„Die beste Mannschaft, seitdem ich hier bin“

von Redaktion

INTERVIEW Starbulls-Coach Jari Pasanen über die Hauptrunde, Favoritenrolle und Lehren aus der Vorsaison

Rosenheim – Die Eishockeyspieler der Starbulls Rosenheim haben die Hauptrunde in der DEL2 auf dem dritten Rang abgeschlossen und gehen deshalb mit einem guten Gefühl in die Play-offs. Im Viertelfinale warten die Eisbären Regensburg als Gegner. Die ersten vier Spieltermine stehen bereits fest: Die Heimspiele in Rosenheim sind am Dienstag, 17., und Sonntag, 22. März, die Partien in Regensburg finden am Freitag, 20., und Mittwoch, 25. März, statt. Vier Siege sind notwendig, um ins Halbfinale einzuziehen. Nach dem Ende der Hauptrunde hat sich die OVB-Sportredaktion mit Starbulls-Cheftrainer Jari Pasanen unterhalten. Der erfahrene Coach, der sich in seiner vierten Saison an der Mangfall befindet, zieht eine erste Bilanz und blickt auf die entscheidende Phase der Spielzeit voraus.

Wie fällt Ihre Bilanz für die Hauptrunde aus?

Insgesamt hervorragend. Die Mannschaft hat teilweise richtig gut gespielt, insgesamt war es eine super Saison. Wenn man so viele Punkte geholt hat und jetzt letztendlich Dritter geworden ist, hat man sicherlich was richtig gemacht.

Was waren für Sie die Highlights?

Das war einfach die Art und Weise, wie die Mannschaft gearbeitet hat und wie wir uns gesteigert haben. Wir haben ja nicht so rosig angefangen und es hat ein bisschen gedauert. Ab Dezember haben wir dann solide gespielt und den dritten Platz durchgehend gehalten. Es sind so viele Highlights, aber das große Ding für mich war, wie gewissenhaft die Mannschaft gearbeitet hat. Das ist die beste Mannschaft, seitdem ich hier bin.

Gibt es denn etwas, was Sie an Ihrer Mannschaft besonders überrascht hat?

Dass wir so viele Punkte und den dritten Platz geholt haben. Das hat mich schon ein bisschen überrascht. Im Vorfeld sind andere Mannschaften hochgelobt worden, und trotzdem ist Rosenheim Dritter. Dass Krefeld und Kassel da vorne zu finden sind, war relativ klar. Aber danach hätten vor uns noch zwei, drei andere Mannschaften sein sollen. Aber die Tabelle lügt nicht.

Im vergangenen Sommer haben Spieler den Verein verlassen, die eine zweistellige Toranzahl hatten. Was ist das Erfolgsgeheimnis, dass die Mannschaft das so kompensieren konnte?

Wir haben sicherlich gute Spieler verloren und hatten deshalb auch sehr viele Kritiker. Ich glaube, der Großteil hat nicht geglaubt, dass wir besser spielen als die Mannschaft davor. Wenn es so gewesen wäre, dann hätten wir einen schlechten Job gemacht. Aber jetzt im Nachhinein kann man sagen, dass wir da richtig lagen.

Hätten Sie gedacht, dass heuer so viele Verteidiger-Tore fallen? Das war die letzten Jahre ja nicht so der Fall!

Shane Hanna war ja schon da, aber Maxi Adam hat das gut gemacht, Joey Keussen auch. Schade, dass er verletzt sechs Wochen gefehlt hat, weil er auch auf dem Weg war, richtig viele Tore zu schießen. Wir haben die Scheibe besser bewegt und dadurch hatten wir auch mehr Gefahr von der blauen Linie.

Im letzten Play-off kam im Viertelfinale das Aus. Was muss besser werden als damals?

Wir haben wieder einen guten Torwart gegen uns. Danny Aus den Birken im letzten Jahr, und jetzt Jonas Neffin, der genau so gut ist und vielleicht der beste Torwart der Liga in diesem Jahr war. Wir haben damals nicht genug Verkehr vor dem Tor gemacht, das ist Nummer eins. Zweitens: Wir haben physisch nicht genug dagegengehalten. Dresden hat hart gespielt, war auch mental hart, die haben viel Trash Talk gemacht – und da haben wir ein wenig zu weich reagiert. Und wir hatten zu viele Strafzeiten aufgrund vieler Schlägerfouls, das müssen wir abstellen.

Gegen Regensburg hat es bis jetzt vier Niederlagen gegeben. Welche Lehren ziehen Sie aus diesen Spielen?

Das ist ähnlich. Neffin ist der beste Mann in Regensburg und wir brauchen da viel Verkehr. Und dann müssen wir vorm Torwart auch ein bisschen die Ellenbogen rausfahren, dass er nicht die Ruhe hat, sein Spiel zu spielen. Er hat uns alleine schon zweimal in diesem Jahr geschlagen. Ich glaube aber, dass wir in drei Spielen besser waren, einmal war Regensburg besser.

Aufgrund der Tabellenkonstellation geht Rosenheim als Favorit ins Duell. Ändert sich deshalb etwas?

War Florida letztes Jahr oben in der Tabelle, als sie in die Play-offs reingerutscht sind? Nein, und trotzdem haben die ständig gewonnen. Du bist jetzt in den Play-offs, und was davor war, spielt keine große Rolle. Wir haben viele Punkte geholt, aber trotzdem viermal gegen Regensburg verloren – warum sollten wir als Favorit da reingehen? Alles fängt bei null an und es geht darum, wie man das in den 60 Minuten macht. Das musst du dann viermal gut machen, damit du weiterkommst!

Wenn nach dieser bislang sehr guten Saison nochmals ein Viertelfinal-Aus kommt: Wäre die Saison dann eine Enttäuschung?

Wenn die Mannschaft gut spielt und das Beste aus sich herausholt und wir trotzdem verlieren, dann kann man ihr keinen Vorwurf machen. Dann war die gegnerische Mannschaft besser und dann muss man das akzeptieren. Wenn man allerdings so spielt wie teilweise letztes Jahr in den Play-offs, dann wäre es eine Enttäuschung.

Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zum Start. Wie verlaufen die nächsten Tage?

Für die Spieler gilt nach dem Spiel am Sonntag absolute Ruhe für zwei Tage, die sollten von der Eishalle wegbleiben, kein Training machen und zur Ruhe kommen. Am Mittwoch verbringen sie die Zeit frei in der Halle. Es geht um Körperpflege, Eis ist da, der Kraftraum ist da und jeder kann machen, was er will, um den Körper langsam vorzubereiten. Am Donnerstag ist dann der letzte harte Trainingstag, sozusagen der Startschuss für die Play-offs.

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