Heerenveen – Das Inzeller Eisschnelllauf-Trio hat bei der Mehrkampf-Weltmeisterschaft in Heerenveen einen versöhnlichen Abschluss gefeiert. Anna Ostlender und Katja Franzen gingen beim Sprint-Mehrkampf an den Start, beim Allround-Mehrkampf war es Gabriel Groß, der die Inzeller Farben vertrat.
Groß kam in der Gesamtwertung auf den neunten Platz und verpasste das Finale der acht Besten über 10.000 Meter nur knapp. Anna Ostlender erreichte den 14. und Katja Franzen den 22. Rang. „Ich weiß meine Gefühle noch nicht ganz einzuordnen“, so Groß nach seinen drei Strecken. In der Woche vor der WM hatte er sich beim Training in Berlin eine Zerrung der rechten Adduktoren zugezogen. Deswegen konnte er nicht ordentlich trainieren, von schnellen Starts beim Eisschnelllauf ganz zu schweigen. „Es wurde zwar besser, aber die erste Distanz sind nun mal die 500 Meter und da zählt jedes Zehntel. Beim ersten Schritt dachte ich mir: ‚So, das war es jetzt.‘ Ich hatte einen stechenden Schmerz, für mich hatte das wenig mit Eislaufen zu tun“, so der 22-Jährige. „Meine geliebten 5.000 Meter waren dadurch auch geprägt.“ Immerhin wies er mit 37:15 Sekunden über 500 Meter eine neue persönliche Bestzeit auf und wurde 17. Über 5.000 Meter wurde er Zehnter mit einer Zeit von 6:18,29 Minuten. „An diesem Abend wusste ich nicht, ob ich am Sonntag laufen würde, da mein Bein in keiner guten Verfassung mehr war“, meinte er traurig. Allerdings leistete seine Physiotherapeutin tolle Arbeit und so war am zweiten Tag der Start über die 1.500 Meter möglich. Mit dem zehnten Rang in 1:46,54 Minuten war er recht zufrieden. „Ich war in der besten Form meines Lebens, allerdings ist es doch etwas schwer, mit einem Bein Eis zu laufen, geschweige denn im Eisschnelllauf. Hätte, wäre, wenn, das Ergebnis ist alles, was zählt, und was davor passiert ist, interessiert am Wettkampftag keinen. Ich weiß, dass in mir mehr steckt als das, was ich bei dieser WM zeigen konnte. Wenn ich auf die Saison zurückblicke, dann in tiefer Dankbarkeit für alles, was ich erleben durfte“, so der Ruhpoldinger.
Für Anna Ostlender gab es über die 500 Meter den 19. und 17. Platz in Zeiten von 38:88 und 38:95 Sekunden. Die 1.000 Meter bewältigte sie in 1:16,78 Minuten (Platz 10) und 1:17,84 Minuten (Platz 14), was ihr den 14. Rang in der Endabrechnung brachte. „Ich hatte keine so hohen Erwartungen, weil die Saison sehr lange gewesen ist“, so die 23-Jährige, die laut Trainerin Tatiana Kraus auch Beschwerden an den Adduktoren hatte, weshalb sie am Start nicht so gut beschleunigen konnte. „Mit dem ersten Tag war ich zufrieden, am zweiten ging mir etwas die Luft aus. Trotzdem war es über 1.000 Meter ein guter Lauf und ich kann zufrieden sein“, so die ehemalige Inlineskaterin. Mit ihrem Saisonverlauf ist Ostlender ebenfalls zufrieden. „Ich habe jeden Wettkampf mitgenommen, durfte Olympische Spiele erleben. Es hat mir viele Erfahrungen gebracht und ich kann jetzt in die Zukunft schauen, auf die nächsten vier Jahre zu den Spielen. Dafür kann ich nun arbeiten. Ich hatte rückblickend gute Rennen, es passt schon.“
Auch Trainerin Tatiana Kraus lobte den Einsatz ihrer Schützlinge. „Ich finde, es war für die Inzeller Athleten eine gute Weltmeisterschaft und ein guter Abschluss der Saison. Anna war in den Top Ten bei den 1.000 Metern und mit dem Sprint kam in Summe der 14. Platz. Gabriel hat sehr gute Leistungen gebracht und war mit dem neunten Platz sehr gut platziert. Er hat es über zwei Strecken in die Top Ten gebracht, das ist echt toll. Leider hat er sich vor der Abreise zur WM verletzt, sonst hätte er noch mehr aufs Eis bringen können. Trotzdem war es eine sehr gute WM für die Sportler“, so Kraus.