Rosenheim/Shannonville – Abgeklärt, sicher und vorausschauend – so hat man Eishockeytorhüter Norm Maracle in seinen zwei Spielzeiten in Rosenheim erlebt. Knapp 14 Jahre später ist sein Leben alles andere als das. Jetzt geht es für den Kanadier nicht mehr darum, Schüsse zu parieren, Pucks zu fangen und Siege einzufahren – jetzt geht es ums nackte Überleben! Denn Norm Maracle hat Krebs, mit dem Burkitt-Lymphom sogar eine sehr aggressive und schnell fortschreitende Art von Blutkrebs. Der 51-Jährige muss sich deshalb dringend einer Chemotherapie unterziehen. Und die Familie leidet mit. Eine GoFundme-Kampagne soll Spenden generieren, um die Kosten der Behandlung zu decken.
Das Burkitt-Lymphom ist hochaggressiv und kennzeichnet sich durch extrem schnelles Tumorwachstum, oft um Bauchraum oder im Kiefer- und Halsbereich. Bei einer intensiven Chemotherapie sei es aber durchaus heilbar. Bei Erwachsenen ist es eine äußerst seltene Erkrankung, es wird aber von einer Heilungsrate von 50 bis 90 Prozent gesprochen, sofern die Krankheit frühzeitig erkannt wird. Ein schnelles medizinisches Eingreifen ist erforderlich, bei Nicht-Behandlung bleiben oft nur wenige Wochen bis zum Tod. Erst im vergangenen Jahr hatte mit Wade MacLeod ein früherer Starbulls-Angreifer den Kampf gegen den Krebs verloren.
Norm Maracles Frau Cheryl meldete sich im Rahmen der Spendenkampagne zu Wort: „Dies ist mit das Schwerste, was ich je schreiben musste. Mein Mann, Norm Maracle, hat die Diagnose Burkitt-Lymphom erhalten. Alles ging so schnell, dass er sofort ins Krankenhaus eingeliefert wurde, damit Untersuchungen und Behandlungen umgehend beginnen konnten. Deshalb kann er nicht arbeiten, und unsere Welt steht Kopf.“ In herzzerreißenden Worten beschreibt sie: Wer Norm kennt, weiß: Er ist ein Kämpfer! Er war immer derjenige, auf den sich alle verlassen konnten, wenn es hart auf hart kam. Jetzt steht er dem härtesten Gegner seines Lebens gegenüber. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Was wir aber wissen, ist, dass dieser Kampf hart, kräftezehrend und alles bestimmend ist. Im Moment versuche ich, alles gleichzeitig zu sein – Ehefrau, Pflegerin, Mutter, Vollzeit-Krankenpflegeschülerin – und ihm während seines Krankenhausaufenthalts, der Behandlungen und der noch bevorstehenden Ungewissheit beizustehen. Er war und ist immer meine Stütze, wenn ich ihn brauchte. Jetzt ist es an mir, für ihn einzustehen und alles zu tun, um ihm in dieser schweren Zeit zu helfen.“
Die Familie hat eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Sie „soll die finanzielle Belastung lindern, solange er nicht arbeiten kann und wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: seine Gesundheit, seinen Kampf und unsere Familie. Ob es nun um die Deckung des Lebensunterhalts, Reisekosten oder die unzähligen unerwarteten Ausgaben im Zusammenhang mit Krebs geht – jede Unterstützung hilft uns, diese schwere Zeit zu überstehen.“ Die Starbulls Rosenheim und die Iserlohn Roosters, zwei Vereine, bei denen Maracle in seiner aktiven Zeit im Tor stand, haben auf diese Aktion hingewiesen. „Norm war von 2010 bis 2012 in Rosenheim und damals Garant für die Erfolge in dieser Zeit. Goalies geben niemals auf. Und Norm wird das auch nicht“, heißt es bei den Starbulls. Maracle hatte mit den Rosenheimern 2011 den DEB-Pokal gewonnen und 2012 die Finalserie der DEL2 erreicht. Der Kanadier hat in der nordamerikanischen Profiliga NHL für Detroit und Atlanta sowie in der russischen Top-Liga gespielt. Dabei spielte er unter anderem mit Legenden wie Steve Yzerman, Nicklas Lidström, Sergej Fedorov, Igor Larionov, Jaromir Jagr und Evgeni Malkin zusammen.
Die Spendenkampagne läuft gut an, als Ziel wurden erst einmal 16.000 Dollar anberaumt. Unter den Spendern finden sich auch etliche bekannte Namen aus der Eishockey-Szene. Cheryl Maracle hatte sich zuletzt noch einmal gemeldet: „Diese Woche benötigte Norm mehrere Bluttransfusionen, um seinen Körper während der Erholung und Vorbereitung auf die zweite Runde der sehr intensiven Chemotherapie zu unterstützen. Es war nicht einfach, aber er kämpft weiter – Tag für Tag, Schritt für Schritt. Norm hat noch nicht aufgegeben. Er trainiert noch Kinder, gibt Unterricht, besucht Orte und möchte Menschen über diese seltene und aggressive Krebsart aufklären. Er ist fest entschlossen, diese Krankheit zu besiegen – und wir glauben fest daran, dass er es schaffen wird.“