Ein Durchhänger zum falschen Zeitpunkt?

von Redaktion

Aus der Starbulls-Statistik Nur drei Teams punkteten zuletzt schlechter als Rosenheim

Rosenheim – Für die Tabelle hatten die letzten zwei Spiele der DEL2-Punkterunde der Starbulls Rosenheim kaum Brisanz. Der eigene dritte Rang stand bereits fest, und darauf, wer der Gegner im Viertelfinale wird, hatte man keinen großen Einfluss. Insofern war es kein Beinbruch, dass die Eishockeyspieler von der Mangfall an diesem Wochenende zweimal als Verlierer vom Eis gingen. Dennoch wären Siege nicht schlecht gewesen, um das viel zitierte Momentum für die anstehenden Play-offs auf die eigene Seite zu bekommen. Zum Vergleich: Letztes Jahr verlor man auch das letzte Punktspiel, und es folgte das Desaster gegen den späteren Aufsteiger Dresden. Vor zwei Jahren gewann man zwei der letzten drei Begegnungen und nahm diesen Schwung in die Play-downs mit, wo man sich relativ ungefährdet gegen Bietigheim den Klassenerhalt sicherte.

Nun aber haben in den letzten drei Spielen nur die Play-down-Teilnehmer Bad Nauheim, Weiden und Freiburg weniger Punkte geholt als die drei, die Rosenheim noch einsammeln konnte. Auch Viertelfinalgegner Regensburg verteidigte in diesem Zeitraum mit sechs Zählern seinen sechsten Tabellenplatz. Die Starbulls haben in den letzten Spielen mit drei Overtime-Niederlagen zudem ihren Nimbus der beinahen Unbezwingbarkeit in der Verlängerung verloren. Von ihren ersten zehn Overtimes hatten sie siebenmal den Zusatzpunkt geholt, nun hat sich diese Bilanz auf 7:6 verschlechtert. Drei Overtime-Niederlagen nacheinander – das hatte in der Saison bereits anders ausgesehen, als die Rosenheimer einmal nacheinander gegen Bad Nauheim, Kassel und Weiden 3:2 nach Verlängerung gesiegt hatten.

Und so hat Weiden nach dem ersten Heimsieg vor einigen Wochen auch den ersten Sieg in Rosenheim gefeiert, wodurch die Blue Devils die Saisonbilanz nach Punkten ausgeglichen gestalten konnten. Letztes Jahr hatten sie sich noch mit einem einzigen Pünktchen in vier Partien zufriedengeben müssen. Wesentlich besser sieht da die Rosenheimer Bilanz gegen Landshut aus. Drei der vier Spiele gingen diesmal an die Starbulls, ein immenser Kontrast zur Aufsteigersaison vor zwei Jahren, als man mit null Punkten und 6:17 Toren komplett chancenlos war. Speziell Shane Hanna glänzte gegen die Niederbayern und fügte seinen beiden Treffern aus den ersten beiden Spielzeiten vier weitere hinzu. Einen weiteren Nimbus büßten die Starbulls in den letzten Partien ein, denn noch nie zuvor hatten sie auswärts verloren, wenn sie 1:0 oder sogar 2:0 in Führung gelegen hatten.

Auch die Scorerserie von C.J. Stretch kam in Landshut an ihr Ende. Zehn Begegnungen lang hatte er stets zu den Scorern gehört und dabei jeweils sieben Tore und Assists verbucht. Weit von einer solchen Serie ist das neueste Mitglied der Starbulls-Familie noch entfernt, doch Wyatt Schingoethe zögerte nicht lange, um seine ersten Scorerpunkte zu erzielen. Nur 66 Sekunden dauerte es am Sonntag, bis er zum ersten Mal den Puck im gegnerischen Netz zappeln ließ. Zum Vergleich: Teemu Pulkkinen war in seinem ersten Spiel im Starbulls-Dress noch leer ausgegangen, hatte dann im zweiten Match nach knapp 23 Minuten erstmals getroffen. Und bei Chris Dodero, dem Neuzugang während der Saison 2023/24, musste man sogar bis zu seinem vierten Spiel warten. Insgesamt konnte er schließlich mit elf Treffern zum Klassenerhalt beitragen.

Dazu beigetragen, dass seine Weidener sich im letzten Match noch das Heimrecht für die erste Play-down-Runde sichern konnten, hat Luca Gläser. Er ist bislang der einzige gegnerische Spieler, dem in dieser Saison gegen die Starbulls ein Hattrick gelang, und darüber hinaus mit fünf Saisontreffern die Nummer eins gegen Grün-Weiß. Zusammen mit einem Tor aus der letzten Saison liegt er gleichauf mit dem Kaufbeurer Sami Blomqvist auf dem vierten Rang der aktuellen Starbulls-Schreckgespenster. Nur Niko Linsenmaier (Freiburg), Robbie Czarnik (Ravensburg) und Corey Trivino (Regensburg) konnten die Rosenheimer Torhüter bisher öfter überwinden, nämlich je siebenmal.me

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