Starbulls-Coach verrät: „Die lieben sich“

von Redaktion

Noch sechs Spiele für die Starbulls im Grunddurchgang – Fällt die Vorentscheidung ums Heimrecht?

Rosenheim – Sechs Spieltage sind in der Hauptrunde der DEL2 noch zu bestreiten. Noch drei Wochenenden, dann ist alles für die heiße Phase in der zweithöchsten deutschen Eishockeyliga gerichtet. Für die Starbulls Rosenheim geht es in diesen drei Wochen noch um die optimale Platzierung. Am Freitag um 20 Uhr gastieren sie bei den Ravensburg Towerstars zum nächsten Top-Spiel, am Sonntag um 17 Uhr steht dann die Heimpartie gegen die Wölfe Freiburg auf dem Plan.

Die Ausgangslage: Die Starbulls könnten mit einem Sieg den nächsten Schritt machen, denn zwei Punkte fehlen rein theoretisch noch, um die direkte Play-off-Qualifikation unter Dach und Fach zu bringen. Schaut man aber realistisch auf das Klassement, dann geht es für die Mannschaft von Trainer Jari Pasanen um das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale, genauer gesagt um den dritten Rang nach der Hauptrunde. Der Vorsprung auf den Tabellenvierten aus Ravensburg beträgt acht Punkte. Das Duell bei den Oberschwaben könnte für Pasanen bereits „eine Vorentscheidung“ sein. „Die wollen uns erreichen, wir wollen unseren Vorsprung vergrößern.“ Auch Sonntagsgegner Freiburg hat noch etwas vor: Die Breisgauer haben die Play-offs wieder in Reichweite und sind nur noch zwei Zähler vom zehnten Rang entfernt.

Die Vorgeschichte: Gibt es die Renaissance des Traumsturms aus der vergangenen Saison? Ab November 2024 hatten Lukas Laub und Ville Järveläinen an der Seite von Kapitän C.J. Stretch für jede Menge Freude bei den Starbulls und viele Sorgenfalten bei den gegnerischen Teams gesorgt. Das war in dieser Spielzeit bislang nicht so oft der Fall. Laub traf zunächst trotz großem Engagements selten und war dann verletzt, Stretch war auf Formsuche – lediglich Järveläinen erzielte seine Tore. Mittlerweile läuft es aber wieder. Kapitän Stretch ist im Aufwind, zuletzt hat er in sechs Spielen in Serie getroffen. „Vielleicht habe ich mir alle meine Tore für das Saisonende aufgehoben?“, meinte der Routinier lachend gegenüber der OVB-Sportredaktion. Die Rückkehr des pfeilschnellen Außenstürmers Laub hat die Formation zusätzlich beflügelt. „Ville und ,Stretchi‘ haben ,Luki‘ vermisst. Jetzt ist er da – und das tut allen gut“, erklärte Pasanen. Der Rosenheimer Trainer wird sogar etwas melancholisch, wenn er über die neue Stärke der Sturmreihe spricht: „Die ganze Reihe harmoniert gut. Die lieben sich, die wollen zusammenspielen, die haben Spaß miteinander.“

Die Gegner: Bei aller Euphorie nach dem Heimerfolg über den Tabellenzweiten: Am Freitagabend haben die Starbulls eine harte Nuss zu knacken. Denn Ravensburg befindet sich – abgesehen von der 1:6-Niederlage in Kassel am vergangenen Sonntag – in herausragender Form. Zuvor hatten die Towerstars sieben Spiele in Serie gewonnen, vor heimischer Kulisse stehen bei den Spiele-Städtern sechs Siege en suite in den Büchern. Herausragend ist die Top-Reihe mit den drei Kontingentstürmern Mark Rassell (58 Punkte, darunter 35 Tore), Robbie Czarnik (53 Punkte bei 27 Toren) und Erik Jinesjö Karlsson (44 Punkte mit 30 Vorlagen). Weil auch Odeen Tufto (21 Punkte in 21 Spielen) gut mithält, haben die Ravensburger gleich vier Akteure mit mindestens einem Scorerpunkt pro Partie – in dieser Bilanz stehen die Starbulls übrigens blank da. Ansonsten erwartet Pasanen erneut „einen Hauch von Play-offs“, denn: „Ravensburg spielt etwas härter und wir müssen schauen, wie wir damit zurechtkommen.“ Der Weg zum Erfolg führt nur über „Disziplin und taktische Disziplin. Das haben wir gegen Kassel gut gemacht.“

Gleiches Rezept auch gegen Freiburg, zumal sich die Wölfe unter dem neuen Trainer gut gemacht haben. Das beweisen auch der 1:0-Erfolg über Kassel sowie der Sieg in Bietigheim vor wenigen Wochen.

Die Statistik: Sollten sich die Starbulls die Reise nach Oberschwaben nicht besser sparen? Seit dem Wiederaufstieg gab es für die Rosenheimer in Ravensburg nur Niederlagen, teilweise sogar recht deutlich. Fünfmal ging es ohne Punkte wieder zurück an die Mangfall, stets mit mindestens vier Gegentoren im Gepäck. Die Bilanz gegen Freiburg ist deutlich besser, in dieser Saison holten die Starbulls bislang sieben von neun möglichen Zählern.

Die Personalien: Beim Training am Donnerstag waren Verteidiger Leon van der Linde und Stürmer Sebastian Zwickl nicht mit auf dem Eis – die beiden Förderlizenzspieler aus Augsburg laborierten an Verletzungen. „Einmal Unterkörper, einmal Oberkörper“, meinte Coach Pasanen – und stellte fest: „So wie es jetzt aussieht, können sie nicht spielen.“ Das Fehlen des Verteidigers bestimmt die Richtung, denn der Rosenheimer Trainer blickt auf die erste starke Angriffsreihe der Ravensburger. „Die haben den letzten Wechsel. Und da brauchen wir dann zwei Verteidiger, die da gut dagegenhalten können.“ Weil Teemu Pulkkinen weiterhin in seiner finnischen Heimat weilt, wird sich bei den Kontingentspielern nichts verändern. Auf der Torwartposition hat sich Pasanen bereits festgelegt: Oskar Autio spielt am Freitag, Christopher Kolarz soll am Sonntag auflaufen.

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