„Das war grausam“

von Redaktion

Jacob Schramm über Lindsey Vonns tragisches Karriereende bei den Olympischen Spielen in Cortina

Cortina d’Ampezzo – Sie hat ihre wohl letzte Chance auf eine olympische Medaille nutzen wollen, doch am Ende hat sich Lindsey Vonn auf dem OP-Tisch wiedergefunden. Der US-Ski-Star stürzte auf den ersten Metern der olympischen Damen-Abfahrt in Cortina d’Ampezzo schwer und brach sich, wie mittlerweile bekannt ist, den Unterschenkel. „Sie ist 41 Jahre alt und das ist das Ende ihrer Karriere“, so Vonns Vater Alan Kildow. „Ich habe es gewagt zu träumen und hart dafür gearbeitet, diesen Traum zu verwirklichen. Ich bereue nichts“, ließ Vonn aus dem Ca‘-Foncello-Krankenhaus in Treviso über Instagram verlauten. Beim letzten Weltcuprennen vor Olympia im schweizerischen Crans-Montana war Vonn gestürzt und hatte sich einen Teilriss des vorderen Kreuzbandes zugezogen. Ihre letzte Olympia-Chance wollte sie sich davon jedoch nicht nehmen lassen.

„Das kann ich auf jeden Fall verstehen“, sagt der dreifache Weltcup-Starter Jacob Schramm und ergänzt: „Beim Skifahren haben wir schon öfter gesehen, dass das vordere Kreuzband nicht zwingend vollständig intakt sein muss, um fahren zu können. Mit einer guten Muskulatur lässt sich da viel kompensieren.“ Eine bittere Pille für die 41-Jährige: Erst in der Saison 2024/25 hatte die Goldmedaillengewinnerin von Vancouver 2010 ihr Comeback für die Spiele in Mailand und Cortina gegeben, nachdem sie ihre Karriere aufgrund mehrfacher Knieverletzungen bereits beendet hatte. Vonns Sturz verfolgte Schramm live im Fernsehen: „Im ersten Moment sah es nicht so schlimm aus. In der Zeitlupe habe ich gesehen, wie sie das Bein verdreht hat. Das war grausam.“ Er ist sich aber auch sicher: „Das hatte nicht viel mit dem Knie zu tun. Höchstens dass man auf der Anfahrt zum Tor hin vielleicht nicht 100 Prozent das Gefühl im Bein hat.“ Die US-Starterin blieb mit der rechten Schulter an einem der Tore hängen und verlor in der Luft das Gleichgewicht. Beim Skiläufer vom SC Bad Aibling wurden Erinnerungen an das Abfahrtstraining auf der Streif in Kitzbühel wach. Dort riss er sich vor gut einem Jahr drei von vier Kreuzbändern. Dass der 26-Jährige Anfang Dezember bereits wieder auf Skiern stand und mittlerweile wieder Riesenslalom trainieren kann, grenzt an ein Wunder. „Wir sind auf einem extrem schnellen und guten Weg, überstürzen aber nichts“, sagt Schramm. Vonn selbst äußerte sich ebenfalls über Instagram: „Mein olympischer Traum endete nicht so, wie ich es mir erträumt hätte. Es war kein märchenhaftes Happy End, sondern einfach nur das Leben.“

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