Bröckelt die Festung Rofa-Stadion?

von Redaktion

Statistiken der DEL2-Hauptrunde: Starbulls nur das neuntbeste Heimteam – Kolarz sticht Autio aus

Rosenheim – Auch im dritten Jahr seit dem Wiederaufstieg in die DEL2 geht es mit den Starbulls Rosenheim aufwärts. 2023/24 verpasste man als Elfter die Pre-Play-offs nur um einen einzigen Punkt, sicherte sich aber gegen Bietigheim den Klassenerhalt. Letzte Saison ging es steil nach oben, als die Eishockeyspieler von der Mangfall mit 90 Punkten auf dem fünften Rang landeten, wobei aber der Gesamteindruck durch ein schnelles Ausscheiden gegen den späteren Aufsteiger Dresden etwas getrübt wurde. Heuer konnte man sich um weitere sieben Punkte und zwei Tabellenplätze verbessern, wodurch man als Dritter nun erstmals mit Heimrecht im Viertelfinale startet.

Ist dieses Heimrecht auch ein Vorteil? Immerhin performten die Starbulls in den vergangenen 52 Partien auswärts oftmals besser und insgesamt erfolgreicher als in eigener Halle. Auswärts gewannen Shane Hanna und Co. 17 von 26 Partien, schossen dabei 85 Tore und ließen nur 59 zu. Erfolgreicher war lediglich Punktrundenmeister Krefeld, der auswärts noch sechs Zähler mehr einfuhr. Auf eigenem Eis dagegen zeigten sich die Starbulls ein gutes Stück anfälliger. Zwar feierte man im Rofa-Stadion nur einen Sieg weniger, schoss sechs Tore (79) weniger und ließ sechs mehr zu (65), aber im Vergleich zu den anderen 13 Teams zählte man als Neunter nur zum unteren Mittelfeld. Zum Vergleich: Die Kassel Huskies als bestes Heim-Team waren hier um 13 Punkte besser, was der Hauptgrund ist, warum sie hinter Krefeld als „Kronprinz“ ins Play-off-Rennen gehen.

Einen Vorteil hat das Heimrecht aber auf alle Fälle, weil Gegner Regensburg auf eigenem Eis die viertbeste Bilanz aufweist, auswärts dagegen nur die siebtbeste, fünf Ränge hinter den Rosenheimern. Dass die Eisbären in dieser Saison bisher alle vier Begegnungen für sich entschieden haben, sollte durchaus noch eine zusätzliche Motivation für die Starbulls sein, falls so etwas in den Play-offs überhaupt nötig ist.

Wie schon letzte Saison gehören die Starbulls zu den defensiv besten Teams der Liga. Damals belegten Pasanens Mannen den dritten Rang im Defensiv-Ranking. Die 2,54 Treffer pro Begegnung, die nur von Krefeld und Kassel getoppt wurden, konnten diesmal auf 2,38 reduziert werden, was einen zweiten Platz hinter Krefeld bedeutet. Offensiv gehört man dagegen nicht zu den Spitzenteams. 3,15 Tore pro Spiel wurden von vier Kontrahenten (Krefeld, Kassel, Bietigheim und Landshut) übertroffen, trotzdem stellt dieser Wert eine kleine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (3,04) dar.

33-mal blieben die Starbulls siegreich, nur 19-mal verloren sie. 16 Spiele gingen in die Verlängerung, drei davon wurden erst im Penalty-Shootout entschieden. Beide Rubriken lesen sich für Rosenheim positiv, zwei zu eins bei den Penalty-Shootouts, sieben zu sechs während der Drei-gegen-Drei-Overtime. Letztere Bilanz war zwischendurch schon weitaus positiver, bis es am unmittelbaren Saisonende drei Overtime-Niederlagen in Folge gab.

