Eine Niederlage als Lernfaktor

von Redaktion

Starbulls Rosenheim knüpfen Spitzenreiter Krefeld bei der 3:4-Niederlage einen Punkt ab

Rosenheim – Es war das erwartete Topspiel, allerdings mit schlechterem Ende für die Starbulls Rosenheim: Die Eishockeyspieler von der Mangfall haben das DEL2-Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine mit 3:4 nach Verlängerung verloren. Mathew Santos erzielte in der Overtime den entscheidenden Treffer für die Pinguine.

Der Spielfilm: Von Beginn an gab es viel Tempo auf beiden Seiten, wobei die Gäste aus Krefeld etwas mehr Anteile am Spiel hatten. Starbulls-Torhüter Oskar Autio zeigte sich allerdings in starker Verfassung, die Hausherren hatten in den entscheidenden Momenten zudem etwas Scheibenglück. Wie einfach es gehen kann, zeigten die Pinguine aber beim 1:0, als bei einem Konter Carl Konze freigespielt wurde und Autio über der Fanghand überwand.

Rosenheim hatte das Visier in der Offensive bis dahin noch nicht perfekt eingestellt. Zwar tauchten die Gastgeber einige Male vor Danny aus den Birken auf, viele Schüsse gingen aber daneben. So eigentlich auch beim Ausgleich, C.J. Stretch hatte allerdings Glück, dass der Versuch von Ville Järveläinen von der Bande genau vor seinen Schläger sprang und er nur noch einschieben musste. Danach zeigten beide Mannschaften die wahrscheinlich besten fünf Minuten auf Rosenheimer Eis in dieser Saison. Vier Tore fielen zwischen der 26. und 31. Minute, jeweils zwei auf beiden Seiten. Philip Gogulla brachte Krefeld in Führung, Järveläinen und Lewis Zerter-Gossage drehten die Partie, ehe Erik Buschmann alles wieder auf Null stellte.

Danach war es mit dem munteren Toreschießen allerdings vorbei. Das lag nicht daran, dass beide Torhüter auf einmal über sich hinaus wuchsen. Viel mehr war daran die etwas bessere defensive Spielweise beider Mannschaften Schuld. Vor allem im letzten Abschnitt konzentrierten sich die Teams darauf, Fehler zu vermeiden, und gingen nicht mehr das letzte Risiko.

Erst in der Verlängerung fand Mathew Santos dann den Weg vorbei an Oskar Autio – und sicherte den Pinguinen so den durchaus verdienten zweiten Punkt.

Die Schlüsselszene: Rosenheim hatte im zweiten Drittel Oberwasser. Vor allem nach dem 3:2 durch Zerter-Gossage war das Momentum klar auf Seiten der Hausherren. Allerdings hielt das nicht lange, denn nur zwei Minuten später glich Buschmann für Krefeld aus – halten die Starbulls diese Führung länger, wäre ein Sieg sehr wahrscheinlich gewesen.

Zum Lachen: Krefeld gilt als großer Favorit auf die Meisterschaft und den Aufstieg. Starbulls-Verteidiger Lars Bosecker hatte im Podcast „Hart gecheckt“ deshalb auch gesagt, man wolle den Pinguinen in den Play-offs so lange wie möglich aus dem Weg gehen. Wenn die Grün-Weißen allerdings so spielen, wie am Sonntagabend, muss man sich vor keinem Gegner verstecken – trotz Niederlage. „So ein Spiel ist gut zum Lernen, du musst in jeder Situation aufpassen. Wenn wir alles geben, können wir mithalten, aber du musst alles geben und du musst die Kleinigkeit richtig machen. Wenn du das nicht tust, dann wirst du bestraft“, resümierte Starbulls-Trainer Jari Pasanen.

Zum Weinen: Special Teams entscheiden Spiele! Dieser Satz ist im Eishockey allseits bekannt. Spätestens in den Play-offs müssen Über- und Unterzahlspiel funktionieren. Glück also für die Starbulls, dass bis dahin noch ein Monat Zeit ist. Pech allerdings, denn mit einem besseren Powerplay wären gegen Krefeld sogar drei Punkte drin gewesen. Die Starbulls nutzten nur eine ihrer sechs Möglichkeiten.

Der Spieler des Spiels: Wie wichtig ein Spieler ist, merkt man erst, wenn er mal fehlt. Im Fall von Lukas Laub können die Starbulls Rosenheim froh sein, dass er nach langer Verletzung endlich wieder da ist. Der flinke Flügelstürmer bringt eine Menge Geschwindigkeit und Spielwitz in die Mannschaft und sammelte im zweiten Spiel nach seinem Comeback seinen zweiten Scorerpunkt. „Er brennt, das haben wir alle gesehen. Insgesamt ist er eine sehr große Hilfe, er hat sehr gut gespielt“, lobte Pasanen.

Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Wir haben zwei Drittel lang gut gespielt. Im ersten Drittel waren wir zu behäbig und langsam. Krefeld hatte im ersten Drittel acht Torchancen, wir hatten zwei Schüsse auf das Tor. Ich glaube, das sagt alles. Dann haben wir taktisch ein bisschen was geändert und dann war es besser. Negativ war, dass wir zwei Gegentore durch fehlenden Backcheck gekriegt haben. Das ist natürlich traurig.“

Steffen Ziesche, Krefeld Pinguine: „Wir haben im ersten Drittel gut reingefunden. Wir hatten in der Schussstatistik ein Übergewicht, was sich letztlich im Spielverlauf durchgesetzt hat. Im zweiten Drittel sind wir von unserer Linie abgekommen und Rosenheim hat das ausgenutzt. Im letzten Drittel haben wir den Weg wieder gefunden.“

Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Krefeld Pinguine 3:4 n. V. (0:1, 3:2, 0:0, 0:1). Starbulls: Autio (Müller) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Beck, Van der Linde; Bosecker – Laub, Stretch, Järveläinen; Feser, Zerter-Gossage, Pulkkinen; Dietz, Calce, Taupert; Musin, Kolb, Achatz.

Tore: 0:1 (7.) Konze/Santos, Newton; 1:1 (23.) Stretch/Järveläinen, Adam – PP1; 1:2 (26.) Gogulla/Newton – PP1; 2:2 (27.) Järveläinen/Laub; 3:2 (29.) Zerter-Gossage/Feser, Adam; 3:3 (31.) Buschmann/Cerny; 3:4 (62.) Santos/Vandane.

Schiedsrichter: Voit/Wölzmüller; Strafminuten: Rosenheim 10, Krefeld 16; Zuschauer: 4002.

Das nächste Spiel: Die Starbulls dürfen am Freitag erneut zuhause ran. Spielbeginn gegen die Lausitzer Füchse ist um 19.30 Uhr.

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