Rosenheim – Der Blick auf die Tabelle der DEL2 wird langsam spannend für die Starbulls Rosenheim. Denn die Eishockeyspieler von der Mangfall haben ihre Heimpartie gegen die Lausitzer Füchse mit 1:2 verloren und müssen nun um den dritten Rang bangen. Die Konkurrenz ist den Starbulls dicht auf den Fersen.
Der Spielfilm: Die Starbulls fanden gleich überhaupt nicht ins Spiel. Die Gastgeber hatten im ersten Spiel keine Spannkraft, wirkten einerseits fahrig und dann wieder behäbig. Weißwasser war in den Aktionen klarer und schoss sich mit zwei Treffern in Front. Bezeichnend: Beim 0:1 von Georgi Saakayan spielten die Füchse in Überzahl, weil die Starbulls eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis absitzen mussten. Und beim 0:2 war ein vom Tor weg abgefälschter Schuss die perfekte Vorlage für Kyle Havlena. Zu dieser Zeit war Luigi Calce in der Kabine. Der Stürmer war von einem eigenen Schläger getroffen worden und blutete heftig. Wenige Minuten später kam er mit einem Vollvisierhelm und einem neuen Dress zurück aufs Eis.
Im zweiten Abschnitt tat sich zunächst noch recht wenig. Die Gäste standen nun noch tiefer, Rosenheim spielte ohne Durchschlagskraft. Es war das Warten auf das Momentum. Das kam dann in Form des Anschlusstreffers von C.J. Stretch. Der Kapitän traf per Rückhand aus spitzem Winkel, nachdem der Schuss von Dominik Tiffels nach außen abgewehrt wurde.
Die Lausitzer taten im letzten Durchgang dann noch weniger nach vorne, den Starbulls fiel aber zu wenig ein. Gäste-Tormann Anthony Morrone hatte zwar nun wesentlich mehr Arbeit zu verrichten, musste aber keine brutalen Glanztaten hinlegen, um den Füchsen den Sieg zu sichern. Charlie Sarault scheiterte einmal aus kurzer Distanz, Ville Järveläinens Schüsse fanden nicht den Weg ins Netz und Teemu Pulkkinen hatte auch das Nachsehen – und dann war das Spiel auch verloren.
Die Schlüsselszene: Das waren die letzten Minuten, als die Starbulls Goalie Christopher Kolarz durch einen sechsten Feldspieler ersetzten, aber nicht mehr zum Ausgleich kamen.
Zum Lachen: Starbulls-Kapitän C.J. Stretch wurde vor dem Spiel für 200 Scorerpunkte im Rosenheimer Dress ausgezeichnet, mit seinem Treffer setzte er noch einen drauf. Das war aber das einzig Positive.
Zum Weinen: Die Pass- und Schussqualität bei den Starbulls war schlecht. Zuspiele waren oft ungenau oder wurden im letzten Moment gespielt, sodass dann der Mitspieler in Bedrängnis geriet. Und die Torschüsse waren nicht platziert. „Der Torwart hat jeden Schuss gesehen, wir hatten zu wenig Verkehr vor dem Tor. Wir hatten 30 Schüsse vorbei oder auf den Bauchnabel. Ist das gut? Nein, das ist nicht gut“, schimpfte Starbulls-Coach Jari Pasanen.
Der Spieler des Spiels: Weißwassers Kyle Havlena überzeugte auf ganzer Linie. Hinten verteidigte er mit allem, was er hatte, vorne sorgte er mit einem Tor und einer Vorlage für die entscheidenden Aktionen. Zudem spulte der Deutsch-Kanadier ein immenses Pensum ab und hatte mit Sicherheit mit die meisten Minuten auf dem Eis.
Das war los mit: Joel Keussen? Der Verteidiger hatte seit mehr als einem Monat verletzt gefehlt, sein letzter Einsatz war am 4. Januar beim Sieg in Düsseldorf. Beim Comeback verteidigte der 34-Jährige nun an der Seite von Dominik Kolb – dies allerdings gar nicht so lange, denn nach dem schwachen Beginn rückte Kolb in den Sturm auf und Leon van der Linde an die Seite von Keussen. „Dafür, dass er so lange weg war, hat er viele Sachen gut gemacht“, beurteilte Pasanen die Leistung des erfahrenen Verteidigers. Weil die Verletztenliste der Starbulls leer ist, mussten einige Akteure auf die Tribüne. Diesmal traf es Tobias Beck, Lars Bosecker und Goalie Oskar Autio als überzähligen Kontingentspieler. Michael Musin verstärkt die U20 bei ihren Spielen um den Klassenerhalt.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Die ersten zehn Minuten waren ein Albtraum, wir haben gespielt, als ob sie Blei in den Füßen hätten. Wir waren selten so schlecht wie in den ersten zehn Minuten. Die restlichen 35 Minuten haben wir gut gespielt. Insgesamt war es aber enttäuschend für mich. Weißwasser hat gut verteidigt, der Torwart war überragend. Aber gerade in Überzahl haben wir auch nicht geschossen. Pulkkinen hätte schießen sollen, hat es aber nicht gemacht. Järveläinen hätte schießen sollen, hat es aber nicht gemacht. Dazu haben wir viel zu lange gewartet und die Scheibe zu langsam bewegt.“
Christof Kreutzer, Lausitzer Füchse: „Wir wollten nicht auch noch das vierte Spiel gegen Rosenheim verlieren. Es war eines unserer besten ersten Drittel in dieser Saison und es war klar, dass Rosenheim dann zulegt und es eng wird. Ich finde, dass wir ein Top-Spiel abgeliefert haben.“
Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Lausitzer Füchse 1:2 (0:2, 1:0, 0:0). Starbulls: Kolarz (Müller) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Kolb, Keussen, van der Linde – Feser, Zerter-Gossage, Pulkkinen; Laub, Stretch, Järveläinen; Zwickl, Sarault, Taupert; Dietz, Calce, Achatz.
Tore: 0:1 (8.) Saakyan/Havlena, Hjorth – PP1, 0:2 (9.) Havlena, Panocha, Theodore, 1:2 (32.) Stretch/Järveläinen, Tiffels.
Schiedsrichter: Gossmann und Blankart; Strafminuten: Rosenheim 8, Weißwasser 10; Zuschauer: 3577.
Das nächste Spiel: Die Starbulls sind am Sonntag auswärts gefordert. Das Spiel beim Tabellenletzten in Kaufbeuren beginnt um 17 Uhr.