Landshut – Lange hat es nach dem vierten Derbysieg der Starbulls Rosenheim in dieser Saison ausgesehen. Beim EV Landshut lagen die Eishockeyspieler von der Mangfall am vorletzten Spieltag der DEL2-Hauptrunde mit 2:0 in Führung. Im letzten Abschnitt drehten die Hausherren dann aber auf und kamen noch zum Ausgleich. In der Verlängerung fiel der 3:2-Siegtreffer für den EVL.
Damit steht auch fest, dass die Starbulls die Hauptrunde auf dem dritten Rang abschließen. Der Gegner für das Play-off-Viertelfinale steht erst nach dem letzten Spieltag am Sonntag fest. Für die Eisbären Regensburg ist die Wahrscheinlichkeit am größten, der Tabellensechste hat drei Zähler Vorsprung auf die Verfolger aus Landshut und von den Lausitzer Füchsen.
Der Spielfilm: Rosenheim war stark ins Spiel gekommen und hatte bereits nach 23 Sekunden die erste große Gelegenheit, als Lukas Laub auf Ville Järveläinen spielte, der sonst so treffsichere Deutsch-Finne die Scheibe aus kurzer Distanz aber nicht aufs Tor brachte. Für die Führung sorgte dann Shane Hanna in der neunten Minute, als er aus der Distanz abzog und Landshuts Goalie Jonas Langmann überwand. Vor dem Tor hatte Fabian Dietz dafür gesorgt, dass dem Torhüter der Gastgeber die Sicht verdeckt war.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts besaßen die Rosenheimer durch Scott Feser die erste gute Möglichkeit. Dann meldete sich aber auch Landshut an und Starbulls-Schlussmann Oskar Autio hatte Glück, dass der abgewehrte Puck beim Versuch von Julian Kornelli auf die Torlatte fiel. Dann traf Luigi Calce prächtig, das Tor wurde aber nicht gewertet. Es dauerte aber nur etwas mehr als eine Minute, dann hatten die Gäste auf 2:0 gestellt. Und wieder war Hanna der Torschütze: Der Verteidiger war in guter „Hanna-Manier“ in Mittelstürmer-Position vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht und hatte ein Zuspiel von Calce im zweiten Versuch verwertet. Gegen Ende des zweiten Drittels legten die Niederbayern aber zu: Einmal musste Joel Keussen in letzter Sekunde retten, einmal parierte Autio prächtig. Es waren die Vorboten dessen, was im Schlussabschnitt auf die Starbulls zukam.
Landshut kam nämlich entfesselt ins Spiel zurück. Zunächst hatte Autio seinen Kasten mit mehreren Paraden saubergehalten, als Tor Immo aber schön auflegte, traf Tobias Lindberg aus kurzer Distanz zum 1:2. Und nachdem sich Feser eine völlig unnötige Strafe abholte, bediente Immo im Powerplay den freistehenden David Elsner, der den Ausgleich markierte. Die Hausherren setzten dann in der Verlängerung noch einen drauf, weil Immo diesmal selbst ansetzte und ins Netz traf.
Die Schlüsselszene: Der Landshuter Anschlusstreffer zum 1:2 hat die Niederbayern nicht nur wieder ins Spiel zurückgebracht, sondern den Gastgebern auch ganz viel Energie mitgegeben. Das war spätestens der Zeitpunkt, als das Momentum die Seiten gewechselt hat.
Zum Lachen: Auch wenn der Treffer zum 2:2 fiel, als mit Scott Feser ein Rosenheimer auf der Strafbank saß: über weite Strecken des Spiels hatten die Starbulls das starke Landshuter Powerplay gut im Griff.
Zum Weinen: Luigi Calce hatte in der 31. Minute herrlich abgezogen und zum vermeintlichen 2:0 für die Starbulls getroffen, doch der Jubel wurde recht schnell im Keim erstickt. Beim Abschluss des Rosenheimer Angreifers waren bei den Gästen nämlich sechs Feldspieler auf dem Eis – einer zuviel. „Übermotiviert rausgelaufen“, stellte Coach Jari Pasanen fest. Bitter zudem: Zum aberkannten Tor kam auch noch eine Strafzeit hinzu.
Der Spieler des Spiels: Tor Immo. Der schwedische Angreifer im Landshuter Dress war mit zwei Vorlagen und dem Siegtreffer in der Verlängerung der entscheidende Akteur auf dem Eis. Der Treffer sorgte für den Sieg, aber die beiden Assists waren technisch stark und mit hervorragender Übersicht gespielt und somit blitzsauber.
Das sagen die Trainer: Uwe Krupp, EV Landshut: „Wir waren zu Beginn nicht ganz so stabil und in den Zweikämpfen nicht so hartnäckig. Im zweiten Drittel sind wir dann mit viel mehr Entschlossenheit rausgekommen. Wenn Rosenheim mal eine Führung hat, dann ist es unheimlich schwer, gegen sie zu spielen. Und es passiert nicht so oft, dass Rosenheim eine 2:0-Führung vergibt. Umso schöner für meine Mannschaft. Es war ein super Heimspiel mit einem glücklichen Ende für uns.“
Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Es war ein tolles Spiel und die Fans sind auf ihre Kosten gekommen. Wir haben sehr gut angefangen, aber nach dem 2:0 ist bei uns ein bisschen die Intensität verlorengegangen. Vor dem 2:2 gab es eine komplett unnötige Strafzeit in der Offensivzone. Und wenn du Immo & Co. zu viele Chancen gibst, dann treffen sie auch irgendwann. Shane Hanna hatte in der Verlängerung eine ähnliche Chance, wir haben aber nicht geschossen.“
Die Spielstatistik: EV Landshut – Starbulls Rosenheim 3:2 n. V. (0:1, 0:1, 2:0, 1:0). Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Beck, Keussen – Laub, Stretch, Järveläinen; Sarault, Feser, Fabian Dietz; Musin, Calce, Van der Linde; Bosecker, Kolb, Achatz.
Tore: 0:1 (9.) Hanna/Saralt, Tiffels, 0:2 (32.) Hanna, 1:2 (48.) Lindberg/Immo, Stanislav Dietz, 2:2 (50.) Elsner/Immo, Gaus – PP1, 3:2 (63.) Immo/Lindberg, Stanislav Dietz.
Schiedsrichter: Polaczek und Kannengießer; Strafminuten: Landshut 10, Rosenheim 14; Zuschauer: 4448 (ausverkauft).
Das nächste Spiel: Zum Abschluss der Hauptrunde empfangen die Starbulls am Sonntag um 17 Uhr die Blue Devils Weiden im Rofa-Stadion.