Varkaus – Zum erhofften Medaillengewinn hat es zwar nicht ganz gereicht, dennoch zog Eisspeedway-Pilot Luca Bauer (Reit im Winkl) ein positives sportliches Fazit der Europameisterschaft. Nach seinem fünften Platz in Varkaus (Finnland) betonte er: „Ich bin für Inzell gut drauf.“ Damit blickte er bereits auf die WM-Läufe in der Max-Aicher-Arena (14./15. März) voraus.
Der 27-Jährige holte in den Vorläufen zwölf Punkte. Während die zwei Erstplatzierten nach Punkten direkt für das Finale qualifiziert waren, musste Bauer in den Last Chance Heat der Piloten auf den Rängen drei bis sechs. Dort „lag ich gut im Rennen. Aber zum Schluss raus habe ich mit dem schlechten Eis Probleme gehabt und wurde in diesem Lauf Dritter.“ Damit verfehlte er den Endlauf knapp. In diesem setzte sich Heikki Huusko (Finnland) vor Lukas Hutla (Tschechien), seinem Landsmann Max Koivula sowie Niclas Svensson (Schweden) durch. Bauer wurde Fünfter. „Ich bin zufrieden. Ich wusste, dass es hier schwer wird und habe mich auch nicht zu den Favoriten gezählt. Aber das Tempo war sehr gut, und in Inzell ist ja auch viel besseres Eis“, blickt er voraus.
Auch die anderen Rahmenbedingungen sind beim WM-Lauf in der Max-Aicher-Arena wesentlich besser. „In Varkaus waren wir acht Stunden lang bei Minusgraden in einem Zelt ohne Heizung im Fahrerlager. Es gab nicht einmal ein richtiges Training am Tag vorher, sondern nur ein kurzes Warm-Up – und dafür hat man mit Hin- und Rückweg ungefähr 65 Stunden Fahrtzeit“, ärgert er sich. „Ich hoffe, dass die EM nächstes Jahr wieder in Sanok (Polen, d. Red.) stattfindet. Da war das in den vergangenen Jahren deutlich besser organisiert.“
Von den acht besten Fahrern der EM in Varkaus sind übrigens sieben beim Grand Prix 1 und 2 in Inzell dabei. Nur Österreichs Routinier Harald Simon fehlt, weil der Pfaffenschlager nach seinem Comeback nicht gleich bei der WM-Qualifikation teilnehmen konnte. Dass er nichts verlernt hat, zeigte jedoch sein sechster Platz in Finnland. Achter wurde dort Andrej Divis. Er rückte als Elfter der WM-Qualifikation inzwischen für das WM-Feld in Inzell nach, weil der qualifizierte Aki-Ala Riihimäki (Finnland) wegen einer Verletzung ausfällt.
Franz Mayerbüchler aus Inzell erkämpfte in Finnland drei Punkte. Damit stimmte sich der 32-Jährige mit etwas Fahrpraxis auf die WM-Rennen in seinem Heimatort ein. Dort ist er als Reservefahrer dabei. „Ich bin nicht so ganz zufrieden. Das war ein durchwachsener Tag, und ich bin etwas unter meinen Möglichkeiten geblieben“, berichtet Mayerbüchler. Er hatte zudem etwas Pech: „Vor meinem letzten Lauf hatte ich einen Platten. Mir hat zwar ein anderer Fahrer seine Maschine geliehen, aber das hat nichts mehr geholfen. Schade, in diesem Lauf wären zwei Punkte drin gewesen – und dann wäre ich mit fünf Punkten Elfter gewesen“, bedauert der Inzeller. Allgemein „war das Eis sehr hart und nicht einfach zu fahren. Dazu war die Bahn von der Form her ein ziemliches Ei – das war schon eine Umstellung gegenüber normalen Strecken.“ Zumal „es ja kein richtiges Training am Tag zuvor gab, das ist bei einer unbekannten Bahn nicht gerade ideal.“ Dennoch hat sich seine Reise nach Finnland zumindest teilweise gelohnt: Denn Mayerbüchler war zwei Tage früher angereist und hatte anderswo zwei Trainingstage einlegen können. „Und jetzt freue ich mich schon auf Inzell“, betont er.
Der EM-Endstand: 1. Heikki Huusko, Finnland, 15 Punkte (Sieg im Endlauf); 2. Lukas Hutla, Tschechien, 15; 3. Max Koivula, Finnland, 14; 4. Niclas Svensson, Schweden, 13; 5. Luca Bauer, Reit im Winkl, 12; 6. Harald Simon, Pfaffenschlag, 8; 7. Sebastian Reitsma, Niederlande, 8; 8. Andrej Divis, Tschechien, 6; 9. Isak Dekkerhus, Schweden, 6; 10. Leon Kramer, Niederlande, 6; 11. Melwin Björklin, Schweden, 4; 12. Paul Cooper, Großbritannien, 4; 13. Anssi Lehtinen, Finnland, 3; 14. Josef Kreuzberger, Österreich, 3; 15. Franz Mayerbüchler, Inzell, 3; 16. Marc Geyer, Büdingen, 2; 17. Jo Saetre, Norwegen, 1; 18. Arttu Lehtinen, Finnland, 1. who