Gleich zwei Goldmedaillen live erlebt

von Redaktion

Luisa Klapprotts Olympia-Premiere: Starke Gegnerinnen, megaguter Kaffee und Vorfreude auf 2030

Livigno – DSV-Skicrosserin Luisa Klapprott (24, WSV Samerberg) ist in Livigno erstmals bei Olympischen Spielen an den Start gegangen. Allerdings hatte sie gleich im ersten Heat mit der späteren Goldmedaillengewinnerin Daniela Maier (SC Urach) und der dann Viertplatzierten Französin Marielle Berger-Sabatell extrem starke Gegnerinnen und letztlich keine Chance, das Viertelfinale zu erreichen.

Sind Sie enttäuscht?

Am Anfang war ich schon von meiner Leistung enttäuscht. Ich hätte gerne gezeigt, dass ich mehr draufhabe. Aber ja, der Heat war stark besetzt und mir ist es nicht gelungen, nach der etwas verpatzten ersten Negativkurve wieder in den Windschatten von Marielle zu kommen. Dann hatte ich keine Chance mehr.

Wie haben Sie den Kurs in Livigno empfunden?

Ich fand ihn eigentlich recht lustig, mir hat er insgesamt schon Spaß gemacht. Der Schnee war allerdings sehr stumpf und deshalb war der Kurs fast ein bisschen zu langsam.

Haben Sie die Goldmedaille Ihrer Teamkollegin gebührend gefeiert?

Ja klar! Ich muss aber sagen, dass ich gar nicht so lange durchgehalten habe, weil ich von dem langen Wettkampftag ziemlich müde war und wir am nächsten Tag auch mit den Jungs noch richtig feiern wollten.

Hatten Sie Zeit, andere Wettkämpfe anzuschauen?

Wir hatten das Glück, dass wir einige Tage vor unserem Wettkampf noch in San Pellegrino trainiert haben. Predazzo und Val die Fiemme ist von dort nicht weit und wir haben uns ein paar Langlaufwettkämpfe angeschaut und konnten bei der Goldmedaille von Philipp Raimund im Skispringen live dabei sein. Das war schon toll, auch ein paar andere als nur unsere Freestyle-Events in Livigno anzuschauen. Aber die Big-Air-Wettbewerbe dort waren schon auch sehr faszinierend zum Zuschauen. Die Big-Air-Athleten sind echt hart im Nehmen.

Was waren Ihre persönlichen Highlights bei den Olympischen Spielen?

Abgesehen von dem megaguten Kaffee in der Athleten-Lounge war es einfach insgesamt ein krasses Erlebnis, als Athletin dabei sein zu dürfen bei Olympia. Da bin ich schon stolz drauf!

Es wird immer viel vom „olympischen Geist“ gesprochen. Haben Sie ihn gespürt?

Ich kann es ja bisher nicht vergleichen, wie es sonst so bei Olympischen Spielen war. Auch wenn viele den fehlenden Spirit unter anderem durch die oft weit entfernten anderen Sportstätten vermisst haben, glaube ich, dass wir es in Livigno ganz gut erwischt haben. Hier war das alles sehr zentral und der Zuschauerbereich sehr nah. Ich fand es schon alles ziemlich cool.

Was nehmen Sie von den Spielen mit?

Ich habe dort viele neue sportliche wie auch persönliche Erfahrungen gemacht. Das ist schon einfach alles anders als bei Weltcuprennen. Ich freue mich auch jeden Fall schon sehr auf die Spiele 2030 und hoffe, dass ich da wieder teilnehmen darf und auch besser abschneiden werde.

Wie geht die Saison jetzt für Sie weiter?

Wir sind am Sonntag heimgekommen und mussten Montagfrüh gleich weiter nach Serbien zu den Weltcuprennen fliegen. Danach muss ich eine Woche die Schulbank für meine Polizeiausbildung drücken. Dann folgt der letzte Weltcupblock mit Rennen in Montafon, Kanada und Schweden. Und dann warten noch Skitests, bevor schon bald meine Abschlussprüfungen in der Polizeifachschule anstehen.

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