Erlbach und „Anschöring“ mitten im Geschehen

von Redaktion

Bayernliga Süd: Aufstiegsrennen hängt von den Löwen ab – Keine neuen Trainer bei den 17 Vereinen

Erlbach/Kirchanschöring – Mit dem Nachholspiel zwischen dem FC Pipinsried und dem FC Sturm Hauzenberg soll die Frühjahrsrunde der Fußball-Bayernliga Süd am Samstag um 14 Uhr starten, ehe am Wochenende darauf der erste reguläre Spieltag auf dem Programm steht. Die Transferaktivitäten in der Winterpause hielten sich derweil in Grenzen und auch an den Trainerstühlen wurde nicht gesägt.

Top-Favorit auf den Aufstieg ist der TSV Landsberg, der punktgleich mit dem TSV 1860 München II das 17er-Feld anführt. Weil die Giesinger Junglöwen von Trainer Alper Kayabunar nur dann aufsteigen dürften, wenn sich das Profi-Team von Markus Kauczinski irgendwie doch noch für die 2. Bundesliga qualifizieren könnte, reicht das Feld der Kandidaten für den Direktaufstieg bis zum siebtplatzierten FC Pipinsried, der auf das Führungsduo aus der Landeshauptstadt und vom Lech bei zwei Spielen Rückstand neun Zähler zurückliegt. Der aktuellen Nummer drei im Feld, dem FC Deisenhofen, fehlen nach eigenen Aussagen aktuell noch die Mittel, um angesichts der Zulassungsvoraussetzungen einen Regionalliga-Aufstieg realisieren zu können. Der SV Erlbach und der SV Kirchanschöring auf den Rängen vier und fünf denken und planen da schon konkreter.

Hinten im Feld ist die Lage für Türkgücü München und den FC Sturm Hauzenberg fast schon aussichtslos, den direkten Klassenerhalt noch zu realisieren – für den ehemaligen Drittligisten Türkgücü wäre es dann der zweite Abstieg in Folge. Ob Trainerfuchs Rainer Elfinger (59) – früher auch beim TSV Grünwald, TSV Ampfing und SB Chiemgau Traunstein – das vereiteln kann, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist das krisengeschüttelte Türkgücü mal wieder der Transferkönig der Liga und Wiederholungstäter Elfinger ist ja an der Heinrich-Wieland-Straße auch in dieser Saison schon Nummer drei auf dem Trainerposten nach Slaven Skeledzic (54) und Vereinslegende Ünal Tosun (33), der zwischenzeitlich als Spielertrainer fungierte und mittlerweile für Landsberg kickt.

Türkgücü ist aber nur einer der fünf Vereine, die sich schon vor der Winterpause von ihren Trainern getrennt haben: Den Anfang machte der aktuelle Tabellen-15. Türkspor Augsburg, der den frisch gekommenen Spielertrainer Simon Schröttle (33) Anfang August nach nur drei Spielen durch Sportdirektor Servet Bozdag (54) ersetzt, der jetzt zum wiederholten Male eingesprungen ist. Nicht viel länger durfte der Ex-Löwen-Dompteur Alexander Schmidt (57) den TSV Landberg coachen, bei dem er nach fünf Runden freigestellt wurde. Während Schmidt inzwischen als Sportlicher Leiter von BSG Chemie Leipzig in der Regionalliga Nordost fungiert, klopft Nachfolger und Ex-Burghauser Christoph Rech (32) als Chefcoach hörbar an die Regionalliga-Tür.

Beim ehemaligen Regionalligisten FC Pipinsried, der sich in der Winterpause unter anderem die Dienste des Ex-Buchbacher Angreifers Alekzandar Sinabov gesichert hat, ist schon seit drei Runden Heimstettens Ex-Coach Roman Langer (36) am Ruder, der auf den Niederbayern Josef Steinberger (53) gefolgt ist. Erst kürzlich hat dagegen Andreas Maier (42) seinen Vertrag beim TSV Kottern bis Juni 2027 verlängert, der Ende September nach einem katastrophalen Saisonstart und der Trennung von Martin Dausch (39) übernommen hat. Unter der Leitung des neuen Coaches wurden in acht Partien ordentliche 13 Zähler eingefahren, sodass die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiterlebt.

