Die Starbulls sind nicht mehr zweistellig

von Redaktion

EISHOCKEY-STATISTIK Drei Tore gegen Albtraum Aus den Birken – Krefelds besondere Rosenheim-Minuten

Rosenheim – Am 14. Dezember sind die Starbulls Rosenheim durch einen 3:2-Overtime-Sieg gegen Bad Nauheim auf den dritten Tabellenrang der DEL2 geklettert und haben diesen seither – ausgenommen einen kurzen Abstecher auf den zweiten Platz – unangefochten inne. Oder sollte man sagen: hatten? Denn während das Pasanen-Team die eine oder andere ungeschlagene Serie aufbaute und sich die jeweiligen unmittelbaren Verfolger, egal ob Regensburg, Bietigheim, Landshut, Crimmitschau oder Düsseldorf, unbeständig zeigten, wurde der Abstand zum Vierten immer größer.

In den letzten Wochen hat sich diese Unbeständigkeit allerdings auch auf die Starbulls übertragen, während ein Team, das damals weit weg war (auf Playdown-Rang zwölf), mit 13 Siegen aus den letzten 16 Partien einen ungeheuren Aufschwung erlebte. Nun sind ausgerechnet die Ravensburger Towerstars, mit denen die Starbulls traditionell größte Probleme haben, die Einzigen, die ihnen bei derzeit neun Punkten Rückstand den dritten Stockerlplatz noch streitig machen können.

Die Starbulls selbst haben mit vier von sechs möglichen Punkten an diesem Wochenende dazu beigetragen, dass der Vorsprung nicht noch stärker geschrumpft ist. Zwar konnte man gegen den überlegenen Spitzenreiter aus Krefeld nur einen Punkt an der Mangfall behalten, kam aber mit der maximalen Ausbeute aus Crimmitschau zurück, was im Vorfeld nicht unbedingt als selbstverständlich galt. Aber es erwies sich wieder einmal, dass Stretch & Co. in dieser Saison auswärts halt erfolgreicher auftreten als zu Hause, was die nach wie vor zweitbeste Auswärtsbilanz nachdrücklich beweist.

Beide Spiele des Wochenendes verliefen ähnlich knapp und spannend. Zwar lagen die Starbulls in Crimmitschau bereits nach sechs Minuten 2:0 in Führung (die schnellste solche Führung der Saison), aber die Eispiraten kämpften sich zurück zum Ausgleich, wodurch die endgültige Entscheidung erst durch Shane Hannas Empty-Net-Goal 13 Sekunden vor Schluss fiel (erst der vierte Rosenheimer Empty-Netter der Saison). Noch knapper lief es gegen Krefeld, wo sich keines der Teams mit mehr als einem Tor Differenz absetzen konnte und beide Kontrahenten zwischendurch in Führung lagen. Besonders wild dabei die erste Hälfte des Mittelabschnitts, als binnen 7:25 Minuten fünf Tore fielen, drei für, zwei gegen die Starbulls. Die Krefelder präsentierten den Starbulls übrigens den Albtraum der letztjährigen Play-off-Runde: Danny Aus den Birken. Der hatte damals im Kasten des späteren Aufsteigers Dresden nur fünf Rosenheimer Treffer in fünf Spielen gestattet. Diesmal musste er innerhalb von 5:20 Minuten gleich dreimal hinter sich greifen. Es war tatsächlich bereits das zehnte Mal in dieser Saison, dass die Starbulls drei Tore in weniger als zehn Minuten erzielen konnten. Nach diesem Hin und Her fiel dann aber bis zum Overtime-Siegtor der Gäste 30,5 Minuten lang überhaupt kein Tor mehr, bereits die achte Phase von länger als 30 Minuten ohne irgendein Tor.

Auch gegen Crimmitschau und Krefeld ist damit die Punkterunde abgeschlossen. Gegen die Sachsen gewann man drei von vier Matches und ließ dabei insgesamt nur sieben Gegentreffer zu, gegen Krefeld dagegen schoss man selbst nur neun Tore und konnte nur ein einziges Spiel gewinnen, und auch dieses nur in der Overtime. Ebenfalls großer Unterschied: In den vier Partien gegen Crimmitschau fiel in über 36 Minuten personeller Ungleichheit nur je ein einziges Überzahl- und Unterzahl-Tor, beide für die Eispiraten. Gegen die Pinguine hieß es für knapp 49 Minuten Über- oder Unterzahl, und die Folge waren sechs Powerplay-Treffer, vier davon für Krefeld.

Das Krefelder Siegtor hatte es statistisch in sich, war es doch das 100. Gegentor, das die Starbulls in dieser Saison zulassen mussten. Dabei hielten sie sich von allen Teams am längsten im zweistelligen Bereich, denn die Krefelder mussten bereits am Freitag gegen Ravensburg ihr 100. quittieren. Bei allen anderen Klubs stand die negative „100“ schon seit mindestens vier Spielen fest, beim Tabellenletzten Kaufbeuren war diese Marke übrigens schon im 25. Match am 19. Dezember erreicht.

Zum Abschluss noch ein ganz kurioses statistisches Detail: Die Krefelder nutzten in den Spielen gegen die Starbulls ein ganz kurzes Zeitfenster maximal aus. Von den 14 Treffern gegen Autio oder Kolarz fielen nicht weniger als sechs, also fast die Hälfte, in der 25., 26. oder 31. Minute!

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