Rosenheim – Im DEL2-Spitzenduell gegen die Kassel Huskies haben die Starbulls Rosenheim einen 3:2-Overtimesieg – bereits zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit – eingefahren. Der Treffer zum Sieg fiel wenigen Sekunden vor Schluss der Verlängerung. Das weckte Erinnerungen an den ersten Heimsieg gegen die Hessen, als Maximilian Adamdie Grün-Weißen, 0,9 Sekunden vor Ende in die Extrazeit schickte. Vor Spielbeginn sorgte der Besuch der Familie des verstorbenen Ex-Starbulls-Stürmers Wade McLeod bereits für Gänsehaut im Rofa-Stadion.
Der Spielfilm: Viel Zeit zum Abtasten gab es am Faschingsdienstag nicht. Von Beginn an lieferten sich die Starbulls Rosenheim und die Kasseler ein intensives Duell auf Augenhöhe. Bereits in der zweiten Spielminute war es Charlie Sarault, der unter Bedrängnis flach im Tor unterbrachte und zur frühen 1:0-Führung für Rosenheim traf. Die Hausherren blieben am Drücker: C.J. Stretch setzte sich stark durch den Slot durch, ließ einen Verteidiger der Huskies aussteigen und vollendete frei vor Torhüter Oleg Shilin zum 2:0. In den beiden vorangegangenen Duellen waren es noch die Hessen gewesen, die mit 2:0 in Führung gegangen waren und am Ende jeweils in der Overtime den Kürzeren zogen.
Vor allem durch schnelle Konter bereiteten die Starbulls ihren Gästen immer wieder Probleme. Dennoch fanden auch die Huskies etwas glücklich zurück ins Spiel: Verteidiger Marco Müller nahm die Scheibe an der blauen Linie auf, schoss sie an die Bande hinter dem Rosenheimer Tor, von dort sprang sie zurück, und Valenti schob im Rücken von Oskar Autio zum 1:2-Anschluss ein.
Im zweiten Drittel setzten die Huskies die Starbulls zunehmend unter Druck, schnürten sie im eigenen Drittel ein und verzeichneten deutlich mehr Puckbesitz. In der 27. Minute wurden die Bemühungen belohnt: Tim Bender überquerte im Alleingang gegen drei Rosenheimer die blaue Linie und bezwang Autio auf der Stockhandseite. Ein Treffer, bei dem der Rosenheimer Schlussmann nicht glücklich aussah.
Das Top-Drei-Duell hielt, was es versprach: eine Partie auf Spitzenniveau. Das dritte Drittel war taktisch geprägt und blieb torlos. Über die gesamten 60 Minuten kassierten beide Teams jeweils nur zwei Strafminuten – ein Beleg für die Disziplin auf beiden Seiten.
Wie so oft in dieser Saison fiel die Entscheidung in der Overtime. Autio leitete den Angriff selbst ein, spielte die Scheibe zu Sarault, der vor dem Kasseler Tor quer auf Shane Hanna legte. Hanna behielt die Nerven und erzielte den entscheidenden Treffer zum viel umjubelten Extrapunkt.
Die Schlüsselszene: Kurz vor Schluss der regulären Spielzeit bewahrte Oskar Autio seine Mannschaft mit einer Fanghand-Parade der Extraklasse vor dem Rückstand. Im Eins-gegen-eins mit Darren Mieszkowski fischte der Finne den Puck spektakulär aus der Luft – direkt vor der Mangfallkurve. Die Menge tobte.
Der Spieler des Spiels: Oskar Autio war in den entscheidénden Momenten der auffälligste Rosenheimer auf dem Eis. Erst brachte der finnische Schlussmann seine Farben mit einer herausragenden Parade in den Schlussminuten in die Overtime, dann leitete er den Siegtreffer sogar noch mit ein. Das war bereits der zweite Assist für den Starbulls-Goalie in dieser Saison.
Zum Lachen: Die Intensität der Partie erinnerte bereits an Playoff-Eishockey. „Es war ein Hauch von Playoffs, es wurde um jede Scheibe gekämpft. Das hat mir gut gefallen“, lobte Starbulls-Trainer Jari Pasanen. Der Sieg gegen eine der Topmannschaften macht Mut für die anstehende Ausscheidungsrunde um die Meisterschaft.
Zum Weinen: Nach einem Sieg im Topspiel nichts.
Was war los mit: Teemu Pulkkinen war nicht im Aufgebot der Rosenheimer Eishockeyspieler. Der Finne war in seine Heimatstadt Vantaa gereist, um bei der Geburt seines dritten Kindes dabei zu sein.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Dass es wieder in die Overtime geht, wer hätte das gedacht? Kassel hat etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, war anschließend aber besser. Wir haben unsere Sache gut gemacht und sind geduldig geblieben. Heute war ein bisschen das Glück auf unserer Seite. Das haben auch ein paar Spieler nach dem Spiel gesagt. Wir haben gesehen, dass wir mit den Top-Zwei mithalten können und das ist wichtig. Die Kabine ist ein Zimmer voller glücklicher Leute.“
Petteri Väkiparta, Kassel Huskies: „Die drei Spieler waren nicht gleich, aber das Ergebnis war es. 2:2 ist nach den 60 Minuten ein gutes Ergebnis. Es sind ein paar komische Tore gefallen. Wir nehmen den einen Punkt mit und am Freitag geht es weiter.“
Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Kassel Huskies 3:2 (2:1, 0:1, 0:0/1:0 OT). Starbulls: Autio (Kolarz) – Adam, Vollmayer; Hanna, Tiffels; van der Linde, Keussen; Bosecker – Laub, Stretch, Järveläinen; Feser, Zerter-Gossage, Dietz; Sarault, Calce, Taupert; Beck, Kolb, Achatz.
Tore: 1:0 (2.) Sarault/Taupert, 2:0 (7.) Stretch/Järveläinen, 2:1 (9.) Valenti/Müller, Braun, 2:2 (27.) Bender, 3:2 (65.) Hanna/Sarault, Autio – OT.
Schiedsrichter: Hinterdobler/Rohatsch. Strafminuten: Rosenheim 2, Kassel 2; Zuschauer: 3616.
Das nächste Spiel: Am Freitag um 19.30 Uhr sind die Starbulls auswärts bei den Ravensburg Towerstars gefordert.