Was auch immer die Saison noch bringen mag, feststeht, dass der SV Kirchanschöring, der SV Schalding-Heining und der TuS Geretsried mit neuen Trainern in die nächste Spielzeit gehen werden: Bei den Gelb-Schwarzen vom SVK beerbt der bislang spielende Co-Trainer Christoph Dinkelbach (34) den höchst erfolgreichen Thomas Leberfinger (36), der einfach mal nach seinen Spielerstationen in Burghausen und Buchbach eine Pause einlegen will. Der 36-jährige Ex-Burghauser Heiko Schwarz (DJK Vornbach) tritt im Sommer die Nachfolge von Stefan Köck (40) an, der nach zwölf Jahren ebenso den Verein verlässt wie die Routiniers Patrick Drofa (34) und Christian „Jinx“ Brückl (35). Mit Leitwolf Markus Gallmaier (33), der weiterhin als spielender Co-Trainer fungieren wird, konnten die Niederbayern allerdings eine Identifikationsfigur weiter binden und mit Thomas Schacherbauer (DJK Vornbach/27), Adrian Böck (SV Hutthurm/25) und Andras Mityko (SpVgg Deggendorf/18) stehen auch die ersten drei Sommerzugänge schon fest. Geretsrieds Aufstiegscoach Daniel Dittmann (26), der den Verein auf eigenen Wunsch zum Saisonende verlässt, hat mit Martin Grelics (SV Münsing/39) indes seinen eigenen Vorgänger zum Nachfolger. Alle Transfers und Saisonziele der Teams in der Übersicht:

TSV 1860 München II (1. Platz/19 Spiele/39 Punkte): Zu: Lucio Saric (zuletzt RB Leipzig Junioren). – Ab: Mirac Komar (MSV Bajuwaren). – Trainer: Alper Kayabunar (wie bisher). – Ziel: Meisterschaft und weiter Talente ausbilden.

TSV Landsberg (2./19/39): Zu: Ünal Tosun (zuletzt Türkgücü München), Max Fuchs (TSV Nördlingen). – Ab: Mert Can (TSV Haunstetten), Moritz Ruprecht (1. SC 1911 Heiligenstadt), Cinar Tastan (FC Öz Akdeniz), Simon Gartmann (TSV Gersthofen). – Trainer: Christoph Rech (wie bisher). – Ziel: Meisterschaft und Aufstieg.

FC Deisenhofen (3./18/34): Zu: Julius Leucht (SG SV Neueibau). – Ab: keiner. – Trainer: Andreas Pummer (wie bisher). – Ziel: Weiter oben mitspielen.

SV Erlbach (4./19/34): Zu: keiner. – Ab: Pascal Dinaichner (TuS Pfarrkirchen), Enrique Bösl (FC Pipinsried). – Trainer: Lukas Lechner (wie bisher). – Ziel: Vorne dranbleiben und gegebenenfalls Aufstiegschance ergreifen.

SV Kirchanschöring (5./18/33): Zu: Andreas Schweinsteiger (SpVgg Unterhaching II). – Ab: Markus Hirmke (FC Pipinsried). – Trainer: Thomas Leberfinger (wie bisher). – Ziel: Weiter vorne dranbleiben.

FC Pipinsried (6./17/30): Zu: Alekzandar-Boris Sinabov (FC Ismaning), Enrique Bösl (SV Erlbach), Dustin Kothmair (TSV Jetzendorf). – Ab: Maximilian Schmidt (TSV Rain), Pablo Rodriguez-Benitez (Ziel unbekannt). – Trainer: Roman Langer (wie bisher). – Ziel: Weiter oben angreifen.

SV Heimstetten (7./20/29): Zu: Robin Penski (eigene Junioren). – Ab: Luke Nauen (VfB Hallbergmoos). – Trainerin: Sarah Romert. – Ziel: Noch etwas in der Tabelle nach oben klettern.

TSV Nördlingen (8./19/28): Zu: keiner. – Ab: Max Fuchs (TSV Landsberg). – Trainer: Daniel Kerscher (wie bisher). – Ziel: Einstelliger Tabellenplatz.

