Mailand/Cortina – Von der Loipe bis zum Eiskanal – unsere Region ist bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina stark vertreten wie selten zuvor. Ein Mix aus legendären Gold-Garanten und hoffnungsvollen Debütanten macht sich auf den Weg nach Italien. Rund 2.900 Sportler aus 90 Nationen werden dort um Medaillen kämpfen. 184 Athleten reisen aus Deutschland an, es handelt sich damit um das größte deutsche Aufgebot bei Winterspielen jemals. 27 Sportler stammen aus der Region.
Die größte heimische Mannschaft gibt es beim Snowboard, alleine der WSV Bischofswiesen schickt hier vier Fahrer ins Rennen: Für die 19-jährige Mathilda Scheid wird es eine Premiere auf olympischer Bühne, bereits Erfahrung bringen Melanie Hochreiter und Noah Vicktor (je eine Teilnahme) mit. Die einzige Medaille der WSV-Athleten kann Ramona Hofmeister vorweisen. Die 29-Jährige holte 2018 in Pyeongchang Bronze im Parallel-Riesenslalom. Der „alte Hase“ aus der heimischen Fraktion ist Stefan Baumeister, der Fahrer des SC Aising-Pang tritt bei seinen vierten Spielen an. Seine Erfahrung kann er an Max Kühnhauser (WSV Königssee), der erstmals an Olympischen Spielen teilnimmt, und Elias Huber (SC Schellenberg), der erst auf eine Teilnahme zurückblicken kann, weitergeben,
Wenn es um Medaillen geht, führt kein Weg an den Schlitten-Profis vorbei. Das Rodel-Duo Tobias Arlt (WSV Königssee) und Tobias Wendl (RC Berchtesgaden) reist als deutsche Rekordsieger mit jeweils sechs Goldmedaillen im Gepäck an. Auch Felix Loch (RC Berchtesgaden), der mit vier Teilnahmen und drei Siegen zu den erfahrensten Athleten im deutschen Aufgebot zählt, will es noch einmal wissen. Komplettiert wird die Rodel-Elite durch Anna Berreiter, die nach ihrem Silber-Erfolg von 2022 nun nach Gold greift, und Magdalena Matschina, die im Doppelsitzer mit Dajana Eitberger ihr olympisches Debüt feiern wird.
Doch nicht nur beim Rennrodeln ist die Heimat im Eiskanal vertreten. Alexander Schaller (BC Bad Feilnbach) ist Anschieber für Bobpilot Adam Ammour und darf sich bei seinen ersten Olympischen Spielen berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille im Vierer-Bob machen. Felix Keisinger (WSV Königssee) tritt alleine an, der zweifache Junioren-Weltmeister kämpft im Skeleton um Edelmetall.
An der Schanze ruhen die Hoffnungen auf Andreas Wellinger (SC Ruhpolding). Mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen, davon alleine dreimal Edelmetall bei den Spielen 2018, ist er der Kopf der deutschen Skispringer. Unterstützt wird er unter anderem vom erfahrenen Pius Paschke (WSV Kiefersfelden), der bereits 2022 olympische Luft schnuppern durfte.
Im Biathlon-Zentrum blicken alle auf Franziska Preuß (SC Haag). Bei ihrer vierten Teilnahme möchte die Bronzemedaillengewinnerin von Peking – in der Staffel – endlich ihre erste Einzelmedaille bei Olympischen Spielen holen. Für die Gesamtweltcup-Siegerin von 2025 wird es die letzte Chance sein, kurz vor den Spielen hat die 31-Jährige nämlich ihr Karriereende nach dieser Saison angekündigt. An ihrer Seite steht Anna Weidel (WSV Kiefersfelden), die nach ihrer Nominierung 2022 nun auf ihren ersten aktiven Einsatz brennt.
Zwei heimische Hochkaräter sind Teil der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft: Philipp Grubauer (Seattle Kraken) und Lukas Reichel (Vancouver Canucks) sollen beim olympischen Turnier zu den absoluten Leistungsträgern der DEB-Auswahl zählen. Die Rosenheimer sind zwei von insgesamt acht Akteuren, die ihr Geld in der NHL, der Eishockey-Liga in Nordamerika, verdienen. Auch bei den Frauen ist Rosenheim vertreten. Celine Haider wurde am Inn geboren und stürmt aktuell für den ERC Ingolstadt in der deutschen Frauen-Bundesliga. Haider ist mit dem DEB-Team bereits am gestrigen Donnerstag in das Turnier gestartet, gegen Favorit Schweden gab es eine 1:4-Niederlage.
Richtig stark in Form sind aktuell Luisa Klapprott (WSV Samerberg) und Tim Hronek (SV Unterwössen). Beide Athleten starten im Ski Cross für Deutschland. Für Klapprott ist es eine olympische Premiere, Hronek stand bereits 2018 am Start. Besonders spannend wird es beim Skibergsteigen, das 2026 seine olympische Premiere feiert – hier hält Helena Euringer (DAV Berchtesgaden) die heimische Fahne hoch. Auch im Eisschnelllauf-Mekka Inzell ist die Freude groß: Mit Maira Jasch, Anna Ostlender und Gabriel Groß schickt der DEC Inzell gleich drei Talente ins Rennen.