Freilassing – Der Start in die Restrunde der Fußball-Landesliga Südost hatte sich für den TSV 1880 Wasserburg aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im Freilassinger Stadion und mangelnder Kapazitäten bereits um drei Tage verzögert. Die Löwen warteten jedoch auch nach Anpfiff am Dienstagabend im Badylon weitere 45 Minuten, ehe sie tatsächlich loslegten. Zur Halbzeit lag Wasserburg mit 0:2 in Rückstand und spielte nach dem Platzverweis für Jaume Rubio Gonzalez (19.) nur noch zu zehnt. Die erste Niederlage des Jahres schien früh besiegelt, doch nach dem Seitenwechsel drehte die Mannschaft von Florian Heller auf – und dadurch das Spiel auf 5:2.
„Ich hoffe, dass ich trotz aller Euphorie die richtigen Worte treffe“, gab Heller Einblick in seine Gefühlswelt. „Die komplette erste Halbzeit war – unabhängig vom Platzverweis – eine Phase, in der wir mit Ball nicht die richtigen Lösungen getroffen haben. Wir haben es extrem verkompliziert, haben nicht in die richtigen Räume gespielt. Dadurch konnten wir uns entsprechend auch kaum Torchancen erarbeiten und konnten den Gegner nicht wirklich beschäftigen. Das wiederum hat Freilassing extrem in die Karten gespielt.“ Die Gastgeber nutzten die Wasserburger Unpässlichkeiten zunächst gnadenlos aus und gingen durch Maximilian Streibl mit 1:0 in Führung (16.). Wenig später kam es für die Löwen noch schlimmer, denn nach eigener Ecke wollte Rubio Gonzalez einen Konter unterbinden und sah die Rote Karte (19.). Als Tobias Frisch nach einer halben Stunde zum 2:0 einschoss, schien die Messe gelesen (31.).
Nach dem Seitenwechsel spielte Wasserburg sauberer und druckvoller, sodass bald klar wurde, dass ein Anschlusstreffer das Spiel kippen könnte. Diesen erzielte Robin Ungerath nach einer Ecke in der 59. Minute und fortan wackelte Freilassing. Was danach folgte, hat in dieser Form auch keiner der Beteiligten oft erlebt. Innerhalb von sechs Minuten erzielte Wasserburg in Unterzahl vier weitere Treffer und stellte auf 5:2. Vinzenz Egger traf zum Ausgleich (70.), dann schweißte Thomas Voglmaier den Ball in die Maschen (72.). Als die geschockten Gastgeber nach dem Rückstand wieder etwas offensiver agieren wollten, schlug die Stunde von Robin Ungerath, der erst eine Flanke einköpfte (74.) und dann eiskalt vor Torhüter Thomas Unterhuber abschloss (76.).
TSV Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Rubio Gonzalez, Brich, Rauscher, Dumitru (61. Kononenko), Dittrich, Voglmaier, Ungerath (89. Haunolder), Vieregg (46. Egger).
Schiedsrichter: Maximilian Hefeneder.
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Streibl (16.), 2:0 Frisch (31.), 2:1 Ungerath (59.), 2:2 Egger (70.), 2:3 Voglmaier (72.), 2:4 Ungerath (74.), 2:5 Ungerath (76.).
Besonderheit: Rot gegen Wasserburgs Jaume Rubio Gonzalez wegen Foulspiels (19.).jah