Rosenheim – Die Starbulls Rosenheim haben mit einem 4:3-Heimsieg gegen den EC Bad Nauheim den dritten Platz sicher! Die DEL2-Eishockeyspieler von der Mangfall holten die volle Punkteausbeute und erhielten zudem Schützenhilfe aus Sachsen. Drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde ist damit sogar noch der zweite Rang in Reichweite.
Der Spielfilm: Blitzstarts hat es in der laufenden DEL2-Hauptrunde schon einige gegeben. Und auch im vorletzten Heimspiel vor den Playoffs zögerten die Starbulls nicht lange. C.J. Stretch wurde nach nur 1:14 Minuten mustergültig von Dominik Tiffels in Richtung Tor geschickt. Im Duell mit dem Bad Nauheimer Goalie Jerry Kuhn blieb der Rosenheimer Kapitän eiskalt und schob durch dessen Beine zum 1:0 für die Hausherren ein. In der Folge ebbte die Partie etwas ab. Beide Mannschaften bemühten sich zwar, am Spielstand zu schrauben, blieben jedoch zunächst erfolglos.
Erst rund eine halbe Stunde später wurde es im Rosenheimer Eisstadion wieder turbulent. Die Starbulls zeigten ein ansehnliches Powerplay, kamen mehrfach zum Abschluss und hielten sich beinahe die gesamten zwei Minuten im gegnerischen Drittel fest. Doch ausgerechnet die Gäste nutzten kurz darauf ihre Überzahl. Shane Hanna blockte einen Schuss mit dem Schläger, der dabei zerbrach. Charlie Sarault reichte seinem Landsmann seinen Schläger – und ausgerechnet mit diesem lenkte Hanna in der nächsten Szene Hickmotts Schuss unglücklich ins eigene Tor.
Doch der Ausgleich währte nur Sekunden. Direkt im Anschluss waren erneut die Grün-Weißen in Überzahl, und Hanna bügelte sein Missgeschick mit einem Schlenzer aus dem hohen Slot zur erneuten Führung aus. Wenig später bauten die Starbulls ihren Vorsprung weiter aus: Sebastian Zwickl schloss flach auf Kuhns Schoner ab, Fabian Dietz staubte nach einem starken Laufweg durch die Mitte trocken unter die Latte zum 3:1 ab.
Die Gäste gaben sich jedoch nicht geschlagen. Neuzugang Ryan Olsen fälschte Fischers Schuss unhaltbar zum 2:3 aus Rosenheimer Sicht ab. Spätestens jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Luigi Calce trug die Scheibe vom rechten Flügel entschlossen vor das Tor und netzte zum 4:2 ein. In den Schlusssekunden verkürzten die Hessen bei gezogenem Goalie noch auf 3:4 – dabei blieb es jedoch.
Die Schlüsselszene: Shane Hannas direkte Antwort auf den Bad Nauheimer Ausgleich. Der Verteidiger korrigierte seinen Fehler umgehend und erstickte die aufkeimenden Hoffnungen der Roten Teufel sofort.
Der Spieler des Spiels: Fabian Dietz war an drei der vier Rosenheimer Treffer beteiligt. Beim 2:1 durch Shane Hanna nahm er Kuhn entscheidend die Sicht, beim 3:1 traf der 27-Jährige selbst und beim 4:2 bereitete er für Calce vor. Seine Präsenz vor dem Tor war über die gesamte Partie hinweg herausragend.
Zum Lachen: Mit Blick auf das große Ganze gibt es an der Mangfall derzeit allen Grund zur Freude. Da Verfolger Ravensburg zuhause gegen Crimmitschau eine 2:0-Führung verspielte und erst im Penaltyschießen mit 3:2 gewann, haben die Starbulls drei Spiele vor Ende der Hauptrunde den dritten Platz bereits sicher.
Zum Weinen: Die Starbulls müssen wohl erneut einen Verletzten beklagen. Tjark Kölsch checkte den Rosenheimer Johannes Achatz mit dem Kopf in die Bande neben der Gästebank. Der 19-Jährige blieb benommen liegen und konnte nicht weiterspielen.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Nach dem 1:0 hat Bad Nauheim im ersten Drittel das Spiel etwas übernommen. Danach haben wir es phasenweise überragend gespielt. Im letzten Drittel hat man gemerkt, dass Bad Nauheim die Punkte dringend braucht. Sie haben sehr druckvoll und energisch gespielt. Es war eine harte Trainingswoche, vielleicht hat deshalb etwas die Frische gefehlt. Da kann man auch mal ein Auge zudrücken. Im August wurden Landshut und Regensburg vor uns gesehen. Wir haben uns den aktuellen Platz in der Tabelle verdient, aber in den Playoffs zählt das alles nichts. Mit Platz drei kannst du dir nichts kaufen – höchstens Selbstvertrauen tanken.“
Antti Karhula, EC Bad Nauheim: „Es ist eine harte Niederlage für uns. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Das vierte Rosenheimer Tor kam etwas aus dem Nichts. Uns fehlt aktuell das kleine Extra, um solche Spiele zu gewinnen.“
Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – EC Bad Nauheim 4:3 (1:0,2:1,1:2). Starbulls: Kolarz (Müller) – Adam, Vollmayer; Hanna, Tiffels; van der Linde, Keussen; Bosecker – Laub, Stretch, Järveläinen; Sarault, Feser, Pulkkinen; Dietz, Calce, Achatz; Zwickl, Kolb, Beck.
Tore: 1:0 (2.) Stretch/Tiffels, 1:1 (32.) Hickmott/Olsen, Jakovlev, 2:1 (33.) Hanna/Feser, Pulkkinen, 3:1 (37.) Dietz/Zwickl, Stretch, 3:2 (44.) Olsen/Fischer, Erk, 4:2 (48.) Calce/Dietz, 4:3 (60.) Bowles/Hickmott.
Schiedsrichter: Hinterdobler/Singer.
Strafminuten: Rosenheim 4, Bad Nauheim 8; Zuschauer: 3867.
Das nächste Spiel: Am Sonntag um 17 Uhr sind die Starbulls Rosenheim im Kampf um den zweiten Platz bei den Kassel Huskies zu Gast. Die Nordhessen traten zuletzt ohne Punkte die Heimreise aus der Lausitz an (1:3). Damit trennen den Dritt- und den Zweitplatzierten vor dem direkten Duell am Sonntag lediglich vier Zähler.