FC Gundelfingen (9./17/27): Zu: Felix Hafner (reaktiviert). – Ab: keiner. – Trainer: Thomas Rudolph (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt möglichst schnell perfekt machen.

FC Sportfreunde Schwaig (10./19/26): Zu: Felix Thiel (Türkgücü München), Nerman Mackic (TSV Buchbach). – Ab: Lucian Schirbl (TuS Geretsried). – Trainer: Christian Donbeck (wie bisher). – Ziel: Aus jedem Spiel das Optimum herausholen und möglichst schnell den Klassenerhalt sichern.

SV Schalding-Heining (11./18/26): Zu: Timm Steiner (SC Eltersdorf), Abaz Mazrekaj (SSV Jahn Regensburg II), Martin Prenaj (1. FC Passau). – Ab: Rocco Vicol (NK Rudar Velenje/Slowenien), Nikolas Löblein (Ziel unbekannt). – Trainer: Stefan Köck (wie bisher). – Ziel: Generationswechsel meistern, stabil punkten und einige Plätze gutmachen.

TuS Geretsried (12./19/22): Zu: Johannes Lex (SV Sallach), Mihajlo Vjestica (Türkgücü München), Lucian Schirbl (FC Sportfreunde Schwaig). – Ab: Nzeusse Kongni Djaleu (Blumenthaler SV), Lars Maison (TSV Bobingen). – Trainer: Daniel Dittmann (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt.

FC Ismaning (13./18/19): Zu: Dogukan Mumcu (Türkspor Augsburg). – Ab: Alekzandar Sinabov-Boris (FC Pipinsried), Adam Zouaidi (SV Aubing München). – Trainer: Xhevat Muriqi (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt.

TSV Kottern (14./18/18): Zu: Micha Bareis (FC Memmingen II). – Ab: Kevin Haug (FC Memmingen), Luca Kerber (Türkspor Augsburg). – Trainer: Andreas Maier (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt.

Türkspor Augsburg (15./19/12): Zu: Luca Kerber (TSV Kottern), Dylan Agbarha (SV Raisting), Marcel Alkadrie (TSV Windeck 1861 Burgebrach). – Ab: Ilhan Lokvancic (TSV Rain II), Eren Bozkurt (SV Türkgücü Königsbrunn), Taylan Soydan (Türkgücü München), Dogukan Mumcu (FC Ismaning), Kaan Aslan (Merkez Kayasehir Spor/Türkei), Yasin Özuzun (TSV Haunstetten), Hazem Ibrahim (SV Cosmos Aystetten), Tugay Demir (Ziel unbekannt). – Trainer: Servet Bozdag (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt.

FC Sturm Hauzenberg (16./18/10): Zu: keiner. – Ab: Senad Sallaku (FC Salzweg), Thomas Köglmeier (TSV Grafenau). – Trainer: Alexander Geiger und Dominik Schwarz (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt.

Türkgücü München (17./19/8): Zu: Jerimiah Dosi (TSG Neustrelitz), Atakan Ege (SV Waldeck Obermenzing), Soufian Tauber (SV Dornach), Burhan Bahadir, Sahin Bahadir (beide FC Unterföhring), Taylan Soydan (Türkspor Augsburg), Osman Doman (SV Italia 1965 München), Jonas Ngusu Luzolo (1. FC Garmisch-Partenkirchen), Rabbi Nsingi (SV Horn/Österreich). – Ab: Felix Thiel (FC Sportfreunde Schwaig), Mihajlo Vjestica (TuS Geretsried), Jusuf Amdouni (Ziel unbekannt), Ünal Tosun (TSV Landsberg), Yannis Güllüyan, Fatjon Celani (beide FC Kempten), Stanislav Stankic (SVN München), Dominik Kurija (zuletzt ohne Verein), Edis Redzic (Bahlinger SC), Rodriguez Fantozzi (BSG Chemie Leipzig), Mohamad Awata (FC Wacker München). – Trainer: Rainer Elfinger (wie bisher). – Ziel: Klassenerhalt.

Artikel 1 von 11