hier wohnen und dort mithelfen, wo er gebraucht wird.
Schweigers Olympia-Traum entstand nach den Biathlon-Weltmeisterschaften 2012 in Ruhpolding. Die Olympia-Bewerbung für Deutschland war in München geboren, wobei Ruhpolding mit der Arena und einem weiteren Langlaufstadion Schauplatz für 2022 gewesen wäre. „Wir waren damals viel unterwegs, hatten viel Zeit hineingesteckt, aber dann kam der denkwürdige Entscheid in München“, erzählt Schweiger. Eine Abstimmung in der Bürgerschaft machte die Bewerbung aber zunichte. „Wir hätten es geschafft, vor allem wäre unsere Infrastruktur auf Vordermann gebracht worden, es war nur traurig“, so Schweiger, der sich jetzt umso mehr freut, dass die Antholzer sein Engagement nicht vergessen haben. „Ich stehe bereit als Ehrenamtlicher in multifunktioneller Hinsicht“, sagt er.
In jedem Fall wird Schweiger bei allen elf Entscheidungen im Stadion von Sonntag bis 21. Februar hautnah dabei sein. Angereist ist er am Mittwoch zusammen mit Wolfgang Pichler. „Den Wolfi habe ich gut bei der bulgarischen Mannschaft abgesetzt“, berichtet Schweiger, der die letzten vier Weltcups in Ruhpolding als ganz normaler Besucher verfolgt hat. Angefangen hatte er in Ruhpolding als Skisprungtrainer, er als Sportwart im Verein und im SV Chiemgau, war neun Jahre Erster Vorsitzender des Skiclubs Ruhpolding, zwei Jahre Chef beim SV Chiemgau, sechs Jahre Vizepräsident im Bayerischen Skiverband und im Vorstand Sportbeirat des Bayerischen Landessportverbandes und zusätzlich in verschiedenen DSV-Gremien. Die ersten Biathlon-Weltmeisterschaften in Ruhpolding erlebte er 1978 als Taferlbub, bei der WM 1985 war er als Vorläufer auf der Strecke und bei der WM 1996 fungierte er als Assistent von WM-Generalsekretär Alois Auer. Bei der WM 2012 war er dann Chef-Organisator – jetzt also sammelt er erste Erfahrungen bei Olympischen Spielen.