Burgau – Es hätte so schön sein können – ein Eishockeymärchen, das in einem großen Showdown hätte enden können. Doch da der Konjunktiv keine Spiele gewinnt, gingen die Bayernliga-Eishockeyspieler des EHC Waldkraiburg nach 30 schwachen Minuten im vierten Spiel des Play-down-Halbfinals gegen den ESV Burgau als Verlierer vom Eis. Nach der 2:6-Pleite steht fest: An Sommerpause ist für den EHC Waldkraiburg noch lange nicht zu denken.
Nicht mit dabei waren Jakub Šrámek, der sich am vergangenen Freitag verletzt hatte, und Santeri Ovaska. Dennoch sah das erste Drittel zunächst gar nicht so schlecht aus. In den ersten Minuten brachte die Mannschaft von Trainer Jürgen Lederer viel Geschwindigkeit auf das Eis und erspielte sich gute Möglichkeiten. Nach sechs Minuten kassierten die Burgauer zunächst eine doppelte kleine Strafe und kurz darauf noch einmal zwei Minuten. Während der ersten Minuten dieser Überzahlsituation verfielen die Löwen jedoch in ein erstaunlich ideenloses und teilweise desolates Eishockey. Gegen die aggressiv forecheckenden Eisbären fand man kaum Mittel. Wie so oft in dieser Saison zeigte sich, dass der EHC Waldkraiburg nervös wird, sobald der Gegner Druck ausübt. Mehrfach verlor man im eigenen Drittel leichtfertig die Scheibe und ermöglichte den Gastgebern dadurch gefährliche Möglichkeiten. Im weiteren Verlauf des Drittels lief es zwar wieder etwas strukturierter, doch ein Treffer wollte weder auf der einen noch auf der anderen Seite fallen.
Der Mittelabschnitt begann dann verheißungsvoll für den EHC Waldkraiburg. Nach nur rund drei Minuten erzielten die Löwen durch Daniel Hora den ersten Treffer des Abends. Nur vier Minuten später legten die Löwen sogar noch einmal nach. Im Getümmel vor dem Burgauer Tor schaltete Anthony Dillmann am schnellsten und bugsierte die Scheibe über die Linie. Doch rund eine Minute später begann Burgau seinerseits mit dem Toreschießen. Sven Gäbelein verkürzte auf 1:2. Diesen Treffer steckten die Löwen zunächst noch gut weg und blieben bei ihrer Spielweise. Dennoch waren es die Gastgeber aus Burgau, die in diesem Drittel noch zweimal nachlegten. In der 35. und später in der 39. Minute drehten sie die zuvor komfortable Führung der Löwen durch Treffer von Ballner und Paakkola in eine 3:2-Führung.
Nach gut zwei Minuten im Schlussdrittel war es Petr Ceslik, der mit seinem Treffer die Hoffnungen auf einen schnellen Ausgleich der Gäste zunichtemachte. In der Folge lief bei den Löwen kaum noch etwas zusammen. Auf diese Weise halfen die Löwen den Gastgebern unfreiwillig dabei, immer stärker ins Spiel zu kommen. In doppelter Überzahl war es schließlich erneut Ceslik, der mit seinem zweiten Treffer des Abends den endgültigen Todesstoß zum 5:2 setzte. Dass Trainer Jürgen Lederer rund zwei Minuten vor dem Ende den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis nahm, wirkte dabei eher wie ein letztes Aufbäumen als der echte Glaube an eine Wende. Das verwaiste Tor nutzte Burgau schließlich kurz vor Schluss zum 6:2-Endstand.
Für die Löwen geht es am Freitag zu Hause gegen den EC Pfaffenhofen weiter – jenen Verein, der den EHC Waldkraiburg bereits vor drei Jahren in die Landesliga geschickt hatte. aha