Holen die Starbulls noch einen Ausländer?

von Redaktion

Rosenheim mit Heimspiel gegen Bad Nauheim – Sonntag in Kassel – US-Amerikaner im Probetraining

Rosenheim – Vier Spieltage stehen in der DEL2 noch an, dann ist die Hauptrunde beendet. Die meisten Mannschaften sind noch mitten im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation oder die Pre-Play-off-Plätze. Nicht aber die Starbulls Rosenheim. Die Eishockeyspieler von der Mangfall stehen ziemlich sicher auf dem dritten Platz. Dennoch wollen die Grün-Weißen das Heimspiel gegen Bad Nauheim am heutigen Freitag um 19.30 Uhr und das Auswärtsspiel in Kassel am Sonntag um 17 Uhr erfolgreich gestalten.

Die Ausgangslage: „Wir sind in den Play-offs und haben das Heimrecht fast sicher. Das ist alles, was wir wollten“, sagt Trainer Jari Pasanen vor dem vorletzten Hauptrunden-Wochenende. „Viele hätten es uns nicht zugetraut, aber die Jungs haben es geschafft“, führt der Deutsch-Finne weiter aus. Sieben Punkte Rückstand hat Rosenheim aktuell auf Kassel, neun Zähler Vorsprung auf Ravensburg. Mit einem Sieg am Freitag wäre den Starbulls zumindest das Heimrecht sicher. Geht dann der Blick nochmal nach oben? „Es kommt, wenn es kommt. Wir müssen erstmal am Freitag und Sonntag gewinnen, dann kann man vielleicht schauen, wie es tabellarisch aussieht. Aber jetzt ist es immer noch zu früh“, sagt Pasanen. Fakt ist dennoch: Holt Rosenheim am Wochenende sechs Punkte, ist das Rennen um den zweiten Rang weiter offen.

Die Vorgeschichte: Druck hat Rosenheim vor den letzten vier Spieltagen allerdings nicht. Selbst der dritte Rang wäre im dritten Jahr nach dem Aufstieg ein großer Erfolg. Das weiß auch Pasanen, der bei seinem Team deshalb auch die Sinne schärft: „Die Gefahr ist, dass man mental zu einfach in das Spiel reingeht. Die Jungs wissen ja auch, dass es für uns um nicht so viel geht. Das kann gefährlich werden, deswegen müssen wir bereit sein.“

Die Gegner: Der EC Bad Nauheim hat aktuell ganz andere Sorgen. Die Roten Teufel sind Tabellenzwölfter und stehen sechs Punkte hinter dem ersten Pre-Play-off-Platz. „Sie spielen um das Überleben“, weiß Pasanen, der ein hartes Spiel erwartet; „Es ist scheißegal, was bis jetzt passiert ist. Für sie geht es nur um die Punkte. Entsprechend intensiv werden sie spielen – und da müssen wir bereit sein.“ Seit drei Wochen steht bei den Hessen Antti Karhula als Headcoach in der Verantwortung. Der 49-jährige Finne trat die Nachfolge des freigestellten Peter Russell an. Vergangene Woche folgte die schlagzeilenträchtige Verpflichtung von Stürmer Ryan Olsen. Der 32-jährige Deutsch-Kanadier sollte in der laufenden Spielzeit für die Düsseldorfer EG auflaufen, der Vertrag wurde aber bereits vor Saisonbeginn wieder aufgelöst.

Die Kassel Huskies schnuppern noch immer am ersten Tabellenplatz. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Krefeld. Dass Kassel die Pinguine noch einholt, ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Jari Pasanen erwartet deshalb auch einen guten Test für die Play-offs. „Es ist kein Play-off-Spiel, aber es wird sicherlich eine hohe Intensität da sein. Kassel will ja gewinnen, sie wollen den zweiten Platz verteidigen.“

Die Statistik: Die Zahlen sprechen in beiden Fällen klar für die Starbulls. Gegen beide Gegner am Wochenende ist Rosenheim noch ungeschlagen. Bad Nauheim holte bisher einen Punkt, Kassel immerhin drei. In allen drei Duellen gegen die Huskies hieß es nach Verlängerung 3:2, dreimal ging Rosenheim als Sieger vom Eis – zweimal nach 0:2-Rückstand, einmal nach 2:0-Führung.

Die Personalien: Die Stürmer Lewis Zerter-Gossage und Jordan Taupert, die sich beim Heimauftritt gegen Freiburg verletzten, werden am Wochenende pausieren. Ob längere Ausfallzeiten drohen, ist von noch abzuwartenden Untersuchungsergebnissen abhängig. Die Förderlizenzspieler Sebastian Zwickl und Leon van der Linde kehren ebenso ins Rosenheimer Line-up zurück wie der finnische Stürmer Teemu Pulkkinen. Aufgrund der Ausfälle setzt Pasanen auf alle drei Kontingentspieler im Sturm, Torhüter Oskar Autio muss deshalb aus dem Kader weichen.

Im Training stand zudem ein neues, unbekanntes Gesicht auf dem Eis. Wyatt Schingoethe absolviert aktuell ein Probetraining bei den Starbulls. Der 23-jährige Linksschütze gilt als kraftvoller Zwei-Wege-Mittelstürmer, der körperbetont spielt und sowohl offensiv als auch defensiv zuverlässig agiert. Erst im Sommer wechselte Schingoethe nach Deutschland, zuvor war er vier Jahre lang für die Western Michigan University auf dem Eis. Seine erste Station in Europa waren die Stuttgart Rebels in der Oberliga Süd. Dort überzeugte der junge Mittelstürmer mit 15 Toren und elf Vorlagen in nur 15 Partien. Mit einer festen Verpflichtung würde Pasanen kurz vor den Play-offs noch einmal den Konkurrenzkampf anheizen. Aber nicht nur das: Rosenheim könnte mit Schingoethe zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der 23-Jährige soll nämlich noch in diesem Sommer einen deutschen Pass bekommen.

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