„Als wäre Wade die ganze Zeit bei uns“

von Redaktion

Emotionaler Besuch der Familie MacLeod bei den Starbulls – Kapitän C.J. Stretch mit besonderen Momenten

Rosenheim – Das Spiel ist schon herausragend gewesen, denn die Starbulls Rosenheim hatten die Kassel Huskies im rasanten Top-Match der DEL2 nach Verlängerung mit 3:2 bezwungen. Was sich aber vor und nach der Partie im Rofa-Stadion abgespielt hat, war herzzerreißend. Besonders stark: Rosenheims Fans.

Bei diesem Spiel war nämlich die Familie von Wade MacLeod in Rosenheim zu Gast. Der kanadische Angreifer, der in der Saison 2015/16 sehr erfolgreich den Rosenheimer Dress getragen hatte, war im September 2025 nach langem Leiden mit nur 38 Jahren an einer Krebserkrankung verstorben. Seine Frau Karly hatte sich nun mit den Kindern Ava (9) und Georgia (5) auf den Weg nach Europa gemacht, um den Karrierestationen von Wade MacLeod einen Besuch abzustatten. Den Anfang machte dabei Rosenheim, weitere Stationen in Europa waren Frankfurt, Manchester in England, Narvik und Lillehammer in Norwegen.

Beim Heimspiel gegen Kassel war Familie MacLeod vor dem Spiel auf dem Eis. Ava und Georgia warfen den Ehrenpuck ein und die junge Georgia, die am Spieltag ihren fünften Geburtstag feierte, bekam vom gesamten Stadion ein „Happy Birthday“ gesungen. Für Starbulls-Kapitän C.J. Stretch ein besonders emotionaler Moment, denn er war 2015 gemeinsam mit MacLeod aus Amerika nach Rosenheim gewechselt. „Es waren viele Emotionen, weil ich ihm sehr nahe stand. Wir waren Reihenkollegen, waren beste Freunde“, erzählte Stretch der OVB-Sportredaktion. „Nach dem ersten Jahr in Rosenheim haben wir für zwei Jahre in Frankfurt unterschrieben und er konnte wegen seiner Erkrankung erst nicht spielen. Im zweiten Jahr kam er zurück und spielte wieder, es war erstaunlich. Wir waren einfach so eng verbunden.“ Am Vorabend des Spiels waren die Familien Stretch und MacLeod zusammen. „Wir haben sie zum Abendessen eingeladen und haben einfach Geschichten erzählt.“ Nach seiner Lieblingsgeschichte gefragt, antwortet Stretch: „Im Hockey hatte er ein paar unwirkliche Highlight-Tore, auf die ich immer noch zurückblicke und denke: ,Wie hat er das gemacht?‘ Er war einfach ein Magier, so ein guter Hockeyspieler und ein guter Mensch abseits des Eises.“

Gerade deshalb war auch das Geschehen nach dem Spiel für den Starbulls-Kapitän so emotional. Als die Rosenheimer Fans im Jubel über den Sieg auch „Wade MacLeod“-Sprechchöre anstimmten, holte er die beiden Töchter mit aufs Eis und vor die Fans. „Ich habe es den Mädchen gesagt, weil ich dachte, dass sie es sofort gehört haben. Ich sagte: ,Sie sagen den Namen eures Vaters, sie sagen den Namen eures Vaters‘. Und sie lächelten beide auf und ich sagte: ,Das hat er hier die ganze Zeit gemacht.‘“ Stretch merkte gegenüber dem OVB glücklich an: „Es ist verrückt, wie viel Liebe die Fans gegeben haben. Es fühlte sich an, als wäre Wade die ganze Zeit bei uns.“

Artikel 4 von 11