Das häufigste Ergebnis der Saison

von Redaktion

Aus der Starbulls-Statistik Torreigen und Overtime-Krimi der Rosenheimer DEL2-Eishockeyspieler

Rosenheim – Sechs Spiele noch bis zum Beginn der Play-offs und mit dem Nachholspiel gegen die Kassel Huskies ist der Vorsprung der Starbulls auf ihren letzten noch realistischen Kontrahenten um den dritten Platz, die Ravensburg Towerstars, wieder auf acht Punkte angewachsen – auch weil es C.J. Stretch und Co. am Dienstag mit einem ihrer „Lieblingsgegner“ zu tun hatten. Denn auch wenn die Huskies in der Tabelle vor den Starbulls stehen (und wohl auch bleiben werden), so verliefen alle bisherigen drei Begegnungen (das letzte Treffen in Kassel steht noch aus) vom Ergebnis her gleich und für die Hessen letztlich äußerst frustrierend.

Dreimal hieß es nach regulärer Spielzeit 2:2, dreimal verloren die Huskies in der Verlängerung, und dreimal fiel der Siegtreffer nur Sekunden vor einem möglichen Penalty-Schießen, erst fehlten 34 Sekunden, dann 14 und am Dienstag ganze drei Sekunden. Einziger Unterschied beim letzten im Vergleich zu den vorangegangenen Matches: Lagen die Huskies in diesen Spielen jeweils mit 2:0 in Führung, so waren es diesmal die Starbulls, die mit ihrem zweitschnellsten Heimstart der Saison bereits nach knapp sieben Minuten 2:0 vorne lagen. Insgesamt ist das 3:2 in Overtime heuer mit Abstand das häufigste Ergebnis der Rosenheimer (sechsmal), doppelt so häufig wie 3:0, 3:1, 4:2, 4:3, 1:2 und 1:3. Außerdem war Charlie Saraults Führungstreffer nach 112 Sekunden der zweitschnellste auf eigenem Eis (hinter Luigi Calces 1:0 gegen Landshut nach 110 Sekunden). Am allerschnellsten aber war Scott Feser beim 3:1 in Freiburg, als er bereits nach 53 Sekunden traf.

Drei Tore reichten also zum Sieg, und dies hätte auch am Freitag gegolten, als die Starbulls gegen Weißwasser leer ausgingen. Aber so brachten sie bereits zum sechsten Mal in dieser Saison in eigener Halle nur einen einzigen Treffer zustande, dreimal hieß es (wie erwähnt) am Schluss 1:2, je einmal 1:3, 1:4 und 1:6, auswärts dagegen agierten sie nur viermal ähnlich trefferarm (1:3 in Krefeld und Weiden und zweimal – 0:1 und 0:3 – in Regensburg). Am Sonntag aber kam man mit einem torreichen Sieg in Kaufbeuren wieder auf Kurs und konnte so von der Ravensburger 1:6-Niederlage in Kassel profitieren.

Lange Zeit sah es beim Tabellenletzten fast nach einem Spaziergang aus, wie man nach dem Tabellenstand (Kaufbeuren Letzter mit 41 Punkten weniger als die Starbulls) fast erwarten konnte. Dann aber gab es wie schon beim ersten Gastspiel an der Wertach ein verrücktes Drittel mit insgesamt sechs Toren. Beim 8:2-Sieg im November waren die sechs Treffer des Mittelschnitts sehr ungleich verteilt (5:1 für Rosenheim), diesmal verlief das Schlussdrittel (3:3) nach Toren ausgeglichen, wobei die Joker das Kunststück schafften, ihre ersten drei Treffer innerhalb von 6:03 Minuten zu erzielen, was in dieser Saison nur die Krefelder noch schneller geschafft hatten. Die vier Tore binnen 15:34 Minuten bedeuten sogar negativen Saisonrekord für die Starbulls!

Es ist schon interessant, um wie viel torreicher es bei Spielen zwischen Kaufbeuren und Rosenheim auf Allgäuer Eis zugeht. In den letzten vier Spielen in Rosenheim fielen sieben, sieben, fünf und drei Treffer, in den letzten vier Matches in Kaufbeuren neun, neun, zehn und elf! Heuer waren die beiden Spiele die torreichsten mit Rosenheimer Beteiligung überhaupt, in die Top-Fünf der Rosenheimer Zweitliga-Historie hat es das 7:4 aber nicht mehr ganz geschafft. Da waren zuvor schon fünfmal ein Dutzend Treffer gefallen.

Bevor die Kaufbeurer am Sonntag zu ihrer zwischenzeitlichen Aufholjagd ansetzten, waren Christopher Kolarz und Oskar Autio wieder 90:44 Minuten unbezwungen geblieben, bereits zum vierten Mal in dieser Saison länger als 90 Minuten! Vor dem Rosenheimer Ehrentreffer gegen Weißwasser durch C.J. Stretch lag auch wieder eine Phase von fast 64 Minuten, in denen die Starbulls keine Scheibe im gegnerischen Tor untergebracht hatten. Bereits neunmal waren bisher in dieser Saison Flauten von mehr als 60 Minuten zu verzeichnen. Am Dienstag fehlten gerade einmal zwei Minuten zur zehnten, was Shane Hanna aber verhindern konnte. Dass es Stretch war, der die jüngste dieser „60-Plus-Flauten“ beendete, ist kein Zufall. Denn der Kapitän, der zwischendurch wegen seiner mangelnden Offensivausbeute durchaus etwas in die Kritik geraten war, ist derzeit richtig heiß. In den letzten sechs Begegnungen traf er stets ins Schwarze und steuerte dazu noch drei Assists bei.

Vielleicht hängt das ja auch mit der Rückkehr von Lukas Laub zusammen? Jedenfalls hat auch der Dritte in der Ex-Paradereihe, Ville Järveläinen, sein Visier wieder richtig eingestellt. Drei Tore und sechs Vorlagen steuerte er in der besagten Zeit bei. Und während Sarault, Stretch und Hanna am Dienstag alle Tore für die Starbulls erzielten, blieb das hochgelobte Kasseler Kontingentstürmer-Quartett gänzlich ohne Scorerpunkt!

Maxi Adam, Teemu Pulkkinen und Fabian Dietz haben nun auch als fünfter, sechster und siebter Spieler mindestens fünf Treffer zu den 78 auswärts erzielten beigetragen. Das Besondere bei Dietz ist, dass er in eigener Halle leider noch keinen einzigen bejubeln konnte. Zu Hause kommen nur fünf Spieler auf fünf oder mehr Tore: Stretch (neun), Jordan Taupert (sieben), Lewis Zerter-Gossage und Shane Hanna (je sechs) sowie Scott Feser (fünf).

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