Wasserburg – „Wir widmen diesen Sieg heute Markus“, betonte Kevin Klammer nach dem 2:0-Erfolg seiner Löwen vom TSV Wasserburg in der Fußball-Landesliga Südost gegen den TSV Grünwald. Dem Wasserburger Abteilungsleiter war es vor und nach dem ersten Heimspiel der Innstädter seit dem überraschenden und zu frühen Tod ihres Hauptsponsors, Förderers und Freundes ein großes Anliegen, ihm zu gedenken. In seiner Ansprache vor dem Spiel würdigte Klammer Bauers Verdienst für den Fußball in Wasserburg und forderte die Mannschaft auf, „mit dem Zusammenhalt zu spielen, den Markus immer so sehr geschätzt hat“.
Neben einigen besonderen Momenten war es genau diese Gemeinschaft, die den Unterschied gemacht hat. Gegen eine technisch sehr gute Grünwalder Mannschaft stemmten sich die Löwen mit allem, was sie hatten, und hielten die Gästeoffensive, die vergangene Woche noch sechsfach zugeschlagen hatte, bei null. Wasserburgs Trainer Florian Heller war angesichts der Grünwalder Kreativität bereits vor der Partie klar, dass seine Abwehr nicht alles wegverteidigen würde können, weshalb es auch auf Lino Volkmer ankommen würde. Und der Torhüter war da, als er gebraucht wurde. Nach zehn Minuten war Marcel Kosuch nach Gassenpass frei durch, doch Volkmer parierte mit einer glänzenden Fußabwehr. Ein zweiter Schlüsselmoment ereignete sich nur eine Minute später, als Robin Ungerath einen Halbfeldfreistoß von Dominik Brich wuchtig einköpfte (11.). In diesen 60 Sekunden hätte das Pendel auch anders ausschlagen können. „Es war eine sehr zerfahrene Partie“, analysierte Heller. „Zum einen hat der Platz sehr viel verhindert, was fußballerische Elemente betrifft. Zum anderen hatten wir einen Spielverlauf, der von vielen Nicklichkeiten und vielen kleinen Fouls geprägt war. Es kam kaum ein Spielfluss zustande.“ Das Zerfahrene lag den Löwen aber: „Wir haben es besser hinbekommen, uns an diese Gegebenheiten anzupassen.“
Grundstein für den Erfolg gegen Verfolger Grünwald war die starke Wasserburger Defensive. Auch als nach knapp einer halben Stunde Manuel Kerschbaum bei seinem Comeback und Robin Ungerath verletzungsbedingt ausgewechselt werden mussten, änderte sich an der Statik des Abwehrverbundes kaum etwas. „Wir standen über die gesamten 90 Minuten sehr, sehr stabil. Nach vorne haben wir immer wieder unsere Spitzen gesetzt“, so Heller. Einen dieser Nadelstiche versenkte Josef Stellner nach 50 Minuten zum 2:0 im Winkel. Thomas Voglmaier hatte zuvor einen weiten Ball vor der Auslinie gerettet und in die Mitte gegeben, wo der eingelaufene Außenspieler aus 16 Metern abzog und Timon Körber im Tor nur noch den Windhauch spüren ließ. „Das Tor war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient“, resümierte der Coach. In der Folge ließen die Innstädter Grünwald nicht mehr zurück ins Spiel kommen.
TSV Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Brich, Rauscher, Stellner, Dumitru (88. Obermaier), Kerschbaum (31. Haunolder), Voglmaier (75. Deser), Ungerath (34. Egger), Vieregg (61. Kononenko).
Schiedsrichter: Egner (TSV Bodenmais).
Zuschauer: 405.
Tore: 1:0 Ungerath (11.), 2:0 Stellner (50.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Grünwalds Keller (80.).