Burghausen – Was für eine Geschichte, was für ein mutiger Schritt: Artur Andreichyk, der im April 2022 als Kriegsflüchtling nach Burghausen gekommen ist, wechselt mit sofortiger Wirkung vom SV Wacker zum ukrainischen Erstligisten FK Oleksandriya. Der 20-jährige Außenbahnspieler war seit Vorbereitungsbeginn im Trainingscamp in Spanien und hat dort die Verantwortlichen des Tabellen-15. überzeugt.
Als 16-Jähriger nach
Burghausen gekommen
Rückblende: Kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine kam der damals 16-jährige Andreichyk vom FK Obolon Kiew nach Burghausen und fiel dort sofort mit seinem überdurchschnittlichen Talent auf. „Artur hat vom ersten Tag an unsere Vereinswerte verkörpert und mit außergewöhnlicher Disziplin und Akribie an seinem Traum vom Profifußball gearbeitet“, erinnert sich Wacker-Geschäftsführer Andreas Huber an die Anfänge von Andreichyk beim SVW, bei dem er neben insgesamt 22 Partien in der U19-Bayernliga als 17-Jähriger auch bereits seine ersten fünf Einsätze bei den Herren in der Regionalliga Bayern folgen ließ. Ab der darauffolgenden Spielzeit 2023/24 zählte der Rechtsfuß dann fest zum Kader der ersten Mannschaft und brachte es bis Ende letzten Jahres auf insgesamt 75 Regionalliga-Partien mit über 4.000 Minuten Spielzeit. Dabei gelangen Andreichyk drei Tore, fünf Treffer bereitete er direkt vor. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart.
Eigentlich hatte der gebürtiger Kiewer noch bis Sommer 2027 einen Vertrag an der Salzach, jetzt aber versucht er sich trotz aller Kriegswirren als Profi in der ukrainischen Premier Liga und wird dort anderem auch gegen die aus der UEFA-Champions League bekannten Clubs, Schachtar Donezk und Dynamo Kiew, spielen.
Oleksandriya spielt in
der 1. Liga
Die Stadt Oleksandriya liegt im Zentrum der Ukraine und zählt rund 80.000 Einwohner, inwiefern dort aktuelle Kriegsgefahren herrschen, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall war die Saison 2024/25 für den FC Oleksandrija sportlich eine herausragende Spielzeit, in der die Mannschaft erstmals den zweiten Platz in der ukrainischen Premjer-Liha erreichte: hinter Dynamo Kiew, aber noch vor Schachtar Donezk. Aktuell Momentan läuft es bei nur zwei Siegen und fünf Unentschieden aus 16 Spielen nicht gerade optimal. „Wir sind stolz, dass Artur diesen nächsten Schritt nun in seiner Heimat gehen kann und freuen uns zugleich, dass sich seine Entwicklung auch für unseren Verein in angemessener Weise widerspiegelt.
Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm sportlich wie persönlich nur das Beste“, sagt Huber. Andreichyk, der nach Felix Obermaier (TSV Wasserburg) und Mateo Zetic (SV Ried) Winterabgang Nummer drei beim SV Wacker ist, erklärte: „Ich möchte mich von Herzen bei allen bedanken, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Ein großes Dankeschön an meine Mitspieler, an die Trainer-Teams und an alle Menschen, die die Mannschaft und auch mich persönlich unterstützt haben. Und natürlich ein riesiges Dankeschön an die Fans. Ich wünsche dem gesamten Verein, Stadt und allen Anhängern nur das Beste für die Zukunft und viel Erfolg auf dem Weg in die 3. Liga.“