Bei den „Special Teams“ (Über- und Unterzahl) wird man die Starbulls wohl nie ganz an der Spitze finden. Das Powerplay ist von 19,9 Prozent im Vorjahr, als man den sechstbesten Wert der Liga innehatte, auf 17,8 Prozent zurückgefallen, wodurch diesmal nur zwei Klubs, Ravensburg und Bad Nauheim, gegnerische Strafzeiten noch weniger ausnutzten. Leicht steigern konnte man sich dagegen in der Unterzahl-Quote, von 79,9 auf 82,2 Prozent. Hier sind ligaweit nur zwei Teams erfolgreicher, nämlich Viertelfinal-Gegner Regensburg und Krefeld. Wie im Vorjahr sind die Starbulls auch diesmal wieder die drittfairste Mannschaft der Liga, auch wenn der Schnitt von 7,98 auf 8,27 Strafminuten pro Spiel anstieg. Und wieder befindet sich kein Rosenheimer Spieler in den Top Ten der „Bösen Buben“.

Auch Rosenheimer Stürmer wird man in den Top Ten vergeblich suchen. Scott Feser, der die Starbulls mit 48 Punkten (19 Tore, 39 Assists) anführt, schafft es als 18. gerade noch in die Top-20, Ville Järveläinen als zweitbester Stürmer liegt mit 41 Punkten, darunter 21 Toren, auf Rang 32, C.J. Stretch ist mit 38 Punkten 39. Aber da ist ja noch Shane Hanna! Als zweitbester Scorer der Starbulls rangiert er im Liga-Klassement auf Rang 29, in den Verteidiger-Charts aber ist er mit 16 Treffern und 27 Assists der Drittbeste hinter dem Krefelder Davis Vandane und dem Düsseldorfer Max Faber. Darüber hinaus sicherte sich Maximilian Adam mit 30 Punkten, darunter neun Toren, den zehnten Platz.

Die beiden Rosenheimer Goalies Oskar Autio und Christopher Kolarz lieferten reihenweise starke Leistungen und zählten zu den Spitzenkräften zwischen den Pfosten, und ihre Bilanzen ähneln sich sehr. Von allen Torhütern der DEL2 mit mehr als 1.000 Einsatzminuten liegt Autio sowohl mit seinem Gegentorschnitt von 2,44 als auch mit der Fangquote von 91,47 Prozent auf dem vierten Rang. Kolarz hat mit 91,6 die geringfügig bessere Fangquote und liegt auch beim Gegentorschnitt mit 2,12 vor Autio und ligaweit hinter dem Krefelder Felix Bick auf dem zweiten Platz. Beide konnten je zweimal ihren Kasten komplett sauberhalten.

Das häufigste Ergebnis war übrigens das 3:2 in Overtime (sechsmal, davon dreimal gegen Kassel) vor dem 4:3, welches viermal das Endresultat war. Die häufigste Höhe der Niederlagen war mit je drei Resultaten das 2:3 in Overtime, das 1:2 und das 1:3, was zu dem Schluss führt, dass das Hauptmanko bei den Niederlagen wohl in der mangelnden Torproduktion lag. Der höchste Sieg war das 8:2 in Kaufbeuren, die klarste Niederlage als einziger Ausreißer nach unten das 1:6 gegen Düsseldorf.

Der Zuschauerschnitt ist im Vergleich zur Vorsaison trotz der schwächeren Heimbilanz noch einmal etwas angestiegen – von 3.919 auf 3.969. Allerdings hatten andere Klubs teilweise größere Zuwächse, sodass die Starbulls nicht mehr Vierter in der Zuschauertabelle sind, sondern nur noch Sechster. Dies liegt natürlich am Düsseldorfer Abstieg in die DEL2, aber auch Landshut konnte den ewigen Rivalen in der Publikumsgunst knapp überflügeln. Der Gesamtschnitt der Liga lag bei 3.716, ein Anstieg von 450 Fans pro Spiel im Vergleich zur Vorsaison. 14-mal knackte Rosenheim die 4.000er-Grenze, fünf Partien waren mit 4.426 Zuschauern ausverkauft. Neben den beiden Derbys gegen Landshut gab es auch zweimal gegen Düsseldorf und einmal gegen Regensburg ein volles Haus.

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